© Kleinwasserkraft Österreich
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Boltz verharmlost schwierige Situation der Kleinwasserkraft

Regionale, klimafreundliche Energieerzeugung Österreichs in Gefahr

Ein sehr klarer Bericht im Report am Dienstag stellte deutlich die schwierige wirtschaftliche Lage der Kleinwasserkraft in Österreich durch einen verzerrten Strommarkt und hohe Investitionsanforderungen aufgrund der EU Wasserrahmenrichtlinie dar.

"Es ist wichtig, dass die österreichische Bevölkerung erfährt, dass wir Gefahr laufen, große Teile unserer ältesten, saubersten und regionalen Stromproduktion zu verlieren!" hält Christoph Wagner, Präsident von Kleinwasserkraft Österreich fest.

Umso verärgerter zeigte er sich über die Aussagen von E-Control Vorstand DI Walter Boltz: "Es ist schon erschreckend, wenn unsere unabhängige Regulierungsbehörde zu Förderungen für fossile Energie ganz lapidar meint, dass es ja Sache eines jeden Mitgliedsstaates sei, welchen Energiemix er haben und fördern wolle. Wenn es aber um die Unterstützung von Ökostrom geht, mahnt dieselbe Regulierungsbehörde immer wieder die Marktkonformität ein, ruft nach einer internationalen Harmonisierung von Fördersystemen und drängt in Richtung Abschaffung von Ökostromförderungen. Hier wird von einer unabhängigen Behörde ganz eindeutig eine sehr schräge Politik betrieben! Und das in einer Zeit, in der entschlossenes Handeln beim Klimaschutz oberstes Gebot ist!"

Als Angriff auf die kleinstrukturierte und regionale Energieproduktion wurde von der Branche auch Boltzs Aussage gewertet, dass es durch die aktuelle Marktsituation zu keinen nennenswerten Kraftwerksschließungen kommen werde, sondern lediglich zu einer ‚Strukturbereinigung‘. "Gerade die regionalen Klein- und Mittelbetriebe erweisen sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten immer wieder als Stabilitätsgaranten. Denn sie treffen in der Regel unternehmerische Entscheidungen nicht auf Basis von kurzfristigen Gewinn- und Shareholdererwartungen. Das gilt auch für die kleine, dezentrale Energieerzeugung. Sollte sich hinter dem Ausdruck ‚Strukturbereinigung‘ eine stärkere Zentralisierung der Energieerzeugung verbergen, was wir stark annehmen, so ist das nicht nur energiepolitischer sondern auch wirtschaftspolitischer Unsinn", hält DI Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin von Kleinwasserkraft Österreich fest.

In Bezug auf den internationalen Strommarkt betont Wagner abschließend nochmals: "Wir sind stark dafür, dass Kleinwasserkraftwerke ihren Strom auf einem freien Strommarkt verkaufen. Diesen gibt es aber erst, wenn fossile Energien nicht mehr gefördert werden und die Folgekosten von Atomstrom und fossilem Strom in deren Kosten berücksichtigt werden, etwa durch einen angemessenen Preis für CO2-Verschmutzungsrechte."

Prechtl-Grundnig ergänzt: "Auf einem wirklich freien Markt haben wir als kostengünstigste Energieform kein Problem mitzuhalten! Solange diese Kostenwahrheit aber nicht gegeben ist, müssen wir tunlichst auf den Erhalt unserer kostbaren Kleinwasserkraft achten. Denn so viel sei auch nochmals Herrn DI Boltz gesagt: Es ist zwar recht und schön für alle Mitgliedsstaaten die freie Entscheidung über den eigenen Energiemix zu fordern, als Energieexperte wissen sie aber auch, dass wir uns auf einem internationalen Strommarkt befinden und daher von der Energiepolitik unserer Nachbarn nicht komplett unbeeinflusst bleiben!"

Quelle: Kleinwasserkraft Österreich



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