© oekonews - Wolfgang Pucher / Diskussion im Hotel Zeitgeist Vienna
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Blackout: Eine vollends unterschätzte Gefahr

Der ÖJC lud im Rahmen von "Medien im Zeitgeist" zwei Experten ein und zeigte damit die Gefahren eines längeren Stromausfalls, eines Blackouts, auf

© oekonews - Wolfgang Pucher / Blackout- Ein Thema das vollends unterschätzt wird
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© oekonews - Wolfgang Pucher / Wir sollten uns der Gefahr bewusst sein
© oekonews - Wolfgang Pucher / Wir sollten uns der Gefahr bewusst sein

„Die unterschätzte Gefahr – Der europaweite Stromausfall – Wie die Medien damit umgehen (können)“ war der Titel einer spannenden Veranstaltung im Hotel Zeitgeist Vienna in Wien. Damit widmete sich die Reihe „Medien im Zeitgeist“ des Österreichischen Journalismusclub (ÖJC) dem Blackout, einem Thema, das in der Öffentlichkeit ansonst ziemlich tot geschwiegen wird. Die Stromversorgung in Europa ist kurz vor dem Kollaps, gerade in Wintertagen wie derzeit ist es großes Glück und manchmal ist großer technischer Aufwand im Hintergrund notwendig, dass wir immer mit Strom versorgt sind. Ein „Blackout“, ist ein plötzlicher, überregionaler und länger dauernder Stromausfall, der auch größere Bereiche Europas betreffen könnte. Wir sind in vielen Bereichen abhängig von Strom: Internet, Banken, Supermarktkassen, Spitäler, alle hängen am Strom. Langfristige und dezentrale Backuplösungen gibt es so gut wie keine. Geredet wird über dieses Thema nicht, weder in der Öffentlichkeit, noch in der Politik.

Gäste bei ÖJC-Präsident Prof. Fred Turnheim waren Herbert Saurugg, Msc, der ein absoluter Experte für die Vorbereitung auf den Ausfall lebenswichtiger Infrastrukturen ist, sowie Wolfgang Kastel, Geschäftsführer von “Die Helfer Wiens” , dem ehemaligen “Wiener Zivilschutzverband”. „Wir haben nicht erst in Zukunft, sondern schon jetzt ein Problem“, so Saurugg zu Beginn. „Prävention ist unser Thema,“ meinte Kastel.

Herbert Saurugg ist überzeugt, dass die Wahrscheinlichkeit eines europaweiten Blackouts innerhalb der nächsten fünf Jahren steigend ist. Ein Netzausfall wäre sowohl durch eine Überlastung der Netze als auch durch einen Cyberangriff möglich. Es ist ein absolutes Horrorszenario, was dann passieren könnte: Bereits nach kürzester Zeit, funktionieren Telefone nicht mehr. Schlimm ist ein Stromausfall durch ein Blackout, wenn man in einem Lift feststeckt, weil der Strom länger ausfällt, dann kann man nicht einmal mehr die Einsatzkräfte anrufen oder ein sonstiges Service erreichen. Es ist dramatisch, wie sehr wir von Strom abhängig sind: Internet ohne Strom? Auch nicht... Das Funknetz der Einsatzkräfte hält etwa 24 Stunden an, das Radio nur dann, wenn es an Batterien hängt oder es ankurbeln kann. In manchen Spitälern reicht der Strom für 48 Stunden, Benzin tanken? Geht auch nicht ohne Strom. Besser wäre es nur bei der Wasserversorgung in Wien, da diese zu rund 95 % ohne elektrische Pumpen läuft. Das Dilemma ist in Ländern mit Atomkraftwerken besonders schlimm, da diese ohne Strom nicht mehr gekühlt werden können! Einfach eine Megakatastrophe, denn ohne Treibstoffe, egal ob Diesel, Benzin oder Strom, sind auch die Zulieferungen zu Supermärkten nicht mehr möglich. Herbert Saurugg meint, dass eine Überlastung des Netzes leichter zu überwinden wäre als ein Cyber-Angriff, trotzdem hält er ein mindestens drei Wochen dauerndes Blackout für möglich. Bereits nach etwa einer Woche hätten rund zwei Drittel aller Menschen keine Nahrung mehr im Haus.

Was tun? Wolfgang Kastel von den "Helfern Wiens" ist überzeugt, dass eine Bevorratung in Haushalten sinnvoll ist. Bereits bei kleineren Katastrophen, wie beispielsweise schlechterer Witterung, kann diese wichtig sein. Was kaufen? Alles was länger haltbar ist, Dosen beispielsweise.

Das Wissen über dieses Thema ist erschreckend gering, davon waren die Experten überzeugt. Eine andere Herangehesweise habe beispielsweise die Schweiz, die in einer Sondersendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorbildlich über dieses Thema informierte, wie Saurugg feststellte.

Es war ein spannender Abend über ein Geheimnis Österreichs, dass dringend mehr an die Öffentlichkeit gelangen sollte. Es gibt dezentrale Lösungen für den Stromausfall, mit Photovoltaik und Batteriespeicher, die man auf alle Fälle gerade für Notfälle in Zukunft rasch ausbauen sollte.

Autor: Wolfgang J.Pucher


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