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Deutschland: Quecksilber-Gefahr durch Kohlekraftwerke

11.1.2016
Von Quecksilber gehen hohe Gesundheitsrisiken aus: Deutsche Kohlekraftwerke stoßen noch immer Unmengen davon in die Luft.

Berlin- Über die Nahrungskette gelangt Quecksilber damit auch in den Körper des Menschen. Die USA haben die Gesundheitsrisiken von Quecksilber erkannt und strenge Grenzwerte erlassen. Die deutsche Bundesregierung will diese Grenzwerte in Deutschland nicht übernehmen und plant erst für 2019 Änderungen. Wären in Deutschland die gleichen Grenzwerte wie in den USA in Kraft, so könnte nur eines der 53 Kohlekraftwerke in Deutschland am Netz bleiben, so lautet die zentrale Aussage der Studie Quecksilber-Emissionen aus Kohlekraftwerken, die vom Institut für Ökologie und Politik (Ökopol) im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion erstellt wurde.

Die Studie stellt auch fest, dass Deutschland mit insgesamt 10 Tonnen jährlich zusammen mit Griechenland und Polen der traurige Spitzenreiter bei der Quecksilberfreisetzung in Europa ist. Von diesen 10 Tonnen stammen rund sieben Tonnen, das sind 70 Prozent davon, aus deutschenKohlekraftwerken. Allein 2013 haben die schlimmsten Dreckschleudern unter den deutschen Kohlekraftwerken zusammen fünf Tonnen Quecksilber ausgestoßen. Mit quecksilberspezifischen Techniken hätten sich 85 Prozent davon ohne weiteres vermeiden lassen. Dadurch hätte sich der Quecksilberausstoß jährlich um 4,2 Tonnen verringert.

Den mit Abstand größten Anteil an den fünf Tonnen Quecksilber verantworteten die 16 deutschen Braunkohlekraftwerke. Sie haben 2013 mit 3,4 Tonnen 70 Prozent aller Quecksilber-Emissionen verursacht. Die restlichen 30 Prozent (1,6 Tonnen) entfallen auf 37 Steinkohlekraftwerke. Die Studie zeigt auch, dass die USA bereits strenge Quecksilbergrenzwerte für Kohlekraftwerke besitzen. In Deutschland kommen erst ab 2019 Grenzwertsenkungen, die dann aber immer noch 2,5- bis 6,7-fach höher als in den USA sind.

Grüne fordern deutsche Bundesregierung zum Handeln auf

Die Studie zeigt auf, dass Kohlekraftwerke nicht nur extrem klimaschädlich sind, sondern dass der Quecksilberausstoß gleichzeitig für Mensch und Tier äußerst gesundheitsgefährdend ist. Fatal ist, dass in Deutschland auch nach 2019 höhere Quecksilbergrenzwerte als in den USA zulässig sein werden. Neben Klimaschutz sind Gesundheit und volkswirtschaftliche Folgekosten wichtige Punkte, weshalb Deutschland noch stärker auf den Ausbau der Erneuerbaren und mehr Energieeffizienz setzen muss.

Die Grünen fordern daher Union und SPD auf, endlich strengere Grenzwerte, so wie in den USA, auch in Deutschland einzuführen und ein Konzept für einen Kohleausstieg vorzulegen.

STUDIE

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