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Klimawandel: Land- und Forstwirtschaft ist Teil der Lösung

Appell: Rasch Regelung bei Tarifen für Holzkraftwerke finden

"Unsere Bäuerinnen und Bauern sind von den Folgen des Klimawandels als erste, direkt und in extremer Form betroffen, wie nicht zuletzt der extrem trockene Sommer 2018 gezeigt hat. Hauptverursacher der Wetterkapriolen ist die Verbrennung fossiler Energieträger, wie Kohle, Erdöl und Erdgas, sowie die damit verbundene Anreicherung von CO2 in der Atmosphäre. Wie jüngst sowohl der Weltklimabericht als auch der EU-Umweltrat unter österreichischer Leitung festgestellt haben, ist es allerhöchste Zeit zu agieren und den Einsatz fossiler Energieträger drastisch einzuschränken." Dies erklärte heute Landwirtschaftskammer (LK) Österreich-Präsident Josef Moosbrugger im Rahmen der LK-Klartext kompakt-Veranstaltung "Zukunft Heißzeit: Öl, Kohle & Gas heizen ein".

Holzkraftwerke erhalten

"Vor allem dort, wo es bereits marktfähige Alternativen gibt, wie bei der Wärme, haben fossile Energieträger nichts mehr verloren. Daher wäre es volkswirtschaftlicher Unfug, funktionsfähige und technisch einwandfreie Holzkraftwerke abzudrehen und dadurch der fossilen Energie Tür und Tor zu öffnen. Wir brauchen rasch eine praxistaugliche Lösung bei den fehlenden Nachfolgetarifen im Ökostromsystem. Denn ohne diese Kraftwerke sind notwendige CO2-Einsparungen zur Eindämmung des Klimawandels nicht möglich", warnte Moosbrugger. Er ergänzte: "Die Land- und Forstwirtschaft kann die Folgen des Klimawandels abschwächen, produziert sie doch erneuerbare CO2-neutrale Rohstoffe und Lebensmittel. Somit ist die Land- und Forstwirtschaft ein aktiver Teil der Lösung. Aber auch die Konsumenten können einen beachtlichen Teil zur Reduktion von CO2 beitragen, indem sie regional einkaufen. Waren, die es auch in der näheren Umgebung gibt, müssen nicht aus der ganzen Welt herangekarrt werden."

Waldbesitzer besonders betroffen

"Von extremen Wetterperioden, wie dem heißen und trockenen Sommerhalbjahr, ist der Wald besonders betroffen. Eine enorme Schädlingsvermehrung führte zum großflächigen Absterben breiter Waldregionen in vielen Teilen des Landes. Diese katastrophalen Auswirkungen auf die Produktionsgrundlagen haben nicht zuletzt zur Folge, dass Familieneinkommen für die nächsten ein bis zwei Generationen verloren geht. Die derzeit wichtigste Bekämpfungsmaßnahme ist die rasche Beseitigung von Borkenkäferholz aus dem Wald. Doch viele der betroffenen Waldeigentümer haben wegen der wirtschaftlichen Verluste weder finanzielle Mittel noch Arbeitskräfte, um auch noch die Wiederaufforstung und Pflege dieser Flächen durchzuführen. Wir verlangen daher finanzielle und personelle Unterstützung bei der Pflege der Wiederaufforstungen nach Borkenkäferbefall. Denn nur ein gesunder, klimafitter Wald kann der Gesellschaft neben dem klimafreundlichen Produkt Holz noch weiteren vielfältigen Nutzen bieten, wie Erholung, Schutz vor Lawinen oder Erdrutschen und Ausgleich für negative Klimafolgen", stellte der LK-Präsident fest.

Forschung vorantreiben

"Der Klimawandel wird vermehrt zu längeren großflächigen Trockenphasen oder auch Starkniederschlägen und Überschwemmungen führen. Solche extremen Wetterereignisse können zu verminderten Ernten und letztlich zu einer sinkenden Selbstversorgung Österreichs bei wichtigen Lebensmitteln führen. Damit die Bevölkerung jedoch auch in Zukunft mit regionalen Lebensmitteln optimal versorgt werden kann, muss die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung neuer klimaangepasster Pflanzensorten schaffen. Darüber hinaus muss in jenen Gebieten, die von der Trockenheit besonders bedroht sind, der Aufbau einer modernen Bewässerungsinfrastruktur unterstützt werden", so Moosbrugger.

Quelle: Landwirtschaftskammer Österreich


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