Bild: © oekonews / In vielen Facetten wurde über Elektroautos diskutiert

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Bild: © oekonews  / Unterschiedlichste Fachvorträge beleuchteten das Thema E-Mobilität

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Bild: © oekonews / Es gab einige Fahrten mit einem Model S zu gewinnen

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Bild: © oekonews / Die glücklichen Gewinner und die Gewinnerin der Model-S Tage von greenride

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Elektromobilität fährt ab

2.2.2016
Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass E-Mobilität nun bereits in zahlreichen Varianten im Einsatz ist und sich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch rechnet – Ein Rückblick auf die 6. EL-MOTION

Bereits zum 6.Mal fand in Wien der arrivierte österreichische Fachkongress zum Thema "E-Mobilität für KMU und kommunale Betriebe", die EL-Motion statt. Rund 250 interessierte Experten, Vertreter aus KMU,, von Gemeinden, Anwender u.a. lauschten den teilweise sehr spannenden Vorträgen zum Thema E-Mobilität, Energieeffizienz, Speicherung von Sonnenstrom und Nutzung für E-Fahrzeuge und mehr.

Die EL-MOTION zeigte, mit einer deutlichen Festlegung der Vorträge in Richtung konkrete Anwendung, einen Letztstand über aktuelle Technologien und Geschäftsmodelle aus dem Bereich der Elektromobilität. Zahlreiche Fallbeispiele aus der alltäglichen Praxis brachten auf den Punkt, wie E-Mobilität bereits bisher klug umgesetzt werden kann.



Mit einer amüsanten und "elektrisierenden" Keynote begrüßte Werner Gruber von den Science Busters die Teilnehmer. Er spannte einen Bogen von verschiedenen Antriebstechnologien - vom Schwungrad bis zum Ionenantrieb - über russisches Krapfen-Roulette bis zur Frage, ob ein Roboter, der allein in Wien unterwegs ist, dann eine Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel braucht. Dass man mit Erdöl viel Sinnvolleres machen kann, als es in einem Fahrzeug zu verbrennen, liege auf der Hand. In 10 Jahren werde der Mensch nicht mehr Herr über das Fahrzeug sein, denn für das Selbstfahren sei die E-Mobilität prädestiniert, so sein Ausblick in die Zukunft.

Eine Mobilitätswende ist notwendig

Günter Liebel, Sektionschef im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, betonte mit Bezug auf das Pariser Klimaschutzabkommen, dass für eine Energiewende auch eine Mobilitätswende nötig ist. Forcierung von E-Mobilität ist ein wesentlicher Beitrag, um die Ressourcen- und Umweltprobleme des Verkehrs zu lösen und die Abhängigkeit von fossiler Energie zu reduzieren, aber auch, um die Effizienz im Verkehr zu steigern. Das klimaaktiv mobil Programm und der Klima- und Energiefonds tragen umfassend zur Förderung der E-Mobilität in Österreich bei. Durch das kommende Bundesgesetz für die Infrastruktur alternativer Kraftstoffe, das vom BMVIT mit BMLFUW und BMWFW ausgearbeitet wird, soll ein deutlicher Impuls für den Ausbau der Ladeinfrastruktur ausgehen. Von den Autoherstellern ist ein wesentlich stärkeres Engagement, um eine große Palette preislich attraktiver Elektroautos auf den Markt zu bringen und Innovationen voranzutreiben.

Michael Losch, Sektionschef im Wirtschaftsministerium, unterstrich die Bedeutung der heimischen Fahrzeugindustrie als Schlüsselindustrie, zumal in diesem forschungsintensiven Bereich eine Exportquote von 90 % zu finden ist. Neue Entwicklungen dürfen nicht verschlafen werden. Beim Thema E-Mobilität ist auch der Blick auf das Energiesystem ein Gebot der Stunde. Der österreichische Strommix löst dabei im europäischen Vergleich wenig CO2-Emissionen aus.

Klima- und Energiefonds Geschäftsführer Ingmar Höbarth betonte, wie erfolgreich der Ansatz sei, unterschiedliche Mobilitätskonzepte im Alltag zu testen und damit Kundenverhalten und -bedürfnisse zu erheben. Dabei konnten in den Modellregionen E-Mobilität zahlreiche Erfahrungen gemacht und umfangreiches technisches, organisatorisches und wirtschaftliches Know-How aufgebaut werden.

Guido Dernbauer, Fachbereichsleiter Umwelt-Energie-Abfallwirtschaft im Österreichischen Städtebund, führte aus, dass Städte und Gemeinden durch den Einsatz von Elektromobilität im Bereich ihrer kommunalen Flotten jedenfalls eine Vorreiterfunktion übernehmen und dies auch tun. So zeigte sich im Rahmen der alle vier bis fünf Jahre durchgeführten Klimaschutzbefragungen des Städtebundes, dass sich in den letzten fünf Jahren (Vergleich 2008 zu 2013) die Anzahl der von Städten eingesetzten E-Fahrzeuge verdreifacht hat. Weiters gibt es viele Initiativen, wie der Einsatz von Hybridbussen in Klagenfurt oder St. Pölten, E-Car-Sharing in Salzburg oder Wiener Neustadt. Klagenfurt hatte beispielsweise im Projekt CEMOBIL insgesamt 66 Elektrofahrzeuge angeschafft. Durch solche Maßnahmen sei außerdem eine 100%-ige Vorbildwirkung für die Bevölkerung gegeben.

