© oekonews.at
© oekonews.at

Offener Brief: Internationales Kompetenzzentrum für Erneuerbare Energien -LFS Tulln- vor Schließung?

Wolfgang Löser - 1. Energieautarker Bauernhof - schreibt an den Landeshauptmann von Niederösterreich

An Herrn
LH Dr. Erwin Pröll
3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 1a


Sehr geehrter Herr LH Dr Pröll!

Wie ich aus den Medien erfahren habe, soll der Standort der Landwirtschaftlichen Fachschule Tulln geschlossen werden. Dies ist jedoch eine Schule der besonderen Art, welche über den Land – und Forstwirtschaftlichen Bereich hinaus bekannt ist. Sie zeigt Wege und Möglichkeiten für Bauern, Menschen Gesellschaft und Staaten, die lebensfähig und zukunftsweisend für unsere Existenz auf unserem Planeten Erde sind, um diese verantwortungsvoll zu gestalten. Es gibt dort unzählige Antworten zu dem katastrophalen Klimawandel, der bereits eine enorme Dynamik entwickelt hat. Aktuell werden seit 16 Monaten die Daten dazu jeden Monat durch schlimmere Wetterdaten nach oben korrigiert. Die Landwirtschaft ist durch Wetterextreme bereits besonders arg betroffen und die finanziellen Auswirkungen werden ins Unermessliche steigen, wie Versicherer verstärkt betonen. Schäden werden bald nicht mehr gedeckt werden können.

Darüber hinaus werden in der LFS Tulln Techniken und Strategien praxisnah gezeigt, um für die Landwirtschaft Wege aus der Abhängigkeit internationaler fossiler /atomarer Energiekonzerne zu ermöglichen. Gerade unsere kleinstrukturierte, aber bereits industrielle Landwirtschaft, so wie wir sie heute betreiben, benötigt weltweit ca. 23% des gesamten fossilen Energiebedarfes, was eine äußerst brisante Situation darstellt, die enorme Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit jedes Bauernhofes hat, wobei durch die steigenden Kosten für fossile Betriebsmittel ein weiter wie bisher immer unmöglicher wird. Die Lösung der Energiefrage ist die zentrale Aufgabe, bei der gerade die Land-und Forstwirtschaft maßgeblich mitgestalten kann.

’Die Wirtschaft, die den Umbau auf regenerative Energie zuerst schafft, wird in Zukunft stark sein und nicht jene, die sich am längsten dagegen sträubt.” Dr. Ludwig Bölkow

Dieser arge Trend des fossilen Systems ist klar zu erkennen: 16.000 der 41.000 Betriebe sind in NÖ direkt gefährdet. Gerade die LFS Tulln, mit ihrem überaus innovativen und engagierten Dir. Josef Meisl zeigt seit Jahrzehnten für JEDEN Lösungen und Möglichkeiten, besonders für die Landwirtschaft, um wieder Zukunftsfähigkeit zu erlangen. Nicht ohne Grund besuchen jedes Jahr weit über 10.000 internationale Gäste, Experten und Kapazitäten diese Schule. Außerdem präsentieren weit über 200 Firmen ihre innovativen Produkte bei diesem vorbildlichen, international erfolgreichen Standort in Tulln, mitten im Herzen von NÖ.

Es liegt an Ihnen die Weichen zu stellen um den Standort der LFS Tulln weiter zu ermöglichen – und damit uns allen eine Zukunft zu geben.

Ein weiter wie bisher, ohne die dringenden Veränderungen, wie sie in der LFS Tulln aufgezeigt werden, würde uns dasselbe Schicksal bringen, wie es Weltkonzerne, wie Kodak, Olympia, Nokia,..uvm. durch ihren eigenen Untergang durch das Festhalten an vergangenen Strukturen schmerzvoll erfahren mussten. Ich denke es ist längst überfällig, klare Linien mit politisch mutigen Entscheidungen zu treffen, wohin unsere Landwirtschaft, Gesellschaft, Staat, gehen soll. Es reicht längst nicht mehr aus, nur gegen Atomenergie zu sein, wie es das Land NÖ vorbildlich zeigt, sondern es ist notwendig, auch Möglichkeiten und Perspektiven zu unterstützen, welche die Antiatompolitik erst glaubwürdig machen, besonders auch im Bereich der Land- und Forstwirtschaft.

Deshalb ersuche ich sie dringend, geben sie dem Land, den Bürgern, den Menschen, der Land- und Forstwirtschaft und besonders unseren Kindern und Enkeln diese Chance, in einer Welt zu leben, in der es sich lohnt, eine Zukunft zu haben. Bitte setzen sie sich dringend zum Erhalt des Standortes der LFS in Tulln ein und bauen sie diese noch weiter aus. Es ist eine unaufschiebbare Notwendigkeit für uns alle!!! Es geht dieses Mal nicht darum, ob eine LFS mehr oder weniger betrieben wird, sondern um eine fundamentale Verantwortung, welchen Weg wir gehen wollen. Und diesen Weg können wir in der LFS Tulln mit Dir. Josef Meisl mehr als deutlich erkennen.


Mit sonnigen Grüßen
Wolfgang Löser

‘Erster energieautarker Bauernhof Österreichs’ seit 2002
Untere Dorfstrasse 23
A-2004 Streitdorf
Tel: 02269 2317
www.energiebauernhof.com

_________________________________________________________________________
Mit der Bitte um Weiterleitung und Unterstützung! Schreiben sie auch Ihre Meinung dazu. Diese LFS leistet immense Weiterbildung zu erneuerbaren Energien!

Der Brief kann auch gern kopiert und an das Büro von LH Pröll gesendet werden.
Es wäre einfach zu schade, einen Schulstandort mit so großem Engagement seitens des Direktors und der Lehrer und Lehrerinnen, zu verlieren!

GastautorIn: Wolfgang Löser für oekonews.
Artikel Online geschalten von: / holler /