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Umweltbedingtes Gesundheitsproblem Nummer 2 in Europa – viel Lärm um nichts? Im Gegenteil!

Am 24. April ist Internationaler Tag gegen Lärm: Umweltdachverband warnt vor massiven Folgeschäden durch zunehmende Lärmbelastung

• Aktionstag am Institut für Schallforschung in Wien
• Projekt „Lernen ohne Lärm“ zeigt, wie Lärm in Bildungseinrichtungen verringert werden kann: www.lernenohnelaerm.at

„Übermäßiger Lärm betäubt das Gehör“, wusste schon der chinesische Philosoph Laotse. Das gilt zweieinhalbtausend Jahre später mehr denn je. Etwa 100 Millionen Menschen sind in Europa durch Lärm negativ beeinträchtigt. „Lärm wird zu einer immer größeren Belastung, ob Verkehrslärm, Freizeitlärm oder am Arbeitsplatz. Kinder und Jugendliche sind besonders betroffen – auch in den Bildungseinrichtungen. Eine hohe Geräuschkulisse erschwert die Konzentration, erzeugt Stress, Gesundheitsprobleme für die Ohren und wirkt zudem schädlich auf das Herz-Kreislauf- und das Hormonsystem. Aus heutiger Perspektive wird deshalb rund jeder dritte Jugendliche im Alter von 50 Jahren ein Hörgerät brauchen. Lärm ist deshalb – gleich nach der Luftverschmutzung – das zweitschädlichste Umweltproblem für die Gesundheit“, sagt Anna Streissler, Bildungsexpertin und Leiterin des Projekts „Lernen ohne Lärm“ im Umweltdachverband.

Kleine Ohren, große Belastung: Wie man den Gehörsinn von Kindern und Jugendlichen schonen kann

Wir alle verursachen Lärm – und leiden immer stärker darunter. Trotzdem wissen wir oft nicht, wie wir Lärm verringern können. Hier setzt das Präventionsprojekt „Lernen ohne Lärm“ an. Kinder, Jugendliche und PädagogInnen begeben sich gemeinsam mit ExpertInnen des Umweltdachverbandes, der AUVA, dem Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark und der Beratungsfirma „Wohlklang“ für Bau- und Raumakustik auf die Spur von Lärm. „Wir haben 16 Bildungseinrichtungen in fünf Bundesländern besucht. Dabei hat sich gezeigt: Erst wenn Lehrende und Lernende über Ursachen und Folgen von Lärm Bescheid wissen, können sie Verbesserungsmaßnahmen treffen. Auf der Website www.lernenohnelaerm.at präsentieren wir unterschiedliche Ideen für Bildungseinrichtungen, vom Kindergarten bis zur Berufsbildenden Höheren Schule. Die Palette reicht von Ruhe- und Konzentrationsübungen, neuen Kommunikationsregeln in der Klasse, der Reduzierung von lärmendem Mobiliar über das Abschalten der Schulglocke bis hin zum Einsatz von Ohrenschützern. Ziel ist nicht, dass alle immer und überall ruhig sind, sondern dass es einen bewussten Wechsel zwischen ruhigeren und lauteren Zeiten und Orten gibt“, betont Streissler.



Gelegenheit, sich ohr- und hautnah mit Lärm auseinanderzusetzen, bietet das Institut für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien am Internationalen Tag gegen Lärm. BesucherInnen können am 24. April an 30 unterschiedlichen Mitmach-Stationen das Thema Lärm selbst erforschen, erfahren und erleben. Auch der Umweltdachverband ist mit dabei. „An unserem Stand zeigen wir an praktischen Beispielen, wie jede/r von Lärm selbst betroffen ist und wie man sich im Alltag vor Lärm schützen kann“, so Streissler.
Abschlusssymposion Ende November: Highlights aus dem Projekt laden zum Nachmachen ein

Ende November 2019 erfährt das Projekt „Lernen ohne Lärm“ seinen Höhepunkt im Zuge der Abschlussveranstaltung am Brigittenauer Gymnasium in Wien. Vor der Eröffnung findet eine Pressekonferenz statt. Das genaue Datum wird im Mai auf der Homepage www.lernenohnelaerm.at bekannt gegeben. Gefördert wird das Projekt aus den Mitteln GEMEINSAME GESUNDHEITSZIELE aus dem Rahmen-Pharmavertrag, eine Kooperation von österreichischer Pharmawirtschaft und Sozialversicherung.


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