© Gerd Altmann  pixabay.com
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WissenschafterInnen warnen: Don´t nuke the Climate

GLOBAL 2000 bei Klimakonferenz COP 23 in Bonn: Angriffe der Atom-Lobby auf Klimafonds stoppen.

Aus Anlass der Klimakonferenz COP 23 in Bonn wenden sich 69 internationale UniversitätsprofessorInnen und WissenschafterInnen an den Premierminister des Vorsitzlandes Fiji, Frank Bainimarama, sowie an UNO-Klimasekretärin Patricia Espinosa. In einem von GLOBAL 2000 aus Österreich initiierten Offenen Brief warnen die WissenschafterInnen davor, Subventionen für Atomkraft zu gewähren, wie dies seit Monaten von der Atomlobby unter dem Deckmantel der angeblichen "Klimafreundlichkeit" gefordert wird.

"Atomkraft ist keine geeignete Lösung für den Klimawandel: Sie ist zu schmutzig, zu gefährlich und auch im Bau zu langsam, um eine nennenswerten Beitrag zur Lösung der Klimakrise liefern zu können. Außer den bekannten Risiken ist die CO2-Bilanz von Energie aus Atomkraft vergleichsweise noch nicht einmal niedrig, wenn man die gesamte Brennstoffkette berücksichtigt", heißt es in dem offenen Brief, der unter anderem von der österreichischen Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb und von zahlreichen PhysikerInnen und ÄrztInnen unterzeichnet wurde.

Eine Vorfeld-Organisation der Atomindustrie - "Nuclear for Climate" - lobbyiert seit längerem dafür, an Klimafinanzierungsmechanismen wie den Green Climate Fund und andere Subventionen heranzukommen, so heißt es wörtlich in einem Lobby-Papier: "We therefore call on negotiators … to ensure that the right of countries to choose nuclear energy in order to reduce greenhouse gas emissions¦ is not prejudiced against in any way by the new UNFCCC protocols, specifically with regards to access to climate funding mechanisms such as Green Climate Funds." (Nuclear for Climate, Nuclear is Part of the Solution for Fighting Climate Change )

Auch eine Reihe von atomindustrienahen "Umweltschützern" und Wissenschaftern, allen voran der US-amerikanische Klimatologe James Hansen, wandten sich im Juli mit einem Schreiben an den französischen Präsident Macron, in dem sie den Ausbau von Atomkraft als Beitrag zur Lösung des Klimaproblems propagieren.

"Diese Vorstöße der Atomlobby und einiger ihr nahestehender atomgläubiger Wissenschafter müssen aufs schärfste zurückgewiesen werden, wie dies schon in Paris 2015 der Fall war", betont Dr. Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. "Wir werden wie vor zwei Jahren mit einer internationalen Koalition von Anti-Atom-Initiativen vor Ort sein und die unfassbaren Vorstöße der Atomindustrie bekämpfen, die versucht, Klimaschutzmittel zu plündern, die für die ärmsten und am meisten vom Klimawandel betroffenen Staaten dringend benötigt werden. Ohne Subventionen ist die nicht wettbewerbsfähige Atomkraft am Ende - deshalb kämpft sie um jeden Dollar Steuergeld."

Bundesregierung gefragt: Klares Veto gegen Atom-Subventionen, Klimafinanzierung erhöhen

Wie schon 2015 in Paris fordert GLOBAL 2000 die österreichische Bundesregierung auf, sich energisch gegen die Angriffe der Atomindustrie auf den Green Climate Fund zu stellen und durch den österreichischen Sitz im Vorstand des Fonds ein Veto einzulegen, sollten Projekte wie das jetzt anlaufende russische AKW-Projekt in Bangladesch um Subventionen ansuchen. "Außerdem ist eine Anhebung des österreichischen Finanzierungsbeitrags für diesen wichtigen internationalen Fonds von derzeit nur 35 Millionen Dollar für drei Jahre auf einen adäquaten Beitrag von 100 Millionen Dollar für diese Periode notwendig, auch um den Sitz im wichtigen Kontrollgremium nicht zu verlieren."

Den Brief der WissenschafterInnen finden Sie hier

Weitere Informationen unter www.dont-nuke-the-climate.org


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