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Gewinnspiel - Geht uns aus der Sonne

Ein Buchtipp - 5 Exemplare werden verlost - aber jede Einsendung gewinnt

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Gewinnspiel

Das Buch "Geht uns aus der Sonne" von Dr. Hans Kronberger wird für oekonews-LeserInnen 5 Mal verlost. Aber: Jede(r) EinsenderIn gewinnt, denn es gibt für jede(n) ein Exemplar der aktuellen Sonnenzeitung gratis. Am Gewinnspiel teilnehmen geht ganz einfach - ein Email mit Adresse und Namen (für die Zusendung) an: reicht.

Über die Buch-Präsentation

"Ich finde, es hat intellektuell fast schon etwas Erotisches, wenn wir uns bewusst werden, dass wir uns bereits mitten in der Energiewende befinden". Mit diesen Worten eröffnete Dr. Hans Kronberger am 17. Juni seine Buch-Präsentation. "Geht uns aus der Sonne" - das neueste Buch von Dr. Hans Kronberger, dem "österreichischen Hermann Scheer" wurde in Wien einem interessierten Fach-Publikum präsentiert. Erstaunlich deutliche (kritische) Worte findet Kronberger zum Thema "Faktor 4" und dem "ökologischen Fußabdruck" und wird damit für sicher noch viel Diskussionsstoff sorgen. Die Präsentation war erfrischend locker gehalten. Kronberger wird mit den "Dienstjahren im Dienste der Sonne" nicht frustriert, wie so manch Anderer, sondern versucht immer mit Humor und Lebensfreude die Erneuerbaren anzupreisen. oekonews hat das Buch natürlich bereits gelesen und kann es wärmstens weiterempfehlen - gerade auch für "Erneuerbare-Energie-Neulinge".

Über das Buch

Das Buch rechnet ab mit unsinnigen Argumenten aus Politik, Wirtschaft, aber auch Wissenschaft, mit denen sich mächtige Lobbygruppen gegen eine Veränderung des kaputtgefahrenen Energiesystems zur Wehr setzen.
‘Die Zukunft ist sonnig’, lautet die These des Autors. Das neue System ist im Gegensatz zum alten sozialer, gerechter, wirtschaftlicher und überlebensfähig. Mit verbaler Kraft und glühendem Optimismus wird das Bild einer hoffnungsfrohen zukünftigen Welt gezeichnet.
Und die Kernaussage: Diese Zukunft hat schon begonnen, man muss ihre Symptome nur erkennen.

Fukushima wird der Atomwirtschaft nicht den gleichen Schaden zufügen, wie einst Tschernobyl vor 25 Jahren, sondern es ist der Anfang vom tatsächlichen Ende. Die Atomkatastrophe in Japan hat die Aufmerksamkeit von den Ereignissen in Öllieferländern in Nordafrika und im Mittleren Osten abgelenkt. Die damit verbundenen Probleme sind nicht aus der Welt, sondern nur aus dem Blickfeld. Das Konfliktbündel, bestehend aus der tatsächlichen Verknappung der Ölreserven, dem politischen Widerstand in den Lieferländern und der außer Kontrolle geratenen Preisstruktur für Rohöl, hat den Niedergang der fossilen Energiewirtschaft unumkehrbar eingeleitet. Auch wenn dies vielen unbelehrbaren Traditionsbewahrern in der Energiewirtschaft noch nicht voll bewusst geworden ist.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Zukunft gestalten

Die Politik steht vor einer Herausforderung, die am ehesten mit dem Wiederaufbau nach den Trümmern des Zweiten Weltkrieges vergleichbar ist. Das Gebot der Stunde ist es nicht, die Vergangenheit zu betrauern, sondern die Zukunft zu gestalten. Untrennbar sind zwei Begriffe in den letzten Jahren nebeneinander geworden. Da ist der Begriff ‘Energie’ und dort der Begriff ‘Krise’.
Den Begriff ‘Krise’ hat der italienische Philosoph Antonio Gramsci (1891-1937) auf den Punkt gebracht und seine Definition gilt uneingeschränkt auf die sich abzeichnende Energiekrise:

‘Ein Krise besteht darin, dass das Alte stirbt und das Neue nicht geboren werden kann.’

Zur Neugestaltung des Weltenergiesystems bedarf es der Befolgung einiger wichtiger Eckpunkte, die sich in zehn Thesen zusammenfassen lassen:


THESE 1: Geburtshilfe
Es geht nicht darum, dem alten fossilatomaren Energiesystem ‘Sterbehilfe’ zu leisten, sondern dem neuen ‘Geburtshilfe’. Ein ‘Kampf’ gegen die traditionalistischen Energieversorger, die sich zum Erhalt ihres korrodierenden Systems an jeden Strohhalm klammern ist kräfteraubend und wenig zielführend. Aktuell versuchen diese, ihre schwindende Macht auf dem nuklearen Sektor durch eine Renaissance von Öl, Kohle und Gas zu kompensieren. Ein hoffnungsloses Unterfangen, das zum Scheitern verurteilt ist. Jede Substitution eines fossil-atomaren Energieträgers durch eien anderen beschleunigt den Zusammenbruch des Gesamtsystems. Die wirkliche Aufgabe besteht darin, die Gunst der Stunde zu erkennen und zu nutzen. Fortschritt ist, wenn die erneuerbaren Techniken optimiert und kosten-günstiger werden und wenn der Glaube an sie soweit gestärkt ist, dass ihre Nutzung zur selbstverständlichsten Sache der Welt geworden ist.


