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"Raus aus dem Öl" mit Sanierungsscheck ist ein Schritt in die richtige Richtung

Bundesregierung fördert den Ausstieg aus fossilem Heizen

Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger hat gestern Details zum nun neu aufgestellten Sanierungsscheck vorgestellt. Wichtigste Neuerung ist ein ‚Raus aus dem Öl‘-Bonus von bis zu 5.000 Euro bei Sanierungen, in deren Rahmen auch ein Kesseltausch von Ölheizung auf eine alternative Heizform durchgeführt wird, um Schritt für Schritt aus den rund 700.000 Ölheizungs-Anlagen in Österreich auszusteigen.

Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich begrüßt die vorgestellten Details zum Sanierungsscheck, insbesondere die Förderung des Ausstiegs von Ölheizungen. Generell sind das Heizölprivileg und die damit verbundene Förderoffensive der fossilen Industrie Relikte aus der Vergangenheit. "Die Regierung gibt den Konsumentennun einen ersten richtigen und notwendigen Anstoß um ihr Heizsystem auf erneuerbare Energien umzustellen", so Peter Püspök, Präsident des Dachverband Erneuerbare Energien Österreich (EEÖ).

Die Maßnahme kann ein erster Schritt zur Wärmewende werden. Da die für die Wärmewende erforderliche Sanierungsrate von 3% pro Jahr bisher bei weitem nicht erreicht wurde, muss jedoch genau beobachtet werden, ob die Detailregelungen und die tatsächlichen Wirkungen wirklich den Bedarf decken können.

"Raus aus Öl"-Bonus ist wichtiges Signal

"Mit der neu beschlossenen Sanierungsoffensive 2018 macht Ministerin Köstinger einen wichtigen Schritt in der Umsetzung der österreichischen Klimaverpflichtungen", begrüßt der Generalsekretär des Ökosozialen Forums, Hans Mayrhofer, die Initiative der Nachhaltigkeitsministerin. "Seit Jahren liegt die Gebäude-Sanierungsquote in Österreich bei rund einem Prozent und wir kommen da nicht vom Fleck."

Der Gebäudesektor verursacht aktuell etwa zehn Prozent der Treibhausgasemissionen und ist hinter dem ETS-Sektor und dem Verkehr der drittgrößte CO2-Emittent. Auch gehen rund 27 Prozent des österreichischen Gesamtenergieverbrauchs in diesen Bereich. "Wenn wir hier die fossilen Energieträger rasch zurückdrängen, bringt das langfristig beachtliche Einsparungen", so Mayrhofer. Der Generalsekretär des Ökosozialen Forums weist auch auf die Komfortgewinne durch moderne Heizsystem hin: "Das bringt nicht nur der Umwelt etwas, sondern auch den Bewohnerinnen und Bewohnern der Häuser."

Mit der Sanierungsoffensive neu werden auch kleinere Sanierungsschritte gefördert. Dies hat den Vorteil, dass nicht auf einmal so viel Geld in die Hand genommen werden muss. Das ist ein Anreiz, um Arbeiten nicht auf die lange Bank zu schieben und Einsparungspotenziale früher zu nutzen.

Der "Raus aus Öl-Bonus"-Bonus setzt hier auch ein wichtiges öffentlich wirksames Zeichen. "Damit unterstreichen wir die Überzeugung, dass fossile Raumheizungen keine Zukunft haben," erklärt Mayrhofer. "Konsequent wäre, fossile Rohstoffe aus unserem gesamten Wirtschaftssystem weiter zurückzudrängen. Die Bioökonomie zeigt, dass das geht."

Erster Schritt in die richtige Richtung!

"Die heute von Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger präsentierte neue Sanierungsoffensive bringt konkrete Maßnahmen in Sachen Klima- und Energiestrategie - das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung!", sagt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes, in einer ersten Reaktion. Die Erhöhung der Sanierungsrate im Gebäudesektor ist ein wesentlicher Schlüssel für die erforderliche substanzielle Effizienzsteigerung und Verbrauchsreduktion. Alle konkreten Maßnahmen, die hier zum Einsatz kommen, sind zu begrüßen. In weiterer Folge sind jedoch rasch gesetzliche Maßnahmen durch jene Bundesländer erforderlich, welche Ölheizungen im Neubau noch nicht unterbunden haben. "Alle direkten und indirekten Förderungen für Ölheizungen sind abzuschaffen und durch Anreize für den Umstieg zu ersetzen. Diese und weitere Maßnahmen sind erforderlich, um die Sanierungsrate bis 2030 auf 3 % zu erhöhen", so Maier.



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