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Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung: Keine Absicherung für Monsanto

GLOBAL 2000 und ECA Watch erfreut: EBRD wird Monsanto nicht unterstützen - Agrarkonzern wollte mögliche Zahlungsausfälle osteuropäischer Bauern bis zu 40 Millionen US-Dollar absichern =

Wien -Kürzlich wurde offiziell bekanntgegeben, dass der US-amerikanische Agrarkonzern Monsanto von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) keine Unterstützung bekommen wird. "Noch vor Weihnachten alamierte uns die NGO Bankwatch, dass die EBRD ein Projekt mit Monsanto in Planung hatte", erzählt Heidemarie Porstner, Gentechnik- und Agrarsprecherin von GLOBAL 2000. Monsanto sollte den LandwirtInnen der Länder Russland, Ukraine, Serbien, Ungarn, Bulgarien und der Türkei Saatgut und die dazu passenden
Agro-Chemikalien zur Verfügung stellen. Wenn die Bauern und Bäuerinnen nicht in der Lage gewesen wären, ihre Schulden an Monsanto zu bezahlen, wäre die EBRD bis zu einer Höhe von 40 Millionen US-Dollar eingesprungen, damit der Konzern seine Geschäfte in diesen Ländern weiter betreiben und ausbauen kann.

Die EBRD wurde ursprünglich 1991 ins Leben gerufen, um die ehemals kommunistischen Länder Osteuropas beim Einstieg in die Marktwirtschaft zu unterstützen. Sie finanziert sich aus europäischen Steuergeldern, jedoch halten auch nichteuropäische Länder wie USA oder Australien Anteile.

Ein gemeinsamer Brief von 159 Organisationen, unter anderem von namhaften NGOs wie Bankwatch und Friends of the Earth, wurde an den EBRD-Präsidenten Suma Chakrabarti geschickt. Von GLOBAL 2000 - gemeinsam mit ECA Watch und weiteren österreichischen NGOs - wurde der aus Österreich entsandte zuständige Direktor schriftlich kontaktiert und mit der Bedeutung dieses Schrittes durch die EBRD konfrontiert.

"Monsanto hat aus vielen verschiedenen Gründen in den vergangenen Jahren für Negativschlagzeilen gesorgt. Eine Unterstützung eines solchen Unternehmens ist ganz klar abzulehnen", betont Heidemarie Porstner. Monsanto ist vor allem in Zusammenhang mit seinen Gentech-Pflanzen bekannt, der Agro-Bio-Chemie-Konzern gerät aber auch immer stärker wegen seiner Pestizide in Kritik. Schädliche
Auswirkungen auf Mensch und Umwelt werden seitens des Konzerns immer wieder dementiert.
Thomas Wenidoppler von ECA Watch Österreich freut sich über die Absage durch die EBRD, verlangt nun aber Reformprozesse: "Wir begrüßen den Ausstieg der EBRD aus dem Monsanto-Projekt. Es muss aber auch insgesamt in dieser Entwicklungsbank ein Lernprozess eintreten, dass Investitionen in kleinbäuerliche Strukturen langfristig für die Umwelt und für die Menschen vor Ort nachhaltiger sind. Investitionen in großflächige Industrie-Landwirtschaft mit multinationalen
Unternehmen wie Monsanto, die ökologisch vollkommen unverantwortlich agieren, sind nicht nur in diesem Fall höchst bedenklich."


Dem stimmt Heidemarie Porstner zu: "Es ist ein starkes Zeichen, dass die EBRD das Projekt mit Monsanto nicht weiter verfolgt. Leider unterstützt die Bank auch zahlreiche weitere kritische Projekte, etwa im Bereich Energie. Wir werden weiter sehr wachsam sein."



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