Bild: © oekonews- Solarthermische Großanlage bei den Wasserwerken Andritz

Bild: © oekonews- Solarthermische Großanlage bei den Wasserwerken Andritz

Positiver Bescheid: E Steiermark baut in Graz sechs Heißwasser-Boiler als Notfallreserve für Fernwärme

4.1.2016
Puchstraße ab 2016 als "Sicherheitsnetz" für Kunden

Fernwärme wird in Graz grüner

Investition von 18 Millionen Euro sichert Wärme auch bei Komplett-Ausfall von externen Lieferungen. Baustart in den kommenden Wochen, Fertigstellung vor Heizsaison 2016/17. Verhandlungen mit potentiellen neuen Eigentümern des Kraftwerkes Mellach. Sonne, Biomasse und Abwärme werden Fernwärme der Landeshauptstadt künftig "grüner" machen.

Die Energie Steiermark hat jetzt von der Behörde den positiven Bescheid für die Errichtung von sechs Heißwasser-Boilern mit einer Leistung von 195 Megawatt (MW) am Standort Puchstraße in Graz erhalten. Mit dieser Ausfalls-Reserve kann ab dem Herbst die Versorgung der rund 40.000 Grazer Fernwärmekunden auch dann sichergestellt werden, wenn es zu einem Totalausfall der Lieferung aus Mellach kommen sollte. Das Investitionsvolumen liegt bei 18 Millionen Euro, die Bauarbeiten beginnen bereits in den kommenden Wochen - rechtzeitig vor dem Start der Heizsaison 2016/17 werden die Anlagen in Betrieb genommen. Das finanzielle Angebot des VERBUND für die Bereitstellung einer solchen Ausfallsreserve lag zuletzt bei einem Vielfachen dieser Investitionssumme. Für die Heizsaison 2014/15 wurde diese Reserve vom VERBUND beigestellt, der Preis dafür wird in den kommenden Monaten gerichtlich geklärt werden.

Parallel dazu führt die Energie Steiermark derzeit Gespräche mit zwei Investorengruppen, die an einer Übernahme des VERBUND-Kraftwerks in Mellach Interesse zeigen. Dabei wird ausgelotet, ob und zu welchen Konditionen ab dem Jahr 2020 von diesem Standort Wärme für die steirische Landeshauptstadt geliefert werden könnte. "Diese Gespräche verlaufen konstruktiv, unsere Türen stehen für vernünftige und marktorientierte Angebote jedenfalls offen, auch wenn wir den Wärme-Bedarf ab 2020 grundsätzlich alleine mit unseren regionalen Partnern decken können", so Vorstandssprecher Christian Purrer. Eine konkrete Bewertung der Gespräche könne in diesem Stadium noch nicht vorgenommen werden. Im Sinne der Fernwärmekunden der Energie Steiermark sind jedoch nur wirtschaftlich vertretbare Lösungen vorstellbar.

Fest steht allerdings, dass die Fernwärme für Graz ab 2020 auf alle Fälle "grüner" wird. Die Nutzung von Sonnenenergie, Biomasse und Abwärme wird wesentlich ausgebaut. Der nächste Umsetzungsschritt steht bereits vor der Tür: In den kommenden Monaten beginnen die Bauarbeiten für ein Biomassewerk in Hart bei Graz.

Artikel teilen:
Artikel Online geschalten von: / hackenberg /

Artikel senden Artikel drucken