Probiert es , dann spürt ihr es!

Mit mitreißender Motivation brachte es Ing. Peter Koch, der seine gesamte Firmenflotte in seinem Spenglerbetrieb auf E-Mobilität umgestellt hat, auf den Punkt: "Probiert es, dann spürt ihr es!" In ähnlicher Weise äußerten sich mehrere Firmenvertreter, die E-Fahrzeuge im Einsatz haben. "Man muss die Menschen begeistern. Die Vorteile liegen auf der Hand. Emotion ist ein wesentlicher Faktor." so Andreas Dangl, von der ELLA AG, die als einziger privater Anbieter Schnellladeinfrastruktur in Österreich anbietet und weiter ausbauen will.

"E-Mobilität ist KEIN THema der Technik, Ich habe mir nicht überlegt, wie weit ich fahre! Es ist nur ein Schritt, zu lernen, einfach bewußter zu fahren! Es sind Emotionen über Emotionen, die damit verbunden sind." so eine Meldung aus dem Publikum.

Christian Eugster, Projektleiter im E-Mobilitätsprojekt VLOTTE brachte auf den Punkt, warum mit einem Umstieg auf Elektromobilität in Österreich gleichzeitig eine Substitierung fossiler Energieträger erfolgt. „Eine Veränderung der Haltung und der Meinung der Bevölkerung ist wahrnehmbar, vor 6-7 Jahren wurden E-Mobilisten noch oft belächelt. In der Zwischenzeit ist das Elektro schon bei der Bevölkerung angekommen.“

Im Tourismus ist der Bereich Mobilität sowohl mit An- und Abreise als auch vor Ort, immer mehr ein Thema. Saubere Mobilität und damit E-Mobilität, ist hierzu einer der Bausteine. Ein Grund, warum E-Bikes boomen. Ein positives Beispiel ist aktuell die Gemeinde Schladming: Für den Nightrace erfolgten die Antransporte von seiten der Gemeinde rein elektrisch.

Viele Vorteile und Entwicklungen zeigte Christoph Wolfsegger, Programm und Research Manager beim Klima- und Energiefonds auf. Die im Rahmen der Modellregionen umgesetzten Projekte sind ein wesentlicher Baustein und haben Vorreiterfunktionen. Nur 16% mehr Strom wären für ganz Österreich bei der Umstellung aller Fahrzeuge auf E-Mobilität notwendig.

In Zukunft könnte das E-Auto als Speicher zum Einsatz kommen. "Unser Strommix wird, durch mehr Ökostrom im Netz, immer sauberer! Und gerade Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom aus der Photovoltaikanlage macht Sinn, damit wird definitiv die vor Ort erzeugte Energie erhöht und die Wertschöpfung bleibt im Land.“ so eine wesentliche Aussage am Podium.

Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der WKÖ, war erfreut, dass die bereits 6. EL-MOTION erneut ein Treffpunkt für die E-Mobilitätskonzepte-Community war: "Für Betriebe ist die Wirtschaftlichkeit ein entscheidender Faktor. Doch bei den derzeit niedrigen Treibstoffkosten ist eine reine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung nicht mehr ausreichend und demnach sind Förderungen zur Unterstützung notwendig." Wenig hilfreich sei daher die stetige Kürzung von Förderbudgets. Durch die neuen steuerlichen Rahmenbedingungen werde ein Schub erwartet, der durch das Energieeffizienzgesetz verstärkt werden könne. Denn damit wird der Saulus-Paulus-Effekt belohnt: Je mehr man früher verbraucht habe, desto höher ist nun der Bonus für den Umstieg auf effizientere Mobilität. Im Hinblick auf das Pariser Klimaabkommen müsse nun der Schwung genützt werden und beispielsweise unter Stakeholder-Einbindung eine Agenda für die Energie- und Umwelttechnik ausgearbeitet werden, damit auch mit den begrenzt verfügbaren Mitteln optimale Ergebnisse erzielt werden können.

Weitere Statements:

„E-Mobilität ist KEIN Thema der Technik, obwohl es derzeit in Richtung bewußteres Fahren geht.“

„Emotionen über Emotionen sind damit verbunden.“

„Es gibt immer noch Menschen, die Elektromobilität anzweifeln, und darauf hinweisen, das E-Autos „schmutzigen“ Strommix tanken können. Aber es liegt an jedem selbst, wie er umstellt und welchen Strom er tankt. Es wäre sinnvoll, nicht nur über den Strom nachzudenken, den wir laden, sondern einmal gleichzeitig den Vorteil zu sehen, dass wir lokal emissionsfrei unterwegs sind.“

„Der Umstieg muss in den Köpfen der Menschen stattfinden. Aber möglich ist er, soviel ist fix.“

„Es bleibt spannend – und der Umstieg wird passieren.“


Weitere Information: www.elmotion.at

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