Bild: © Foto der Kletteraktion

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Kletternder Grüne Woche Kritiker vor Gericht

20.1.2016
Ein Kletteraktivist der Gruppe „Grüne Woche Demaskieren“ wird für das Anbringen eines 100m² Transparentes am Messegelände der Grünen Woche vor Gericht gestellt.

Ein Verfahren um Meinungsfreiheit dass es in Anbetracht des Fraport-Urteils des BGH nicht geben dürfte.
Pünktlich zum Beginn der diesjährigen Internationalen Grünen Woche werden Aktivisten, die die Landwirtschaftsmesse 2015 kritisch begleitet haben vor Gericht gestellt. Parallel zur „Wir haben es satt“ Demonstration wurde von Kletteraktivist*innen ein 100m² Transparent am Südeingang der Grünen Woche in Position gebracht. Mit dem Transparent machten die Kletteraktivisten auf die prekären Trends eines Landwirtschaftssystems aufmerksam, die jedes Jahr erneut im Rahmen der Grünen Woche kaschiert und schön geredet werden.

Am Mittwoch den 13.01.2016 steht nun der erste Kletteraktivist mit dem Vorwurf des Hausfriedensbruches vor Gericht. Dabei geht es um nichts weniger als das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit, das die Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH durch Anzeigen einzuschränken versucht. „Da die Messe Berlin zu 99,7% dem Land Berlin gehört, unterliegt sie laut dem Fraport-Urteil einer Grundrechtsbindung und muss den Bürgern das Recht auf Versammlungsfreiheit gewähren. Warum trotzdem versucht wird gegen Menschen, die dieses Grundrecht wahrnehmen vorzugehen, ist einfach nicht zu erklären.“ so der angeklagte Kletteraktivist. „Auch wenn von Seiten der Messe Berlin versucht wird Kritik mit Strafanzeigen zu ersticken werden wir auch dieses Jahr die Grüne Woche kritisch begleiten.“

So wird der diesjährige Preis der Rose Brille für hervorragende Öffentlichkeitsarbeit an den Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft übergeben. Der Zentralverband hat im September 2015 mit viel Werbe- und Presse-Aufwand seine „Geflügel-Charta“ veröffentlicht deren Ziel es ist, die brutale Ausbeutung von Tieren als modern und artgerecht darzustellen.

Auch wird es wie jedes Jahr viele weitere Aktionen der Gruppe „Grüne Woche Demaskieren“ geben, die aufzeigen sollen, was sich hinter der Fassade der Grünen Woche verbirgt. Ein Landwirtschaftssystem, das für den Profit weder auf Tiere, noch Umwelt oder Menschen Rücksicht nimmt. „Wer Tiere zu tausenden in Mastanlagen quetscht, um sie nach einem kurzen Leben am Fließband schlachten zu lassen, der hat mit dem Begriff Tierwohl nichts am Hut. Ganz egal, wie viele Werbekampangen dafür vom Deutschen Geflügelverband noch gestartet werden.“ so der Angeklagte Kletteraktivist.

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