© Stefan Kopeinig/  Nachladen der beiden E-Autos
© Stefan Kopeinig/ Nachladen der beiden E-Autos

Waidhofen/Thaya ist Österreichs Bezirk mit höchstem E-Auto-Anteil

E-Mobilität wichtiger Baustein für Klimaschutz

Wien - Bereits 4,3 Prozent der im 1. Halbjahr neu zugelassenen Autos sind E-Pkw - nicht in ganz Österreich, sondern im Bezirk Waidhofen/Thaya. Damit ist der Waldviertler Bezirk Österreichs Bezirk mit dem höchsten Anteil von neuen E-Auto, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Dahinter folgen die Bezirke Bludenz, Horn und Bregenz. Der VCÖ weist darauf hin, dass die gesamte Palette an E-Mobilität ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaziele ist. Deshalb soll nach Vorbild Norwegens ein Zielzeitraum beschlossen werden, ab wann keine neuen Diesel- und Benzin-Pkw mehr verkauft werden.

171.770 Pkw wurden im 1. Halbjahr in Österreich neu zugelassen. Davon waren 2.008 rein elektrisch betriebene Pkw. Innerhalb Österreichs gibt es bei den E-Autos große regionale Unterschiede, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Mit Tamsweg und Wien-Ottakring gibt es nur mehr zwei Bezirke, wo im 1. Halbjahr kein einziges E-Auto neu zugelassen wurde. Auffallend ist, dass im Waldviertel und in Vorarlberg der Anteil der neuzugelassenen E-Pkw am höchsten ist, macht der VCÖ aufmerksam. Spitzenreiter ist der Bezirk Waidhofen/Thaya mit 4,3 Prozent E-Pkw-Anteil bei den Neuzulassungen, das ist dreieinhalb Mal so hoch wie im Österreich-Schnitt (1,2 Prozent). An zweiter Stelle liegt der Bezirk Bludenz (3,3 Prozent) vor dem Bezirk Horn (3,2 Prozent) und dem Bezirk Bregenz (3,1 Prozent). In Wien-Innere Stadt waren 3,0 Prozent der Pkw-Neuzulassungen rein elektrisch betriebene Pkw.

"Oft ist zu hören, E-Autos wären ein Stadtauto. Aber in Wirklichkeit sind sie für die Region und für kleine Orte bestens geeignet", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Zum einen haben in den Regionen viele ein Haus mit Garage, in der über Nacht das Auto einfach geladen werden kann. Gerade für die Fahrten von Zweitautos, die am Land weit verbreitet sind, reicht die Reichweite der Batterien leicht. E-Autos sind im Betrieb um ein Vielfaches günstiger als herkömmliche Autos. Wird viel gefahren, rechnet sich das E-Auto schneller. Wer mit Freunden oder Nachbarn Carsharing macht, spart sich einiges an Geld, so der VCÖ. In den Städten ist die Kombination Öffentlicher Verkehr, Radfahren und zu Fuß gehen am umweltfreundlichsten.

Der VCÖ weist darauf hin, dass der Klimavertrag von Paris bedeutet, dass bis zum Jahr 2050 der Verkehr ohne Erdöl funktionieren muss. Die E-Mobilität in ihrer gesamten Bandbreite, von der elektrischen Bahn, über E-Busse, E-Autos bis hin zu Elektro-Fahrrädern und E-Mopeds, ist ein wichtiger Baustein, um dieses Ziel zu erreichen, betont der VCÖ. E-Autos, verursachen mit Ökostrom um rund 75 Prozent weniger klimaschädliches CO2, als herkömmliche Autos. "Vielen ist nicht bekannt, dass das E-Auto bereits heute stark gefördert wird: E-Autos sind von der NoVA und von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit und zahlen keine Mineralölsteuer. Und für ein E-Auto, das als Firmenauto privat genutzt wird, fällt kein Sachbezug an", informiert VCÖ-Experte Gansterer.

Wichtig sind weitere politische Maßnahmen. So hat Norwegen beschlossen, dass ab dem Jahr 2025 keine neuen Diesel- und Benzin-Pkw mehr verkauft werden. Eine ähnliche Zielsetzung ist auch für Österreich wichtig, betont der VCÖ. Zudem sind die CO2-Grenzwerte für Neuwagen auf EU-Ebene deutlich zu verringern. Niedrige CO2-Grenzwerte bedeuten, dass die Hersteller mehr E-Autos auf den Markt bringen und damit sinken die Preise für E-Autos.

E-Autos alleine bringen aber den Verkehr nicht ans Klimaziel. Deshalb ist ein Gesamtkonzept wichtig, das schon bei einer verkehrssparenden Siedlungsentwicklung beginnt. Das Energiesparhaus ist zu einem Verkehrssparhaus weiter zu entwickeln. Zudem ist das klimafreundliche Mobilitätsangebot stark auszubauen, wie mehr öffentliche Verkehrsverbindungen, eine verbesserte Infrastruktur zum Radfahren und eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung, betont der VCÖ.


Bezirk Waidhofen/Thaya weist höchsten E-Auto-Anteil bei Neuzulassungen auf
(Anteil E-Autos an Neuzulassungen - Anzahl Neuzulassungen E-Autos 1.Halbajhr 2016)

Die TOP 25 Bezirke Österreichs

1. Bezirk Waidhofen / Thaya: 4,3 Prozent (18)
2. Bezirk Bludenz: 3,3 Prozent (47)
3. Bezirk Horn: 3,2 Prozent (26)
4. Bezirk Bregenz: 3,1 Prozent (65)
5. Wien-Innere Stadt: 3,0 Prozent (50)
6. Bezirk Mistelbach: 2,9 Prozent (34)
7. Bezirk Südoststeiermark: 2,7 Prozent (30)
Bezirk Kirchdorf / Krems: 2,7 Prozent (21)
9. Bezirk Hermagor: 2,5 Prozent (6)
10. Bezirk St. Johann im Pongau: 2,4 Prozent (31)
11. Bezirk Grieskirchen: 2,3 Prozent (20)
12. Bezirk Kitzbühel: 2,2 Prozent (35)
13. Bezirk Steyr Land: 2,1 Prozent (18)
14. Graz: 2,0 Prozent (115)
Graz Umgebung: 2,0 Prozent (45)
Bezirk Dornbirn: 2,0 Prozent (38)
Bezirk Zell am See: 2,0 Prozent (29)
18. Bezirk Feldkirch: 1,9 Prozent (43)
Bezirk Klagenfurt-Land: 1,9 Prozent (13) Waidhofen / Ybbs: 1,9 Prozent (5)
21. Bezirk Salzburg-Land: 1,8 Prozent (54) Bezirk Hallein: 1,8 Prozent(14)
23. Bezirk Gänserndorf: 1,7 Prozent (27)
Eisenstadt: 1,7 Prozent (13)
Bezirk Krems Land: 1,7 Prozent(12)
Quelle: Datafact, VCÖ 2016


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