Bild: © Sxc.hu

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Eine Tonne Lebensmittel für jede/n Armutsbetroffene/n in Europa

17.1.2016
Wiener Tafel nun auch im Europäischen Bündnis gegen Lebensmittel-Verschwendung aktiv

Wien - 2016 verschwindet ein „weißer Fleck“ auf der europäischen Tafel-Landkarte: Die Europäische Foodbank „FEBA“ hat die Wiener Tafel als älteste und größte Tafelorganisation Österreichs als Mitglied aufgenommen. Dadurch kann die wachsende Tafelbewegung gemeinsam mit den Initiativen anderer EU-Länder Programme zur Lebensmittelrettung, Armutslinderung und Bewusstseinsbildung umsetzen, sowie notwendige politische Maßnahmen auf europäischer Ebene forcieren.

Armut und Verschwendung in Europa

In der Europäischen Union werden jedes Jahr rund 179 Kilogramm Lebensmittel pro Person weggeworfen. Das macht insgesamt zirka 89 Millionen Tonnen pro Jahr. Gleichzeitig leben 79 Millionen BürgerInnen in Europa unter der Armutsgrenze.
Foodbanks: Gelebter sozialer Transfer

Vor 30 Jahren wurde die non-profit Organisation FEBA (European Federation of Food Banks) als europäisches Netzwerk gegründet, um die effiziente Verteilung von Lebensmitteln an Armutsbetroffene zu gewährleisten. Heute engagieren sich 264 Foodbanks in 22 europäischen Ländern in der Dachorganisation. Mit 2016 ist auch Österreich dabei:

Die Wiener Tafel, die durch ihre Unabhängigkeit, ihre hohen Qualitätsstandards und ihren vielfältigen Einsatz überzeugen konnte, vertritt in diesem Forum auch die Interessen des „Verbands der Österreichischen Tafeln“. Gemeinsam sollen Projekte umgesetzt werden, die eine noch bessere Versorgung von Armutsbetroffenen mit geretteten Lebensmitteln garantieren. Weitere Ziele sind der europaweite Ausbau von Förderprogrammen und Kooperationen mit multinationalen Unternehmen. Auch die politische Stimme „in Richtung Brüssel“ soll stärker hörbar werden.

best practice gegen Hunger und Verschwendung

„Wir sehen konkreten Handlungsbedarf und haben bewährte Konzepte für Verbesserungen auf gesellschaftspolitischer und politscher Ebene. Runde Tische sind da zu wenig. Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft müssen an einem Strang ziehen“, betont Heidelinde Haas, Obfrau der Wiener Tafel und fügt hinzu: „Gerade die aktuelle Flüchtlingskrise wird den Anteil an Armutsbetroffenen in Europa massiv erhöhen. Wir alle sind gefordert, praktikable und humane Lösungen zu entwickeln und die politischen EntscheidungsträgerInnen nicht aus ihrer Verantwortung zu entlassen.“ Martin Haiderer, Gründer und stellvertretender Obmann ergänzt: „Durch die Kooperation mit FEBA werden wir auch in Österreich zeigen, welche exzellenten food waste Reduktionsprogramme es bereits in anderen Ländern gibt. Dazu zählen ein verbesserter Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum sowie die Neubewertung von Haftungsrisiken bei der Weitergabe von Lebensmitteln.“

Wiener Tafel – versorgen statt entsorgen


Als spendenfinanzierter Sozial- und Umweltverein versorgt die Wiener Tafel seit mehr als 16 Jahren mittlerweile 18.000 Armutsbetroffene in 105 Sozialeinrichtungen. Die Wiener Tafel hat im letzten Jahr konkrete Maßnahmen entwickelt, die zu einer weiteren Reduktion der Lebensmittelabfälle bei gleichzeitig stärkerer Verwendung durch karitative Organisationen beitragen sollen. Mit den nötigen Geld- und Warenspenden kann die Wiener Tafel Armut, Hunger und Lebensmittelverschwendung noch effizienter bekämpfen. www.wienertafel.at
Über FEBA

1986 gegründet, vereint die „European Federation of Food Banks“ als Dachverband 264 Foodbanks in 22 europäischen Mitgliedsstaaten. 2014 wurden 411.000 Tonnen Lebensmittel an 5.9 Millionen Armutsbetroffene in 33.800 Sozialeinrichtungen verteilt. www.eurofoodbank.eu/

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