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Die Mutter der SonnenSchein-Kampagne

Hildegard Breiner, Obfrau des Naturschutzbundes Vorarlberg, ist unsere Heldin der Woche. Von ihr stammt die Idee zur SonnenSchein-Kampagne, die einen Quantensprung für die gesamte Photovoltaikszene Österreichs bedeutete.

Sie engagiert sich auch grenzüberschreitend für den Umweltschutz im gesamten Bodenseeraum. In Vorarlberg ist sie als ‘Grand Dame" des Naturschutzes bekannt.

Ihr Engagement für die Erneuerbare Energie begann bereits vor vielen Jahren. Gemeinsam mit ihrem Mann engagierte sie sich in der Antiatombewegung und protestierte mit ihm am Zaun von Wackersdorf. Beide erkannten bald , dass man Alternativen zum Atomstrom aufzuzeigen muß und wie dringend notwendig eine Umorientierung im Energiebereich ist. Sie installierten einen Klimabus der mit Einrichtungen erneuerbarer Energie, unter anderem auch mit einer Photovoltaikanlage, ausgestattet war. Diese Solarstromanlage ging später als Spende nach Ghana. Dort ist sie bis heute an einer Schule in Einsatz, die 30 Kilometer abseits jedes Stromnetzes steht.
Auch für die Photovoltaik-Anlage am Landhaus in Bregenz war Hildegard Breiner ein wesentlicher Anstoß, weil sie immer wieder auf die Vorbildwirkung, die ein Bundesland natürlich haben soll, hinwies.

Oekonews: Warum setzen sie sich so vehement für die Erneuerbaren ein?

Breiner: Für mich war es immer wichtig, nicht nur gegen etwas zu sein, sondern auch die mögliche Zukunft aufzuzeigen. Und ein Ausstieg aus der Atomkraft ist mit einem Umstieg auf Erneuerbare Energie gleichzusetzen.

Oekonews: Was ist eigentlich die Vorarlberger SonnenSchein-Kampagne?

Breiner: Im Rahmen der Klimakampagne wurde nach Projekten gesucht, und da entstand die Idee dazu, die SonnenSchein-Kampagne war hier sicherlich das Erfolgreichste. Der Start erfolgte 1996. Die Aufgabe war, die Vorarlberger Bevölkerung zum Thema Photovoltaik zu sensiblisieren. Dies erfolgte durch die Errichtung von Gemeinschaftsanlagen.

Oekonews: Was waren für Sie wesentliche Punkte, damit das auch angenommen wurde?

Breiner: Die SonnenSchein-Kampagne war deswegen so erfolgreich, weil die Landesregierung sich von Anfang an bereit erklärt hat, die Mittel für entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und eine Förderung zur Anlagenerrichtung zur Verfügung zu stellen. Außer Vorarlberg hatte das noch niemand so gemacht. Bereits in den ersten 2 Jahren wurden in 30 von 96 Vorarlberger Gemeinden Solarstrom-Gemeinschaftsanlagen errichtet.

Oekonews: Wie ging es weiter?

Breiner: Dann entstand die Idee mit einer Anlage in Minsk, am Sakharov-Institut. Da gab es bereits eine thermische Solaranlage, die ebenfalls mit Vorarlberger Unterstützung errichtet worden war. Am Anfang war ich unsicher, ob die Vorarlberger sich auch an einer Anlage in Weißrußland beteiligen würden, aber das hat funktioniert und am Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl, im April 1999, konnte auch diese Anlage in Betrieb genommen werden. Das war wirklich großartig, mit welcher Begeisterung die Photovoltaikanlage dort von den Studenten und Professoren angenommen wurde. Bei dieser Reise habe ich auch die Auswirkungen von Tschernobyl hautnah gesehen, als ich Marianne Mathis von den Vorarlberger Nachrichten in die Spitäler mit den Tschernobylopfern begleitet habe. Da wurde mir noch mehr bewußt, wie wichtig es ist sich gegen Atomkraft und gleichzeitig für Erneuerbare Energie einzusetzen.
In Vorarlberg pflanzten sich die Photovoltaikanlagen im Schneeballeffekt weiter, mittlerweile gibt es 900 Anlagen in Vorarlberg, 8,5 MW installierte Leistung. Das sind 80.000 m² Photovoltaikmodulfläche.

Oekonews: Was ist für Sie besonders wichtig?

Breiner: Dass wir bewiesen haben, nicht Neinsager zu sein, sondern Trendsetter!

Oekonews: Was wollen Sie uns als Lebensmotto mitgeben?

Breiner: Ausdauer ist die Macht der Ohnmächtigen! Man darf nicht gleich aufgeben, dann kommt man auch sicher zum Ziel.

Oekonews: Herzlichen Dank für das Gespräch!


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