© verticale farm institute, Wien
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Vertikale Farm – Produktion in der Stadt, Verkehr vermeiden

Mag. Dr. Daniel Podmirseg vom vertical farm institute aus Wien referierte zum Thema bei der Vortrags- und Diskussionsreihe der Gruppe „bewusst.nachhaltig“, Agenda 21 Plus Wien Alsergrund

Lebensmittelproduktion in Gewächshäusern

Lebensmittelproduktion in Gewächshäusern hat eine lange Tradition. Neue Technologien ermöglichen eine Weiterentwicklung dieses Gebäudetypus. Die Entwicklung
alternativer Anbaumethoden führt, ähnlich der Erfindung des Fahrstuhls beim Hochhaus, zu einer neuen Gebäudetypologie – der vertikalen Farm. Effiziente Gebäudetechnik in Kombination mit intelligenten Gebäudeformen nutzt Sonnenlicht und -energie optimal aus. Die vertikale Farm strebt eine Kreislaufwirtschaft von Energie- und Materialströmen an.

Vorteile von vertikalen Farmen

Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft reduziert die vertikale Farm den Gesamtenergiebedarf des Lebensmittelsektors, die Anbaufläche um das Fünfzigfache oder mehr,
den Wasserverbrauch um bis zu 95%, den Einsatz von Pestiziden um bis zu 99%, den Einsatz von Dünger um bis zu 90%, die Abhängigkeiten von Lebensmittelimporten und deren soziale, ökologische und ökonomische Kosten den CO2-Fußabdruck ökonomische, soziale und gesundheitliche Kosten des Lebensmittelverkehrs, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, …

Vertikale Farmen in dichte bebauten Gebieten

Die Zersiedelung und Versiegelung von fruchtbaren Böden setzen nicht nur die Landwirtschaft unter Druck, sondern auch immer mehr Städte und Länder. Die wachsende Abhängigkeit von Lebensmittelimporten verringert die lokalpolitische Gestaltungsmöglichkeit und ihren Einfluss auf die Anbaumethode. Der Trend geht seit Langem eindeutig in ein erhöhtes Bewusstsein der Konsumenten, wenn es um Lebensmittel geht. Lokale, biologische und nachhaltige Produktion sind gewünscht.

Energieverbrauch und Lebensmittel

Ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs geht auf das Konto des Lebensmittelsektors. Die vertikale Farm reduziert nicht nur den Energieverbrauch in der Produktion, sie kann auch weitestgehend unabhängig von fossilen Brennstoffen betrieben werden. Unterstützende Energiezulieferung wird von erneuerbaren Energien abgedeckt werden. Für jede Kalorie, die wir zu uns nehmen, benötigen wir derzeit zehn Kalorien fossile Energie, um sie zu produzieren. Das wollen wir verändern. Die landwirtschaftliche Anbaufläche, welche von der Bevölkerung Wiens beansprucht wird, entspricht der Fläche des Burgenlands. Der ökologische Fußabdruck für die Lebensmittelproduktion der Hauptstadt ist noch um ein Vielfaches höher.


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