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„Smarter Together“ in Simmering – der Zukunft einen Schritt voraus

5.1.2016
EU-Kommission hat Fördervertrag unterzeichnet. Die Stadt Wien lukriert mehr als 7 Mio. Euro an zusätzlichen Mitteln.

Wien - Wien erhielt in Kooperation mit den Städten München und Lyon den Zuschlag für das Projekt „Smarter Together – gemeinsam gscheiter“ – dem modernen, smarten Stadterneuerungsprojekt für Simmering Geiselberg – Enkplatz. Diese Woche hat die EU-Kommission die Förderverträge unterzeichnet. Wien erhält damit über sieben Millionen Euro an Förderungen für dieses smarte Konzept.

„Wien hat sich mit der ,Smart City Rahmenstrategie‘ ambitionierte Ziele gesetzt. Das betrifft sämtliche Lebensbereiche, beim Wohnen nicht nur den Neubau wie etwa in aspern Seestadt sondern vor allem den Bestand. Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, wie mit thermisch-energetischen Sanierungen von Wohnhausanlagen, aber auch durch nachhaltige Mobilität und dem Ausbau umweltfreundlicher und erneuerbarer Energie die Lebensqualität deutlich gesteigert werden soll“, hält Wohnbaustadtrat Michael Ludwig fest.

Die Stadt entwickelte gemeinsam mit den Partnerstädten München und Lyon zukunftsfähige Lösungen für den urbanen Raum. Hinter „Smarter Together“ stehen Leuchtturmprojekte, durch die Stadterneuerung innovativ und grätzelumfassend weiterentwickelt wird. ,Smarter Together‘ zählt damit mit zu den spannendsten Vorhaben in unserer Stadt. Durch die Projekte, die in Simmering Nordwest durchgeführt werden, können insgesamt 6 Mio. kWh jährlich an Energie und 550 Tonnen CO2 eingespart werden. 900 Arbeitsplätze können dadurch gesichert und zum Teil neu geschaffen werden. Die Heizkostenersparnis für die Bewohnerinnen und Bewohner in den Wohnhausanlagen, die saniert werden, wird jährlich bis zu 400 Euro ausmachen. Für ein smartes, außerordentlich lebenswertes und umweltfreundliches Simmering und Wien der Zukunft.

Die Stadt Wien hat für dieses ambitionierte und zukunftsweisende EU-Projekt das Gebiet Simmering Nordwest, das zwischen zwei Stadtentwicklungsgebieten – dem Sonnwendviertel im Nordwesten und dem Gasometer-Vorfeld im Nordosten – liegt, ausgewählt. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das Leuchtturmprojekt in Wien unter der Federführung des Wohnbauressorts in Zusammenarbeit mit mehreren Magistratsabteilungen der Stadt, TINA Vienna, Wiener Stadtwerke, Wien Energie, Siemens, Kelag, Wiener Linien, Österreichische Post AG, Austrian Institute of Technology, Neue Urbane Mobilität Wien sowie Sycube umgesetzt.

Investition in die Zukunft

Insgesamt werden mehr als 46 Mio. Euro in die smarte Aufwertung des Gebiets Simmering Nordwest, in dem rund 21.000 Wienerinnen und Wiener leben, investiert. Mehr als 7 Mio. Euro kommen von der EU. Rund 1.300 Bewohnerinnen und Bewohner in den Wohnhausanlagen, die nach modernstem Standard saniert werden, profitieren durch eine verbesserte Wohnqualität und eine jährliche Heizkostenersparnis. Auch für die Wiener Wirtschaft bedeutet das smarte Wiener Leuchtturmprojekt einen wichtigen Impuls: 900 Arbeitsplätze können dadurch gesichert und zum Teil neu geschaffen werden. Last but not least wird das Projekt unter enger Miteinbeziehung und Mitbestimmung der GrätzelbewohnerInnen realisiert werden.
„Smarte“ Sanierungen: bis zu 400 Euro Ersparnis jährlich pro Haushalt

Im Zuge der Erarbeitung der Projekteinreichung bei der EU wurden vom Projektteam rund um Projektkoordinator Bojan Schnabl – gemeinsam mit den vielen engagierten Partnern – Lösungen erarbeitet, die von der EU als förderungswürdig und top eingestuft wurden.

Im Zentrum stehen die „smarten“ Sanierungen von drei Wohnhausanlagen – jene des gemeinnützigen Bauträgers BWSG in der Hauffgasse 37-47 (485 Wohnungen) sowie von zwei Gemeindebauten – in der Lorystraße 54-60 (95 Wohnungen) und der Herbortgasse 43 (52 Wohnungen), die u.a. thermisch-energetische Maßnahmen, den Einsatz von Photovoltaik, Solarthermie, besonders energiesparender Beleuchtungssysteme sowie eBikes samt Ladestationen umfassen. Insgesamt wird damit eine Fläche in der Größe von 75.000 Quadratmetern saniert. Jährlich können damit 6 Mio. kWh Energie eingespart werden. Das entspricht dem Energieverbrauch von rund 700 Haushalten. 6 Mio. kWh würden auch ausreichen, um mit einem Auto 1.500 Reisen um die Erde zu machen.

Vorzeige-Null-Energie-Turnsaal

Darüber hinaus wird die NMS Enkplatz modernst saniert und mit einem Null-Energie-Vorzeige-Turnsaal – dieser wird auch für Schulworkshops und von Vereinen genützt – ausgestattet.
Weitere „Smart City“-Maßnahmen

Neben der Sanierung gibt es noch viele weitere „Smart City“ Maßnahmen, die umgesetzt werden:

o Verdichtung der Fernwärme – Steigerung der Anschlusswohnungen
o Fernwärme – Integration von Solarthermie und Abwärme
o Nahwärme - Integration von Solarthermie und lokale Speicher
o eMobility im Werksverkehr der Siemens-Anlage im Gebiet und im Lieferverkehr der Post
o Nachbarschafts-eCar-Sharing
o „Urban Living Lab“ – Information und Beteiligung der BewohnerInnen (Info-Point am Simmeringer Markt; BewohnerInnen-Workshops in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wie VHS und GB*, Mobility-Points)*

Zahlen, Daten und Fakten


75.000 m² BGF Sanierungsfläche
6.Mio. kWh/Jahr an Energieeinsparungen (in allen sanierten Gebäuden)
Jährliche Ersparnis für die BewohnerInnen: bis zu 400 € pro Haushalt
Integration von rund 9 Mio. kWh erneuerbarer Energie pro Jahr (thermische und elektrische Energie)
Gesamteinsparung von rund 550 t CO2

So geht es weiter

Der Start von „Smarter Together – gemeinsam g‘scheiter“ erfolgt im Februar 2016 – mit einer Projektdauer von drei Jahren, der eine zweijährige Evaluierungsphase folgen soll.

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