THESE 2: Die Kopernikanische Energiewende
Die Welt braucht einen Erkenntnisprozess Eine Kopernikanische Energiewende, die anerkennt, dass
die Energiezukunft vollständig vom Fusionsreaktor Sonne bestimmt wird und nicht wie bisher von der fossilen und atomaren Ausbeutung unseres Planeten abhängig ist. Energie aus solarem Ursprung in Form von Sonnenstrom und -wärme, Wind und Wasserkraft sowie Biomasse ist ausreichend vorhanden, es geht nur um die Frage der sinnvollen Nutzung. Aufgrund der breiten Verfügbarkeit kann es gar keine Energiekrise geben, bestenfalls eine Energienutzungskrise. Im Gegensatz zu den fossil-atomaren sind die solaren Energieformen sozial verträglich, annähernd unendlich vorhanden und bringen Versorgungssicherheit sowie Preisstabilität.


THESE 3: Öl-Ende
Der Ölpreis ist in den letzten zehn Jahren um über tausend Prozent gestiegen. Eine weitere Verdoppelung oder gar Verdreifachung steht im Raum. Und diese Vorhersagen kommen nicht von den notorischen Energiepessimisten, sondern von den hauseigenen Analysten der fossil-nuklearen Weltmachthabern in der Internationalen Energieagentur (IEA) und im Internationale Währungsfonds (IWF). Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der weltweite Förderhöhepunkt in den letzten Jahren überschritten worden. Das heißt, die Fördermenge wird sich jährlich reduzieren und bei
steigendem Bedarf werden Preis und Verfügungsmenge unkontrollierbar. Die meisten Lieferländer geben aus wirtschaftlichen Gründen (meist Kreditwürdigkeit) wesentlich überhöhte Vorräte an. Es gilt in erster Linie überall dort, wo Öl als Primärenergieträger relativ einfach zu ersetzen ist, dies so schnell wie möglich in die Wege zu leiten. Das betrifft vor allem den Bereich der Wärmebereitstellung,
aber auch, schrittweise, die Mobilität.


THESE 4: Knappes Gas
Die letzten Mohikaner des fossil-atomaren Zeitalters wollen ihr Ablaufdatum mit der Hilfe von Gas als Ölersatz hinauszögern. Was für ein Plan, denn für die Rohstoffverfügbarkeit von Gas gelten ähnliche Parameter wie für das Öl, nur um ein Jahrzehnt nach hinten verschoben. Beim Gas gibt es noch dazu massive Transportprobleme, da es entweder aufwendig verfl üssigt werden muss und dann nur in speziellen Häfen verladen werden kann oder leitungsgebunden ist. Für Europa gilt: Selbst wenn alle geplanten Pipelines aus dem Osten, Russland, dem Iran Zentralasien zustande kommen und noch in diesem Jahrzehnt in Betrieb gehen, können sie die absinkende innereuropäische Förderleistung nicht
kompensieren. Der große Hoffungsträger ‘Schiefergas’ wird massiv überschätzt und kann nur unter
extrem hohem Chemikalieneinsatz mit karzinogenen Inhalten gewonnen werden. Der Abbau in Ländern mit halbwegs intakten Ökogesetzen wird extrem schwierig werden. Der Hauptanteil an Erdgas wird in Europa entweder aus Russland oder aus einem Lieferland mit russischer Beteiligung bezogen. Die Erdgasverbraucherländer liefern sich den Produzenten in drogenartiger Abhängigkeit
aus. Der Ausbau der Stromerzeugung durch Erdgas ist eine Doppelfalle. Wird nämlich Erdgas zu Heizzwecken knapp, kommt als Ersatz die Stromheizung zum Einsatz. Die Stromaufbringung
geht aber in gleichem Ausmaße zurück wie, sich Erdgas verknappt.


THESE 5: Ausgeliefert
Das Hauptaugenmerk bei der fossilen Verbrennung liegt auf ihrer ökologischen Folgewirkung in Form von CO2 Ausstoß. Diese Überlegung ist grundsätzlich richtig, aber ein weiteres Merkmal wird noch kaum diskutiert: Die Europäische Union ist derzeit zu cirka 60 Prozent fremdenergieabhängig.
Das heißt, 60 Prozent der Energie muss von außerhalb importiert werden. Die Zunahme pro Jahr beträgt ungefähr ein Prozent. Bis zum Jahr 2020 wäre dies bei gleichbleibender Energiepolitik eine Steigerung auf 70 Prozent. Die Kosten dafür steigen nicht linear, da sich gleichzeitig der Energiepreis weiter nach oben entwickelt, sondern exponentiell.
Im Jahr 2010 hat die EU 550 Milliarden Euro für Energiezukauf ausgegeben.
2001 waren es noch 230. Die Lieferländer saugen die Wirtschafts der Verbraucherländer aus. Es kommt zu einer wirtschaftlichen Kräfteverschiebung, derzeit von West nach Ost. Diese wird in einer neuen
Weltwirtschaftsordnung enden, bei der die derzeitigen Industrienationen zugunsten der Energielieferländer, allen voran Russland, an Bedeutung verlieren werden.


