© GLOBAL 2000-Christoph Liebentritt / Umweltschützer in Paris
© GLOBAL 2000-Christoph Liebentritt / Umweltschützer in Paris

In Paris: Erstmals eine Menschheitsfamilie

Auf dem Klimagipfel in Paris wurde erstmals ein Denken für die ganze Menschheitsfamilie erkennbar. Alle 195 Staaten und die EU sind sich einig: Wir müssen das Klima so schützen, dass es nicht mehr als 1,5 bis zwei Grad wärmer wird.

Und alle wollen jetzt mitmachen: Saudi-Arabien ebenso wie Bangladesch, Indien und China, Deutschland und die USA, Afrika und Südamerika. Mit dieser Absichtserklärung ist das Weltklima zwar noch nicht gerettet, aber gegenüber früheren Konferenzen ist dieses einstimmige Ziel ein unbestreitbarer Fortschritt.

Außerdem war Paris der erste Klimagipfel, auf dem der 100%-Umstieg auf eine erneuerbare Energiewirtschaft als machbar anerkannt wurde. Und endlich wurden die Inselstaaten, die durch den Anstieg des Meeresspiegels vom Absaufen bedroht sind, ernst genommen.

Seit dem Jahr 2.000 wurde weltweit der Ausbau der Photovoltaik bereits verhundertfacht, der Ausbau der Windenergie verzehnfacht. Das Signal von Paris ist eindeutig: Weiter so! Kluge Investoren kennen jetzt klarer als je zuvor die Richtung der Entwicklung: Die Welt wird erneuerbar.

Wer jetzt noch daran zweifelt, ist ein unverbesserlicher Dummkopf. Die Investoren in die Energiewende fühlen sich durch das ‘Wunder von Paris’ bestätigt und bestärkt.

So weit, so gut! Konkret und praktisch aber müssen die Beschlüsse erst noch werden. Die Zusagen von Paris reichen höchstens für eine Drei- bis Fünf-Grad-Erwärmung. Das aber wäre ein nicht mehr beherrschbarer Klimawandel. Wenn ‘Paris’ wirklich zu einem ‘Großen Sprung nach vorn für die Menscheit’ ( Francois Hollande) werden soll, dann brauchen wir rasch eine weltweite CO2-Steuer auf die fossilen Rohstoffe.

Für Deutschland heißt das: Rasch raus aus der Kohle. Und für Investoren: Keine Kohle mehr für die Kohle. Die weltweit noch geplanten 2.200 Kohlekraftwerke dürfen nicht gebaut werden und die noch laufenden müssen schneller vom Netz. Nur wenn bereits 2020 weniger Treibhausgase emittiert werden, kann die Erderwärmung bei unter zwei Grad gestoppt werden.

Schon jetzt werden weltweit mehr Öko-Kraftwerke gebaut als fossil-atomare. Natürlich versucht auch jetzt wieder die Atom-Lobby mit viel Geld eine ‘Renaissance der Atomkraft’ herbei zu reden. Doch inzwischen macht ihr die Ökonomie einen Strich durch ihre schon immer falschen Rechnungen. Selbst ohne die unermesslichen Folgekosten der atomaren Müll-Entsorgung ist eine Kilowattstunde Atomstrom teurer als erneuerbarer Strom. Schon heute und erst recht morgen.

Vor allem deshalb werden sich Banken und Versicherer, Staatsfonds und Kommunen, Universitäten und Privat-Investoren weigern, weiterhin in alte Energieträger zu investieren. Die ‘Divestment’-Bewegung wird nach und durch ‘Paris’ jetzt noch schneller wachsen und der Systembruch in der Energiewelt wird sich beschleunigen. Er ist – jetzt für alle erkennbar - unvermeidbar geworden.



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Quelle: © Dr. Franz und Bigi Alt / Sonnenseite.com

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