© oekonews- Elektroauto der Fahrschule Skarabela
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Deutschland: Fahrschulen sollen Elektromobilität ins Bewußtsein bringen

Der Bundesverband solare Mobilität (BSM) fordert ein Multimodalitäts-Paket für Fahrschulen

© oekonews- Stromtankstelle bei Fahrschule Skarabela
© oekonews- Stromtankstelle bei Fahrschule Skarabela

Der BSM schlägt der Bundesregierung vor, zur effektiveren Förderung der Elektromobilität Deutschlands Fahrschulen als Plattform zu nutzen. Wenigstens 1.200 dieser mittelständischen Unternehmen sollten ein ‘Multi-Modalität-Ausbildungs-Paket’ erhalten.

Anlässlich der Übergabe des 4. NPE-Fortschrittsberichts an die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der BSM die Forderung erhoben, wenigstens zehn Prozent der mehr als 12.000 Fahrschulen mit einer außergewöhnlichen Förderung zu bedenken: ‘Es wäre sinnvoll, die Fahrschullehrer und -lehrerinnen einerseits zu 'Mobilitätspädagogen' fort- bzw. auszubilden. In den Städten kommt es angesichts von Klimawandel, Schadstoffen in der Luft und Überanspruchung von Straßen- und Parkraum immer mehr darauf an, sich multi-modal unter Einbindung von Bus, Bahn, Fahrrad und Car-Sharing fortzubewegen. Und möglichst noch elektromobiler’, sagt BSM-Vorsitzender Thomic Ruschmeyer in Berlin auf der Vorstellung des Projekts ‘Mobilitätsschule’, das im ‘Internationalen Schaufenster Elektromobilität Berlin-Brandenburg’ vom Bundesverkehrsministerium gefördert wird.

Was gehört in das Paket

Der BSM fordert die Bundesregierung auf zu prüfen, ob nicht Fahrschulen nach einem entsprechenden Bewerbungsverfahren mit einem Kompakt-Paket ausgestattet werden sollten. In einem solchen Paket erhält jede bewilligte Fahrschule
* ein Handbuch 'Theorie und Praxis Elektro- und Multi-Modalität',
* ein Smartphone mit Navigation und Informations-, Buchungs- und Bezahl-App für alle Verkehrsarten,
* ein Pedelec,
* Bahn- und Nahverkehrstickets und
* ein batterieelektrisches Fahrzeug für die Ausbildung in Theorie und Praxis.

Der BSM schätzt, dass hierfür rund 35.000,00 € pro Fahrschule anfallen werden. Diese Investition ist für die mittelständisch strukturierten Fahrschulen nicht zu leisten. Auch helfen Sonderabschreibungen den gering verdienenden Fahrschulen leider nicht.

Gerade das ein Jahr vor Beendigung in 2015 stehende Projekt ‘Mobilitätsschule’ (offiziell ‘G3-EFFF Fahrschule Elektromobilität’ (siehe www.mobilitaetsschule.de) mit seinen Zwischenergebnissen gibt dem BSM Anlass zu dieser Forderung. ‘Konkrete 'Multi-Modalitäts-Pakete' für Fahrschulen können die Elektromobilität effektiv unterstützen und verbreiten’, so der stellv. BSM-Vorsitzende Andreas-Michael Reinhardt, der das Projekt ‘Mobilitätsschule’ leitet.

Gut angelegte Investition in die Zukunft

2012 gab es laut Kraftfahrt Bundesamt knapp 1,3 Millionen Fahrerlaubnisbewerber/innen. Selbst wenn nur jede zehnte Fahrschule in Deutschland sich zu einer Mobilitätsschule fortentwickeln möchte und sich für eine Bundesförderung Elektromobilität bewürbe, wäre das nach Ansicht des BSM ein wichtiger Impuls im Sinne der Bundesregierung und der in der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) engagierten Unternehmen und Organisationen. Ein Finanzvolumen von etwa 42 Mio. € ist zwar ein bedeutender Steuerbeitrag. ‘Die Ausbildung unserer Fahranfänger/innen zu einer nachhaltigeren Nutzung der Mobilitätsangebote auf Grundlage auch von Elektrofahrzeugen, öffentlichem Nah- und Fernverkehr und CarSharing ist eine gesamtgesellschaftlich lohnende Investition zur Rettung des Klimas!’, gibt der BSM-Vorstand in Berlin zu Bedenken.

In Österreich gibt es übrigens bereits einzige Fahrschulen, die genau in diese Richtung gehen, z.B. die Fahrschule Skarabela in Groß-Enzersdorf.

Quelle: BSM


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