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Einblick in Energiewendeprojekte der EVN beim Solarstammtisch von EUROSOLAR AUSTRIA

Niederösterreich ist bilanziell stromautark. Die EVN hat dazu einen Beitrag geleistet. Auf der anderen Seite muss angesichts der noch verbleibenden Zeit zur Erreichung des 1,5°C Ziel noch viel u.a. auf Grund vergangener Fehlentscheidungen (Kohlekraftwerk in Deutschland, Ausbau des gelben Spinnennetzes, …) und gegenwertiger Fehlentscheidungen (Förderung von Gaskesseln, …) getan werden.

Mag. Jochen Förster-Kugler, Information und Kommunikation, EVN Konzern sowie Wolfgang Vitovec, Netz Niederösterreich GmbH, gaben Einblick in aktuelle Energiewendeprojekte.

Photovoltaik und E-Mobilität im städtischen Gebiet: Zweiter Feldversuch in Echsenbach

In Eschenbach testet man die Auswirkungen von Elektrofahrzeugen auf das lokale Stromnetz. Gleichzeitig erprobt man in einer neue Einfamilienhaus-Siedlung „All electricity“ (Wärmepumpen und E-Mobilität), „Faires Laden“ über Wallboxes. Energiemanagement optimiert Zusammenspiel
zwischen Photovoltaik, Batteriespeicher und Verbrauchern. Demand-Site-Management kommt dabei zum Einsatz: Laden der E-Autos gesteuert durch „Netzzustand“.

Keine Frage ist, dass das Stromnetz, welches für zentrale Erzeugung und dezentralen Verbrauch ausgerichtet war, fit für die dezentrale Energiewende gemacht werden muss.

Batterieforschung in Prottes

Integration von Strom aus Wind und Sonne bringt Herausforderungen und Lösungen mit Speichern mit sich. In anderen Ländern gibt es dazu schon zahlreiche Projekte. Im Gegensatz zum Projekt in Prottes sind Beteiligungen am Regelenergiemarkt Realität.

Im Rahmen des Energieforschungsprogramms (e!MISSION) erprobt die Netz Niederösterreich GmbH einen Lithium-Großspeicher (LG, die gleichen Batterien wie im Renault Zoe). Ziel ist die
Integration von Strom aus fluktuierenden erneuerbaren Energieträgern (Wind, Sonne), Netzstabilisierung, Peak Shaving und „Fahrplanbetrieb“, Primärregelung, (Frequenzstabilisierung)
Enhanced Frequency Response (EFR), („rasche“ Frequenzstabilisierung), Virtuelle Schwungmasse (VSM), Schwarzstart- und Inselfähigkeit, statische Spannungshaltung, dynamische Netzstützung, Symmetrierung, multimodaler Betrieb.

Weitere Speicherprojekte

Daneben werden weitere Speicherprojekte durchgeführt. Dazu zählen: Wind2Hydrogen (gemeinsam mit OMV und Fronius). Power2Heat: Pilot-Energiewandler in Theiß: Überschussstrom wird in Wärme gespeichert (5 MW Anlage, intelligente Einbindung des Fernwärmespeichers, Einspeisung von Erneuerbarer Wärme in das Fernwärmenetz Krems, Netzstabilisierung).

Diskussion und Forderungen an die Politik

Die Frage, die auch in der Diskussion des Solarstammtisches aufkam ist, wie man den Überschussstrom aus dem Sommer in den Winter bekommt. Auf alle Fälle muss die Energiewende als komplexes Thema betrachtet und verstanden werden. Es braucht die Ausschöpfung der Effizienzpotenziale und alle Energieträger. Im Sommer ist es eine Sünde mit Biomasse oder Abfällen Wärme bereitzustellen. Power-to-Gas und 100% Methan in 10 bis 15 Jahren sind wohl eine Illussion. Synthetisches Gas für die energieintensive Industrie sowie lokale Erzeugung wären sinnvoll., so Aussagen aus dem Publikum Energiewende heißt auch Änderung unser Konsum- und Lebensstile (Besser leben mit weniger Energie z.B. Passivhausstandard beim Plusenergiehaus, Elektroautos satt Verbrenner - Wohlfühlumgebungen, die Wegfahren überflüssig machen, reparaturfähige Produkte, längerfristige Nutzung von Ressourcen (etwa 50% der Kunststoffe werden zur Produktion von Einwegverpackungen genutzt). Sollte Stahl in Afrika produziert werden?

In Richtung Politik wurde gefordert, die Einspeisevergütungen beizubehalten, sich für die Ökologisierung der Steuern, CO2-Mindestpreis - Irland, Niederlande, Frankreich denken dies an, Großbritannien hat einen festgelegt, Internalisierung externer Kosten, den Abbau umweltschädlicher Subventionen ein zusetzen oder z.B. den Energieaustausch in Wohngebieten zu ermöglichen.


Der Vortrag steht online zur Verfügung.


Artikel Online geschalten von: / wabel /