oekostrom AG zahlt WK-Beitrag nur unter Protest

Kein Interesse, dem Exekutor zu begegnen

Wien - 2. Februar 2005 - Die oekostrom AG hat ihren Wirtschaftskammerbeitrag im Vorjahr nicht bezahlt. In Kenntnis der Rechtslage hat die oekostrom AG nun eingelenkt und ihren Beitrag in Höhe von 1.800 Euro überwiesen, "allerdings nur unter Protest", betont Vorstand Ulfert Höhne, der natürlich kein Interesse hatte, dem Exekutor im Büro zu begegnen. "Mit dieser Aktion wollten wir die Arbeit einer Interessensvertretung in Frage stellen, die immer wieder gegen die Interessen der eigenen Mitglieder auftritt", so Höhne.

Nachdem Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl Hand in Hand mit dem Präsidenten der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, Ende März des Vorjahres den Ökostromzuschlag zum Sündenbock für die insgesamt hohen Energiekosten abgestempelt hatte, ging Ulfert Höhne in die Offensive und erklärte gegenüber Leitl: "Angesichts dieser unseren vitalen Interessen entgegenstehenden Arbeit Ihres Hauses in Bezug auf die Rahmenbedingungen für Ökostrom bin ich nicht bereit, den in Rechnung gestellten Mitgliedsbeitrag zu zahlen."

Zumindest Gesprächsbereitschaft signalisierte die Wirtschaftskammer darauf hin und lud die oekostrom AG zu einer Aussprache mit ihren Energieexperten. Allerdings hat sich die WKO danach kaum von ihrer Anti-Ökostrom-Position weg bewegt. "Die österreichische Wirtschaft begrüßt die von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Umweltminister Josef Pröll ausverhandelte Kompromisslösung in Bezug auf eine Novellierung des Ökostrom-Gesetzes", jubelte Leitl unmittelbar nach Vorstellung der Ökostromnovelle, die letztlich vom Parlament doch noch zu Fall gebracht wurde.

Erst spät hat "die österreichische Wirtschaft", sprich Leitl, erkannt, dass der Ökostromzuschlag lediglich zwei Prozent vom Gesamtstrompreis ausmacht und somit schwerlich zur treibenden Kraft für Strompreiserhöhungen erklärt werden kann. Beim Forum Alpbach hat der WK-Präsident Österreich sogar als "Europameister" im Bereich nachhaltiger Umweltinvestitionen in höchsten Tönen gelobt. "Wir hoffen, dass diese Erkenntnis künftig nicht nur in Sonntagsreden einfließt, die unser Präsident vor internationalem Publikum hält, sondern auch in seiner Innenpolitik ihren Niederschlag findet. Jedenfalls sollte künftig nicht mehr der Teufel der Überförderung an die Wand gemalt werden, wenn es um wichtige Investitionen in eine ökologische Zukunft Österreichs geht", hofft Höhne auf die Lernfähigkeit der Wirtschaftsvertreter.

Im Vorjahr hat die oekostrom AG mit Partnern Investitionen von 14 Mio. Euro realisiert. Trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen wird das Investitionsprogramm in diesem Jahr fortgesetzt. Die Verhandlungen über den Bau eines Kleinwasserkraftwerks stehen kurz vor dem Abschluss. 2004, im fünften Jahr ihres Bestehens, hat die oekostrom AG den Turnaround geschafft und plant auch für 2005 ein positives Jahresergebnis. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 16 Mitarbeiter.



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