© Umweltzeichen /Ökologisches Hausbauen macht Sinn
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Nachhaltigkeit am Bau: So wird das Haus umweltfreundlich

Tipps für ökologisches Hausbauen vom Österreichischen Umweltzeichen

Bei vielen angehenden Häuslbauerinnen und Häuslbauern ist in der Corona-Zeit die Sehnsucht nach dem Eigenheim noch größer geworden. Auch das Bewusstsein für nachhaltiges Bauen wächst. Das Österreichische Umweltzeichen zeigt auf, worauf es dabei ankommt. Denn was oft nicht bedacht wird: Auf lange Sicht ist ökologisches Bauen nicht teurer als eine konventionelle Bauweise. Zusätzlich schützt es das Klima und ist der Grundstein für gesundes Wohnen.
Materialien sorgfältig auswählen

Die Frage der Kosten ist bei privaten Bauvorhaben zentral, weil der Traum vom Haus für gewöhnlich mit einem Wohnkredit finanziert werden muss. Wer annimmt, dass eine ökologische Bauweise teurer ist, sollte genauer hinsehen: Bei der Nutzungsdauer eines Einfamilienhauses von 50 Jahren machen die Errichtungskosten weit weniger als 50 Prozent der Gesamtkosten, bezogen auf die gesamte Lebensdauer des Gebäudes, aus. Wer am Beginn der Bauphase auf ökologische Baustoffe setzt, profitiert von hochwertigeren Materialien und in der Folge von geringeren Instandhaltungskosten sowie einem niedrigeren Energiebedarf. Langfristig betrachtet rechnen sich daher die anfänglich um ein bis drei Prozent höheren Investitionskosten. Eine sorgfältige Auswahl der Materialien zu Beginn des Baus ist dafür entscheidend.

Umweltfreundliche Dämmstoffe richtig einsetzen

Ein wichtiger Teil beim nachhaltigen Bauen ist die Wärmedämmung des Hauses. Die Eigenschaften und die Produktionsweise der Materialien sind ausschlaggebend dafür, inwieweit die verschiedenen Dämmstoffe zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Ob aus fossilen, mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen: Nur bei Produkten mit dem Österreichischen Umweltzeichen gelten strikte Beschränkungen für umwelt- und gesundheitsgefährdende Chemikalien. Außerdem wird bei der Produktion auf halogenierte Treibmittel verzichtet. Umweltfreundliche Alternativen sparen weit mehr CO2 und Treibhausgase ein, als durch deren Produktion verursacht wird. Die Auswahl des Dämmstoffes hängt schließlich vom jeweiligen Einsatzbereich ab. So muss die Dämmung bei Kellerwänden feuchtigkeitsbeständig sein, d. h. ein nachwachsender Rohstoff ist hierfür nicht geeignet, weil dieser verrotten würde. Durch optimales Dämmen werden der Energieverbrauch und somit die Heizkosten reduziert: Die Dämmung sorgt im Winter für behagliche Wärme und schützt im Sommer vor Hitze.

Schadstoffquellen in Innenräumen vermeiden

Für gesundes Wohnen spielt die Innenraumluft eine entscheidende Rolle. Das wird beim Betrachten des Luftverbrauchs deutlich: Man atmet täglich ca. 17.000 Mal ein und aus. Im Schlafzimmer verbringt man immerhin rund 30 Prozent seines Lebens, doch in der Luft können sich viele chemische Stoffe sammeln, die der Gesundheit schaden. Manche Farben, Lacke und Kleber enthalten bedenkliche Chemikalien, die an die Innenraumluft abgegeben werden. Diese können Reizungen von Augen und Schleimhäuten, Hustenreiz oder Kopfschmerzen verursachen. Solche Mittel werden häufig für Wandfarben oder zur Behandlung von Oberflächen, wie beispielsweise bei Möbeln und Fußböden aus Holz, verwendet. Daher sollte auf umweltfreundliche Bodenbeläge und ökologische Farben geachtet werden. Produkte mit dem Österreichischen Umweltzeichen garantieren eine geringe Schadstoffbelastung und sorgen dadurch für ein gesundes Raumklima.

Halogenfreie Kunststoffe verwenden

Viele Bauprodukte bestehen aus Kunststoff, aber in Hinblick auf die Umweltverträglichkeit gibt es Unterschiede. Halogenfreie Produkte benötigen keine Weichmacher, keine halogenierten Flammschutzmittel und keine Schwermetall-Stabilisatoren als Zusätze zum Kunststoff. Im Brandfall entstehen somit keine umwelt- und gesundheitsschädlichen Verbrennungsprodukte wie giftige Dioxine, wodurch die Gefahr einer Rauchgasvergiftung erheblich verringert wird. Umweltfreundlichere Rohre, Dosen für Elektroinstallationen, Schalter, Kabel und Leitungen sind frei von halogenierten organischen Verbindungen und tragen das Umweltzeichen.

Wer im Dschungel der zahlreichen Baustoffe die Orientierung verloren hat, kann sich an Planungs- und Bauunternehmen wenden, die sich auf nachhaltiges Bauen spezialisiert haben. Mit dem Umweltzeichen zertifizierte Bauprodukte sind zudem hier aufgelistet: www.umweltzeichen.at/de/produkte/bau


Artikel Online geschalten von: / Doris Holler /