© Maria Lanznaster-pixelio.de
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Energiealternativen für die Ukraine

Österreichische Energieagentur bringt ukrainische Entscheidungsträger nach Österreich um Best Practice Beispiele für Erneuerbare zu präsentieren.

Die Energieversorgung der Ukraine ist durch die jüngsten politischen Entwicklungen in angespannter Lage: Lieferungen über Gaspipelines aus Russland und auch die Kohlegruben in der Ostukraine stehen nicht mehr so wie früher zur Verfügung.

Die Österreichische Energieagentur konnte im Auftrag der Zentraleuropäischen Initiative CEI (CEI Know-How-Exchange Program) und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft im Herbst 2014 ein Trainingsprojekt durchführen: Zwischen 13. und 17. Oktober 2014 wurden neun hochrangige Expertinnen und Experten der ukrainischen Verwaltung, der nationalen Energieeffizienzagentur (State Agency on Energy Efficiency and Energy Saving of Ukraine) und der Zivilgesellschaft (u.a. des nationalen Biomasse-Verbandes und des Scientific Engineering Center "Biomass") zu einem einwöchigen Trainingskurs in Österreich mit abschließender Exkursion eingeladen.

Im Mittelpunkt des einwöchigen Trainings standen die Erneuerbaren Energien mit Schwerpunkt auf dem Thema Biomasse, für deren Nutzung in der Ukraine erhebliches Potenzial besteht. Österreich kann diesbezüglich als Vorbild dienen, da hierzulande über Jahrzehnte Rahmenbedingungen geschaffen worden sind, um Biomasse zu einem der wichtigsten erneuerbaren heimischen Energieträger zu machen und langfristig am Markt zu etablieren. Entsprechend lag ein Fokus des Trainings auch auf den Rahmenbedingungen, von der Ausbildung von Installateuren bis zum Fördersystem und Qualitätsmanagement für Biomasse-Heizwerke. Am letzten Tag der Trainingswoche besuchte das ukrainische Team zwei Biomasse-Heizwerke in Niederösterreich. Insbesondere das strohbeheizte Fernheizwerk in Stetteldorf am Wagram erscheint modellhaft als Vorbild für die Ukraine geeignet, da Stroh einer der wichtigsten biogenen Energieträger der Ukraine ist.

Das Interesse an der Nutzung eigener erneuerbarer Ressourcen in der Ukraine ist im Zunehmen. Kleine und große Biomassesysteme werden, vor allem im Wärmebereich, als Alternativen zum Import von Erdgas gesehen. Das nationale Biomassepotenzial wird mit über 800 PJ pro Jahr angegeben, davon sind erst etwas mehr als 10 % realisiert.

Auch die Rahmenbedingungen in der Ukraine werden allmählich der neuen Situation angepasst: von der finanziellen Unterstützung der fossilen Energieträger, die in der Vergangenheit fast alle Biomasselösungen wirtschaftlich verunmöglichte, kommt man langsam zu einem Unterstützungssystem für Erneuerbare Energieträger. Gerade für diesen Änderungsprozess ist das Know-how aus Österreich willkommen.


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