© Peter Lechner/HBF / Ehrung für Christoph Otto
© Peter Lechner/HBF / Ehrung für Christoph Otto

GLOBAL 2000-Projektleiter erhält ukrainische Auszeichnung für humanitäres Engagement

Dr. Christoph Otto hilft seit über zwanzig Jahren ukrainischen Kindern, die bis heute an den Folgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl leiden.

Für sein langjähriges Engagement für die ukrainischen Tschernobyl-Kinder wurde der GLOBAL 2000-Mitarbeiter und gebürtige Baden-Württemberger Dr. Christoph Otto (66) gestern in Anwesenheit der beiden Präsidenten Petro Poroschenko und Dr. Alexander Van der Bellen im Präsidentenpalast in Kiew als erster Österreicher mit dem Iwan Mazepa-Kreuz geehrt. "Die Atomkatastrophe von Tschernobyl liegt über dreißig Jahre zurück, der Schreck von damals sitzt uns allen noch in den Gliedern und das enorme menschliche Leid, welches ‚deerr größte anzunehmende Atomunfall‘ zur Folge hatte, ist noch heute in der Ukraine allgegenwärtig. Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 packt hier an und hilft tatkräftig den Kindern von Tschernobyl", betont der österreichische Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen im Rahmen eines Festaktes im Kiewer Präsidentenpalast.

Der ukrainische Botschafter in Wien, Dr. Olexander Scherba, ergänzt: "In meinen 23 Jahren im diplomatischen Dienst habe ich kein anderes Projekt gesehen, das in Bezug auf Ausmaß, Nachhaltigkeit und humanitärer Wirkung mit dem GLOBAL 2000-Hilfsprojekt für die Kinder von Tschernobyl vergleichbar wäre. Ich habe persönlich erleben dürfen, wie viel Herzblut von Dr. Christoph Otto in diesem Projekt steckt. Für die vielen geretteten Kinderleben möchte sich die Ukraine mit dieser hohen Auszeichnung aufs Herzlichste bedanken!"

Die Katastrophe von Tschernobyl wirft auch heute noch - über dreißig Jahre nach dem SuperGAU - ihren langen Schatten auf die Ukraine. Ökologische, politische, soziale und vor allem gesundheitliche Probleme prägen den Alltag des Landes. Leukämie, Lymphdrüsenkrebs, Immunschwächen und andere lebensbedrohende Krankheiten treffen immer noch viele Erwachsene und Kinder. Dem maroden Gesundheitssystem fehlen die finanziellen Mittel, um die Kinder ausreichend zu versorgen.

1995 hat die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 das Projekt als Teil seiner Anti-Atomkampagne gestartet. "Wir wollen vor allem die Strukturen nachhaltig verbessern und damit Hilfe zur Selbsthilfe leisten", erzählt Dr. Christoph Otto. "Im Rahmen unseres Projekts unterstützen wir Kinderheime, Schulen, Kindergärten und Kinderkrankenhäuser mit Medikamenten und medizinischen Geräten, Hilfsgütern und Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen. Für Kinder, die an schweren und komplizierten Krankheiten leiden und die in der Ukraine nicht behandelt werden können, ermöglichen wir hierzulande lebensrettende Operationen und Therapien."

Jedes Jahr organisiert GLOBAL 2000 zudem Erholungsaufenthalte in Österreich für rund 150 kranke und benachteiligte Kinder und ihre BetreuerInnen. Im Laufe der vergangenen 23 Jahre hat GLOBAL 2000 auf diese Weise Direkthilfe von rund vier Millionen Euro geleistet und mehr als 2.600 Kinder zur Erholung nach Österreich geholt.

Julia Drumel, die die Nachfolge von Dr. Christoph Otto als Leiterin des Projektes Tschernobyl-Kinder demnächst antreten wird, ergänzt: "Durch den Krieg im Osten der Ukraine ist die finanzielle Lage der Kindereinrichtungen noch prekärer als zuvor. Die lebensnotwendigen Medikamente für krebskranke Kinder, die vorher vom Staat finanziert wurden, müssen nun von den Familien selbst bezahlt werden - und das bei einem Durchschnittsverdienst von rund 100 Euro pro Monat. Die Versorgung mit Kleidung, Hygienematerial und Nahrung in den Heimen ist äußerst dürftig und zahlreiche Waisenkinder aus von uns betreuten Einrichtungen mussten aus dem Kriegsgebiet evakuiert werden! Die Kinder aus dem Osten der Ukraine benötigen unsere Hilfe dringender denn je!"

GLOBAL 2000 dankt allen SpenderInnen und insbesondere auch den Austrian Airlines sowie der Allianz Versicherung Österreich für ihre Unterstützung!

www.global2000.at/themen/projekt-tschernobyl-kinder



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