© Florentine Maier/  Laute Töne am Meidlinger Platzl
© Florentine Maier/ Laute Töne am Meidlinger Platzl

Laute Töne zu den Kometgründen

Bei der Veranstaltung „Gemeindebautöne“ protestierten Bürgerinnen und Bürger für eine neue Flächenwidmung der Kometgründe.

Von den Balkonen des ‘August Fürst Hofs’ am Meidlinger Platzl ertönten am Samstag dem 30.4. laute Lieder gegen neoliberale Wirtschaftspolitik. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Gemeindebaus sangen im Rahmen einer künstlerischen Aktion von ihren Balkonen. Ergänzt wurde diese Darbietung von einer Plakatausstellung der Bürgerinitiative Kometgründe. Diese stellte bildhaft dar, was solche Politik in Meidling bedeutet:

Vor kurzem hat der auf den Kometgründen tätige Investor eine Neuauflage des seit 2004 geplanten Megaprojekts mit Shopping Center, Büroturm und dreistöckiger Tiefgarage eingereicht. Wieder würde starker Autoverkehr erzeugt, durch den die überhöhten Lärm- und Schadstoffwerte im Grätzl weiter steigen würden. Die kürzlich mit viel Steuergeld verschönerte Meidlinger Hauptstraße würde durch die Konkurrenz des Shopping Centers aussterben. In den letzten Jahren sind in Wien rund 200.000 m² EKZ-Flächen neu entstanden, auch im Einzugsbereich Meidlings. Die Kaufkraft der Bevölkerung hingegen ist nicht gewachsen.

Die politisch Verantwortlichen ignorieren, dass für die Kometgründe derzeit keine gültige Flächenwidmung besteht. Die umstrittene Hochhaus-Flächenwidmung für das Areal ist abgelaufen, weil sie mit Oktober 2013 befristet war, und weil die Baugenehmigung für das entsprechende Projekt 2015 vom Höchstgericht aufgehoben worden ist. Die Politik entzieht sich derzeit ihrer Verantwortung, eine sinnvolle neue Widmung zu beschließen. Bei der jüngsten Bauverhandlung glänzten zahlreiche zuständige Magistratsabteilungen durch Abwesenheit und blockierten dadurch Fragestellungen zur Umweltverträglichkeit des Projekts.

Die Bürgerinitiative Kometgründe setzt ihren bisher mühevollen aber erfolgreichen Rechtsweg-Marathon fort. Im Rahmen der ‘Gemeindebautöne’ präsentierte sie ihren Forderungen für einen Neustart auf den Kometgründen: Wohnbau, eine moderne Volksschule, Freiflächen und Geschäfte zur Nahversorgung in ortsverträglicher Größe würden dem Bedarf der Bevölkerung entsprechen. Eine entsprechende Flächenwidmung könnte es möglich machen.

Weitere Hintergrundinformationen der Bürgerinitiative:
www.bi-kometprojekt.at
www.facebook.com/groups/KometBI/

GastautorIn: Florentine Maier für oekonews.
Artikel Online geschalten von: / holler /