© Manfred Pendl / Egal ob mit Sonnenenergie Strom (Photovoltaik) oder Wärme (Solarwärme) erzeugt wird, bei guter Planung passen Solaranlagen wundervoll ins Stadtbild.
© Manfred Pendl / Egal ob mit Sonnenenergie Strom (Photovoltaik) oder Wärme (Solarwärme) erzeugt wird, bei guter Planung passen Solaranlagen wundervoll ins Stadtbild.

500.000 Quadratmeter Sonnenenergie

Wien Energie verdoppelt 2019 installierte Photovoltaik-Leistung - Sonnenstrom für 14.000 Haushalte spart jedes Jahr 11.000 Tonnen CO2

Der Photovoltaik-Ausbau 2019 ging in Wien massiv voran: Im vergangenen Jahr hat Österreichs größter Energiedienstleister mehr als 50 neue Photovoltaik-Anlagen errichtet, die große Mehrheit davon auf bisher ungenützten Dachflächen. Die Solarkraft ist insbesondere für die Stadt die am besten geeignete erneuerbare Energieform. Ihr Ausbau ist entscheidend, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen.

"Wir haben den Turbo für den Ausbau der Solarenergie gezündet! Wien Energie hat 2019 so viel Photovoltaik ausgebaut wie in den letzten zehn Jahren zusammen. Über 200 Solarkraftwerke sind heute in Betrieb und können umgerechnet bereits 14.000 Haushalte mit klimafreundlichem Sonnenstrom versorgen", so Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung. Die installierte Leistung wurde von 17 Megawatt Anfang des Jahres auf über 33 Megawatt Ende Dezember 2019 fast verdoppelt. Das entspricht nun einer ausgebauten Fläche von rund 500.000 Quadratmetern oder 70 Fußballfeldern. Insgesamt erzeugt Wien Energie mit diesen Anlagen rund 35 Gigawattstunden Sonnenstrom jährlich und spart dabei 11.000 Tonnen CO2.

Neben der Kooperation mit Wirtschaftsbetrieben wie METRO oder Spar liegt für Wien Energie ein besonderer Fokus auf dem Ausbau der Photovoltaik in der Stadt. Im Herbst 2018 ging die erste Wiener Gemeinschaftsanlage für BewohnerInnen im Mehrparteienhaus in Betrieb. Im ersten Halbjahr 2020 werden sechs weitere solcher Gemeinschaftsanlagen in der Donaustadt, in Simmering und Breitenfurt bei Wien ans Netz gehen. Mehr als 530 Haushalte haben sich damit bereits entschieden, lokalen Sonnenstrom vom eigenen Dach nutzen zu wollen. Dazu kooperiert Wien Energie mit unterschiedlichen Bauträgern wie etwa der Siedlungsunion, ARWAG, WBV-GPA, WBV-GFW oder MIGRA.

"Jede Wienerin, jeder Wiener soll sich aktiv am Klimaschutz beteiligen können. Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Energielösungen ist deutlich gestiegen. Neben dem weiteren Ausbau von Gemeinschaftsanlagen planen wir deshalb 2020 auch wieder Beteiligungsprojekte wie BürgerInnen-Solarkraftwerke", so Strebl.

Photovoltaik-Technologie entwickelt sich weiter

Deutlich zeigte sich 2019 auch, dass sich die Photovoltaik-Technologie an sich weiterentwickelt und immer besser auch an individuelle Rahmenbedingungen angepasst werden kann. Beim Solardach am Haus des Meeres verwendete Wien Energie etwa erstmals bifaziale, also doppelseitige Photovoltaik-Module, die auch die indirekte Sonneneinstrahlung aus der Umgebung zur Stromproduktion nutzen. Auf der U-Bahn-Station Ottakring kommen flexible Folien-Module zum Einsatz und im Spätherbst nahm Wien Energie in Guntramsdorf die erste Agrar-Photovoltaikanlage Österreichs in Betrieb. Durch senkrecht montierte Module können landwirtschaftliche Flächen doppelt und um 60 Prozent effizienter genutzt werden. Das bringt enorme Synergieeffekte für Energie- und Landwirtschaft und wird eine entscheidende Rolle spielen, um die Klimaziele zu erreichen.

600 Megawatt Photovoltaik-Leistung bis 2030

2020 sollen weitere 20 bis 25 Megawatt Photovoltaik-Leistung installiert werden. Bis 2030 will Wien Energie Sonnenstrom mit einer Leistung von 600 Megawatt erzeugen. Damit können dann umgerechnet 250.000 Haushalte oder zwei Städte wie Graz und Linz zusammengenommen versorgt werden.



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