© ASPO- Helga Kromp Kolb und Dennis Meadows
© ASPO- Helga Kromp Kolb und Dennis Meadows

Erdgas ist kein Ausweg- Der Abschied vom Öl ist notwendig

Peak Oil und mehr: ASPO-Konferenz in Wien sieht das Potential für eine Energiewende vehement steigen

© ASPO- Helga Kromp Kolb und Dennis Meadows
© ASPO- Helga Kromp Kolb und Dennis Meadows

Wien - Als ob wir es nicht schon ohne exakte wissenschaftliche Hintergründe gewusst hätten: Ein Ende der fossilen Energien rückt näher, Erdgas führt weltweit in ähnliche Krisen und wirtschaftliche Probleme, nur eine Energiewende ist der Plan B.

Auf dem internationalen Peak-Oil-Kongress der "Association for the Study of Peak Oil & Gas" (ASPO ) der diese Woche in Wien bereits zum 10. Mal tagte, zeigten Experten den Status Quo, die Möglichkeiten und die Folgen der Energiewende auf. Es wurde heftigst diskutiert- die Richtung scheint zwar klar, aber wann und wie scheint immer noch zu ungewiß. Es gibt gegenteilige Meinungen wider. "Wir diskutieren tatsächlich über ein wahrlich flüssiges Problem", meint ASPO-Gründer Kjell Aleklett, ein Problem, das die Erde bedroht. Das Ende des Öls wird kommen, darüber ist Einigkeit. Das Klima hat es notwendig.

Ja, unzählige kleinere Projekte zeigen bereits, was alles möglich, ist, theoretisch gibt es auch viele weitere Ansatzpunkt. "Wir stehen nun vor der Frage, ob es auch im großen Stil und für alle funktioniert, ohne fossile Energie", meint Aleklett. Als ein Beispiel nennt er den Kerosintreibstoff für Flugzeuge - rasche Lösung noch nicht da. "Die Energiewende ist weit mehr als nur Elektrizität -auch Transportenergie, Heizenergie usw.", so Aleklett.

Und die Demokratie ist hierbei ein Problem- nicht überall gibt es sie. Staaten wie Saudi Arabien, Iran oder Russland, sind in Summe weit weniger demokratisch als Europa. Wir sind derzeit im Gegenzug dazu vollkommen von deren Erdölvorkommen abhängig. "Nun denken wir einmal nach, wohin das führt. " so Aleklett. Fazit: Wir stecken fest. Seine Lösung: "Wir müssen weit mehr auf Elektrizität umstellen - beispielsweise im Verkehrssektor. "

Es ist das zehnte Mal seit 2001, dass die Konferenz stattfindet- geändert hat sich nicht extrem viel. Wir wissen, wir müssen umsteigen, was tatsächlich passiert ist zu wenig. Dennis Meadows, US-Ökonom und einer der Autoren der Studie "Grenzen des Wachstums", sagt voraus, dass die ASPO in Zukunft eine ähnlich geringe Rolle bei der Verteilung der Ressourcen spielen werde wie der "Club of Rome" heute. Er meint, man diskutiere viel zu wenig praktisch und hat das Gefühl, seit 10 Jahren den gleichen Bereich zu diskutieren. Er sieht eine Depression kommen, weil / wenn wir zu spät reagieren.

Rein theoretisch sind die Reserven hoch- aber die Praxis zeigt, dass eine Nutzung von Ölschiefer oder von Schiefergas kein wirtschaftliches Modell sind.

"Jede Volkswirtschaft ist gut damit beraten, wenn sie in Energieeffizienz und Energiesparen investiert", ist Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung überzeugt. Und die Möglichkeiten sind vielfältig, im Gebäudebereich, in der Mobilität, oder auch in der Abfallwirtschaft. Positiv sieht sie das immens große und wirklich weltweite Markpotenzial in diesem Bereich. Österreichs Umwelttechnologie kann damit eigentlich nur weiter wachsen, freut sich ein Unternehmer aus diesem Bereich, der bei der Konferenz dabei war. Er setzt schon mehrere Jahre auf das richtige Pferd und sieht sich bestätigt.



Ein "totaler Energiewechsel" muss kommen, er ist unabdingbar, so Prof. Peter Droege, Professor für Nachhaltige Raumentwicklung an der Universität Liechtenstein und Präsident von EUROSOLAR. Woran es bisher scheitert? An politischen Entscheidungen, und wegen entsprechend starker Lobbys aus dem "alten" Energiesystem. Als ein Problem sieht er die Energieverschwendung. Erneuerbare Energien haben das Potential. so könnte allein durch Windkraft der fünf- bis siebenfache Energiebedarf der Erde gedeckt werden. Sinnvolle Lösungen sehen ähnlich wie in der Stadt Güssing aus, wenn Gemeinden oder Regionen eine Energieautarkie anstreben.


"Wir sollten das Öl verlassen, bevor das Öl uns verlässt." meinte Fathi Birol, der Chef-Ökonom der Internationalen Energieagentur vor einiger Zeit... dem kann man sich wohl nur anschließen.. Oder wollen wir den totalen Crash?


Artikel Online geschalten von: / holler /