© CARE Österreich- Folgen des Taifuns auf den Philippinen
© CARE Österreich- Folgen des Taifuns auf den Philippinen

EU-Klima- und Energiepolitik "ein Schlag ins Gesicht"

Die Kritik am Weißbuch der EU-Kommission zur Klima- und Energiepolitik 2030 reißt nicht ab

Die Emission der in der EU produzierten Treibhausgase wird mit einer geplanten Reduktion von 40% nicht ausreichend verringert.

• Ziele zum Einsatz erneuerbarer Energien gelten nur auf EU-Ebene, nicht für Mitgliedstaaten. Konkrete Ziele für die Verringerung des Energieverbrauchs fehlen überhaupt.

• Eine Folge: Die ärmsten Teile der Weltbevölkerung zahlen weiterhin den Preis für den Klimawandel, den sie nicht verursacht haben.

Der Taifun Haiyan auf den Philippinnen ist das jüngste Beispiel für extreme Wetterphänomene, die Entwicklungsländer besonders hart treffen. Denn die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen finanzielle, politische und soziale Ungerechtigkeit. CARE fordert daher: Die EU muss ihre Emissionen rascher senken, als es das Weißbuch zu Klima und Energie 2030 derzeit vorsieht, um die Folgen der Klimaerwärmung zu verringern.

‘Mit einem Anstieg der globalen Erwärmung sieht es für die Zukunft der ärmsten Bevölkerungsschichten düster aus’, sagt Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. ‘Fortschritte in der Armutsbekämpfung werden wieder zunichte gemacht. Wenn die EU als eine der größten Treibhausproduzentinnen beim Klimaschutz ihre Verantwortung nicht wahrnimmt, steht das Leben von zig Millionen Menschen auf dem Spiel. Kurz gesagt: Die ärmsten Menschen werden noch ärmer.’

Hintergrund: Das Weißbuch plant den Ausbau erneuerbarer Energien in der EU bis zu einem Anteil von 27% - allerdings nur auf EU-Ebene. CARE fordert darüber hinaus auch verbindliche Zielvorgaben für die Mitgliedstaaten. Außerdem sieht das Weißbuch Emissionskürzungen in Höhe von lediglich 40% bis 2030 vor. Mindestens 55% im Vergleich zu den 1990er Jahren und eine raschere Reduktion in den Jahren bis 2020 wären nötig, um mit der drohenden Klimakrise fertig zu werden, so Wagner-Hager.

‘Die Kommission ignoriert den Ernst der Lage’, kritisiert auch Sven Harmeling, Klima-Experte bei CARE International. ‘Forscher sind angesichts des Ausmaßes und der Geschwindigkeit des Klimawandels und der globalen Erwärmung besorgt. Das Weißbuch der Kommission ist unter diesen Voraussetzungen ein Schlag ins Gesicht. Wir rufen die europäischen Regierungen und Parlamentarier dazu auf, die Klimaschutzmaßnahmen zügig zu verbessern. Die Zeit läuft uns davon.’


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