THESE 6: Klimakonferenzen abschaffen
Klimakonferenzen erfüllen ihren Zweck schon lange nicht mehr. Hoffnungsvoll begann die Weltgemeinschaft im Jahre 1992 mit der Konferenz in Rio. Eine weltweite Initiative zur Rettung des Weltklimas kombiniert mit zahlreichen Maßnahmen zu mehr sozialer Gerechtigkeit für die ärmeren Länder wurde gefordert. Der Erfolg war äußerst gering. In den darauffolgenden Jahren jagte eine
Konferenz die nächste. Der absolute Tiefpunkt war Kopenhagen 2009, bei der von Präsident Obama abwärts die wichtigsten Herrscher/innen der Welt versammelt waren. Nur das Ergebnis war leider umgekehrt proportional zur Promidichte. Klimakonferenzen erfüllen ihren Zweck nicht mehr und es wäre an der Zeit, das Problem an der Wurzel zu packen und jährliche Weltenergiekonferenzen abzuhalten, bei denen der Ausstieg aus der fossilen Verbrennung und die nukleare Abrüstung zentrale Themen sind.


THESE 7: Irrwege vermeiden
Jeder Versuch, den Menschen an sich zu verändern, ist bisher gescheitert. Eine Energiewende braucht klare, allgemein gültige Regeln. Die Versuche zuerst den idealen Menschen zu definieren und dann ein politisches Korsett darüber zu stülpen, enden immer in diktatorischen Staatsformen.
Der ökologische Fußabdruck als moralisches Kriterium spaltet die Gesellschaft in ‘Schmutzfüße’ und
‘Sauberfüße’. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Forderung auftaucht, die ‘Schmutzfüße’ zwangsweise zu reglementieren. Eine Energiewende braucht mehr Demokratie und nicht weniger. Jede Form ökodiktatorischer Überlegungen müssen von Anfang an verhindert werden.


THESE 8: Neue Ziele statt Brücken
Der Versuch, eine atomare Brücke zwischen dem fossilen und dem solaren Zeitalter zu bauen, ist durch die Reaktorkatastrophe in Japan ad absurdum Energienutzungsgeführt worden. Die Überlegungen sind neu zu defi nieren. Es geht darum, die gesamte Kraft in den Neubau eines
effizienten und sauberen Energiesystems zu stecken, das eine nachhaltige Versorgung für die nächsten Jahrhunderte garantiert. Neue Wege anstatt wackeliger Brücken.


THESE 9: Fallen vermeiden
Mental und verbal gibt es so gut wie keine ernsthaften Gegner der erneuerbaren Energieträger. Das heißt noch lange nicht, dass alle Befürworter sind. Die Bremser sind allgegenwärtig in Politik und Wirtschaft. Sie treten nur verdeckt auf. Hieß es in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts:
‘Ökologisierung ja, aber nur im internationalen Gleichklang’, so heißt es heute: ‘Zuerst Energieeffi zienz und dann den Rest mit Erneuerbaren abdecken.’ Hier zeigt sich, ‘gut gemeint’ ist oft das Gegenteil von gut. Jede Vorgangsweise, die sofortiges Handeln durch langfristige Zukunftspläne
ersetzt, stellt sich meist als Verzögerungsmanöver heraus. Niemand hat etwas gegen internationalen Gleichklang, Energieeffi zienz und Langzeitziele, aber sie sind kein Ersatz für rasches Handeln.


THESE 10: Das solare Zeitalter
Die ultimative Frage des 21. Jahrhunderts lautet, woher nimmt man die Primärenergie. Die Antwort ist
denkbar einfach. Solare Energie ist in gigantischem Überfl uss vorhanden, daher kann es keine Energiekrise, sondern nur eine EnergienutzungsgeführtVorkrise geben. Der revolutionäre Schritt besteht darin, dass erneuerbare Energieumwandlung nicht mehr zentral, sondern dezentral funktioniert, und dass die Primärenergie nicht kapitalisierbar ist. Dies widerspricht den Denkmustern der alten Energiebereitsystemssteller, die mit dem alten System ihre Macht und ihren Reichtum aufgebaut haben. Von beidem trennen sie sich nicht gerne, daher leisten sie offenen bis subtilen Widerstand. Es wird nichts nutzen. Das solare Zeitalter ist nicht aufzuhalten.


Hans Kronberger
Geht uns aus der Sonne- Die Zukunft hat begonnen
Uranus Verlag, ISBN: 978-3901626-51-7, Gebundener Ladenpreis: € 19,90
Homepage: www.uranus.at


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