© Gerald Krieseler pixabay.com / Biogasanlage
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Biogas – alternative Energiequelle mit Zukunft

Eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten

Der Klimawandel und die damit verbundenen möglichen oder bereits eingetretenen negativen Auswirkungen haben die Suche nach alternativen, umweltfreundlicheren Energieträgern verstärkt. Dabei ist man unter anderem in den 80er und 90er Jahren auf Biogas gestoßen, das diverse Nutzungsmöglichkeiten bietet. Dazu zählen der Betrieb von Fahrzeugen, die direkte Wärmenutzung, die Einspeisung in ein Gasversorgungsnetz und die Erzeugung von elektrischer Energie.

Die Produktion von Biogas

Das brennbare Biogas wird in Biogasanlagen produziert und entsteht durch Vergärung von Biomasse wie Abfällen und nachwachsenden Rohstoffen. Zu den biogenen Materialien gehören unter anderem Klärschlamm, Bioabfall und Speisereste. Ebenso Dünger wie Gülle und Mist, Pflanzenteile und Energiepflanzen (nachwachsende Rohstoffe). Je nach Ausgangsmaterial ergeben sich dabei unterschiedliche Biogaserträge, ihre Zusammensetzung entscheidet über ihren Methangehalt. Vor der Biogasaufbereitung setzt sich die Gasmischung aus den Hauptkomponenten Methan und Kohlenstoffdioxid zusammen. Je hoher der Methananteil ausfällt, desto energiereicher ist das Gas.

Was spricht für Biogas?

Die Vorteile von Biogas liegen auf der Hand. So trägt es zu einem Energiemix aus erneuerbaren Energien bei und findet im Landwirtschaftsbetrieb zur Eigennutzung Verwendung. Zudem ist es, im Gegensatz zu Sonne und Wind, ständig verfügbar und kann in Spitzenzeiten zum Energieangebot beitragen. Des Weiteren fällt der überwiegende Teil der Rohstoffe, die für seine Erzeugung benötigt werden wie Wirtschaftsdünger und Pflanzenreste, kostenlos in der Landwirtschaft an. Diese stellt daher das bedeutendste Potenzial für die Produktion von Biogas.

Biogas unter dem Aspekt des Klima- und Umweltschutzes

Da Biogasanlagen nicht vollständig dicht sind und auch für Wartungsarbeiten offen bleiben müssen, kann das Treibhausgas Methan entweichen. Dieses besitzt eine wesentlich stärkere aufheizende Wirkung auf die Atmosphäre als Kohlendioxid. Daher ist die Kontrolle der Biogasanlagen auf Dichtigkeit aus Umweltschutzgründen von großer Bedeutung. Seinen maximalen Wirkungs- und Versorgungsgrad sowie die beste Klimabilanz weist Biogas auf, wenn es gleichzeitig zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Dies sieht wesentlich schlechter aus, wenn eine der beiden Nutzungsmöglichkeiten entfällt. Eine Trübung der Klimabilanz von Biogasanlagen tritt durch die Produktion von Energiepflanzen ein, da es dabei zu einem erheblichen Energieeinsatz kommt. Dies kann verbessert werden, indem der benötigte Energiebedarf selbst aus regenerativen Energien gedeckt wird. Beispielsweise durch die Versorgung von Landmaschinen mit Treibstoffen aus Energiepflanzen oder den Betrieb mit Ökostrom. Weitreichende negative ökologische Auswirkungen bringt der großflächige Anbau von Mais zur Biogas-Produktion mit sich, wenn dazu Weideland und Feuchtwiesen in Ackerland umgewandelt und Brachflächen wieder genutzt werden. Dadurch verlieren viele Tiere Nahrungs- und Brutgebiete. Außerdem kann es zu Verwehungen von großen Mengen Staub von trockenen Äckern kommen: Das mindert stark die Bodenfruchtbarkeit. Zudem besteht langfristig die Gefahr der Wüstenbildung.

Ein Blick in die Zukunft

„Biogas hat Zukunft“: Dies unterstreicht die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Blick auf die Energiewende, zu der es als wichtigster erneuerbarer und zudem speicherbarer Energiequelle einen wesentlichen Beitrag leisten könne. Biogas stehe zur Verfügung, wenn Wind- und Sonnenenergie ausfielen. Dazu müssten Biogasanlagen aber durch die vorrangige Nutzung von Rest- und Abfallstoffen nachhaltiger und flexibler werden. Die DBU unterstützt die weitere Entwicklung des alternativen Energieträgers, indem sie zwei Projekte fachlich und finanziell mit 656000 Euro fördert. Das Projekt der Hochschule Osnabrück, das in Kooperation mit sechs weiteren Partnern durchgeführt wird, setzt sich mit der Fragestellung auseinander, wie Rest- und Abfallstoffe in Biogasanlagen ökonomisch und ökologisch sinnvoll verwendet werden können. Der Entwicklung eines Sensors, der das Austreten von klimaschädlichem Methangas aus Lecks in der Biogasanlage erkennt, hat sich die Firma Awite Bioenergie verschrieben. Zudem will sie herausfinden, wie man dies durch entsprechende Maßnahmen verhindern kann. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, denn in der Biogasbranche werden aktuell viele neue Innovationen entwickelt, die dazu beitragen sollen, dass Biogas Zukunft hat.


Artikel Online geschalten von: / holler /