© Fackelträger-Verlag
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NÖ-Landwirtschaftskammer-Präsident leistet sich erstaunlichen Ausrutscher

Umweltfeindlichkeit eindeutiges Auslaufmodell in der Landwirtschaft

Von Skylla nach Charybdis ?

Anläßlich der unlängst stattgefundenen Jahrestagung der niederösterreichischen Imker kam es zu bedenklichen Aussagen - hier der Originalbericht eines sehr zu recht verunsicherten Imkers. In Anbetracht des dramatischen Bienensterbens erhebt sich die dringende Frage, ob solch offensichtlich umweltfeindlich eingestellte Bauernfunktionäre noch tragbar sind und wessen Interessen sie eigentlich vertreten.

Hier der Originalbericht :

"Hallo Imkerinnen und Imker,

bei der Jahreshauptversammlung des NÖ Imkerverbandes schoss der Ehrengast, der NÖ LK Präs. Ing. Schultes, den Vogel ab. Er drohte in seiner Ansprache, wenn die Imker weiter auf das Verbot der bienentötenden Neonikotinoide beharren, dass die Gentechnik statt der Neoniks ihre Verwendung finden werde.

Mit einem Wort, die Imker seien schuld, wenn die Gentechnik kommt!

Leider kenne ich die geheimen (Gen) Wünsche unseres LK Präsidenten nicht, aber eine Tatsache ist, dass er alle wissenschaftlichen Untersuchungen in Abrede stellt. Der beizmittelverblendete Präsident nimmt auch die Untersuchungen im eigenen Haus über die Maiswurzelbohrerbekämpfung nicht wahr. Wie Ing. Schuster (LK NÖ) schon 2008 bei Untersuchungen feststellte, wäre die Fruchtfolge das beste Mittel gegen den Maiswurzelbohrer, auch bei den Spezialversuchsserien an der Landwirtschaftlichen Fachschule in Grottendorf-Graz 2009-2012 kam man zu diesem Ergebnis. Im Abschlussbericht von Grottendorf - steht – die Fruchtfolge ist und bleibt das tauglichste Mittel - ohne Wenn und Aber! Durch die Anwendung der Fruchtfolge, sie hat den besten Wirkungsgrad, könnte die Neonikverwendung ersatzlos gestrichen werden.

Fortschrittlicher sind hingegen die Meldungen aus OÖ. Wie ich in den OÖ- Nachrichten aus den Aussagen des OÖ LK-Präs. ÖR Ing. Franz Reisecker und Herrn DI Christian Krumpfhuber entnehmen konnte, ist eine erfreuliche Entwicklung in Sachen des Maisanbaues und des Einsatzes der Neoniks bzw. Fruchtfolge aus OÖ-Sicht erkennbar. Wegen Problemen mit dem Maiswurzelbohrer und der Erosion seien Fruchtfolge und Bodenbegrünung zu beachten, wird verkündet.

Auch die Untersuchungen der UNI Graz (Brodschneider) schrecken unseren wackeren Präsidenten nicht!

2011 auf 2012 waren 26% Bienenvölkerverluste in ges. Österreich zu verzeichnen. Das sind bei ca. 367.000 Bienenvölkern in Österreich 95.000 verlorene Völker. Die Bestäubungsleistung eines Bienenvolkes beträgt pro Jahr ca. 1.800 €. Somit entstand durch die Völkerverluste ein volkswirtschaftlicher Schaden von 171.700.000 €.

Die Schäden, die den Imkern entstehen, setzen sich zusammen aus Ertragsminderungen durch Direkteinwirkungen der Neonikotinoide, durch die darauf folgenden Verluste der Bienenvölker, deren Entsorgung und die Kosten der Neuanschaffung, sowie aus den Ertragsausfällen im Folgejahr, in Summe ca. 400 €/Volk (ohne Arbeitszeit). Das ergab einen zusätzlichen Schaden von ca. 31.200.000 €. Der Gesamtschaden betrug daher ca. 202.900.000 €.

Was fällt unserem nicht lernfähigen NÖ LK- Präsident dazu ein, er droht mit Gentechnik und zum Bienensterben redet er von Flohbändern von Hund und Katz (NÖ-Nachrichten).

Liebe Imker gebt acht, lasst keine flohbänderbestückten Tiere in die Nähe unserer Bienen, denn sie bekommen ausreichend Neoniks, über das verträgliche Maß hinaus, vom Maisanbau usw. und den entstandenen Bodenverseuchungen.

Ja unser LK-Präsident ist ein sorgsamer Mensch, er sorgt dafür, dass unsere Bienen weitervergiftet werden und sorgt dafür, dass er für die zukünftige Einführung der genmanipulierten Pflanzen, Schuldige findet. Da er die gute Zusammenarbeit mit dem Imkerverband hervorhob, darf an einen wahnwitzigen Erpressungsversuch gar nicht gedacht werden.

Unser Gentechnikankünder Schultes trotzte allen Zurufen aus der Imkerschaft: ‘Lasst mich ausreden’ ruft er in den Saal, erdrückt unseren armen Präsidenten Gruscher fast beim Abgang und entflieht der Imkerschar.

Resümee:
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Mit besten Imkergrüßen
Roland Netter "


Dazu folgender Text aus einer Aussendung der LK Oberösterreich, die das offensichtlich anders an der NÖ. Präsident sieht: ‘Die beste Strategie gegen den Schädling ist eine aufgelockerte Fruchtfolge, also dass auf den Feldern nicht Mais auf Mais angebaut wird. " Der OÖ. LK-Präsident weiter: ‘Innerhalb von drei Jahren ist es uns gelungen, den Anteil von sondergebeiztem Maissaatgut von 18 Prozent (2010) auf ca. sieben Prozent (2012) zu reduzieren’

Wer können nur eines hinzufügen: Die Aussagen aus Niederösterreich finden wir UNENDLICH schade!! Gerade von einem Präsidenten, der einst der Gründungsobmann des Distelverein war, sind diese Aussagen ein wirklich erstaunlicher Ausrutscher. Meinen Sie das alles tatsächlich ernst, Herr Präsident?

Der Distelverein entwickelte bereits 1987, als Gegensatz zu den damals in der Landwirtschaft weit verbreiteten Monokulturen ein herausragendes Ökowertflächen-Programm, nach dem die landwirtschaftlichen Flächen durch Biotope, Feldraine als Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Lebewesen unterbrochen wurden. Der Verein wurde mit dem Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz zur Erhaltung und Förderung des Lebensraumes östl. Weinviertel/Marchfeld ausgezeichnet und erhielt außerdem den Ramsar Wetland Conservation Award.


Artikel Online geschalten von: / hackenberg /