© sxc.hu
© sxc.hu

ATOMIC BALTIC-Netzwerk: Anti-Atom-Kämpfe im Ostseeraum vernetzen

Das "Atomgefahren im Ostseeraum" (ATOMIC BALTIC)- Netzwerk/Projekt bringt Anti-Atom-Initiativen rund um die Ostsee zusammen.

OSTSEE/Doebeln - Das Projekt stellt Moeglichkeiten zum Organisieren von Protesten gegen die Neubauplaene von Atomkraftwerken (AKW) bereit und staerkt durch den Austausch in dem neuen Netzwerk die Anti-Atom-Kaempfe rund um die Ostsee. Kuenstler*innen, Campaigner*innen und Aktivist*innen stehen in Austausch, um einander zu unterstuetzen und sich gegenseitig zu effektiveren Aktionen zu inspirieren.

Vom 8. bis 14. Dezember fand das zweite Arbeitstreffen des Projekts in Doebeln, Sachsen, statt. Hier setzten die Beteiligten ihre Nachforschungen zu den Atomanlagen im Ostseeraum fort. Das Ergebnis wird ein Nachschlagewerk, das einen knappen Ueberblick zu jeder dieser Anlagen, einschliesslich Kontakten zu aktiven Anti-Atom-Gruppen und Links sowohl zu den Webseiten der Kritiker*innen als auch der Betreiber*innen, bereit stellen wird. Andere Projektaktivitaeten umfassen Publikationen und die Verbreitung von Informationen, Netzwerktreffen, Strassenaktionen, oeffentliche Diskussionen, Protestaktionen und Ausstellungen.

Das ATOMIC BALTIC-Netzwerk/Projekt ist ein Versuch lokale, regionale und internationale Initiativen, Organisationen und Individuen im Kampf gegen atomare Entwicklungen ueberall rund um die Ostsee zu vereinen.
Es ist eine direkte Antwort auf die aktuelle Situation in der Region.
Die Ostsee ist das am meisten radioaktiv belastete Meer der Welt. Dies war die Schlussfolgerung eines bereits 2007 von der HELSINKI KOMMISSION - einer zwischenstaatlichen Organisation der Laender rund um die Ostsee - veroeffentlichten Berichts. Deren Untersuchungen zeigten, dass der Gehalt an menschgemachten Radionukliden in diesem hoeher als in jeglichem anderen Wasserkoerper der Welt ist. Verglichen mit dem Nordost-Atlantik und der Nordsee seien die Konzentrationen von Caesium-137 in der Ostsee 40 bzw. 10mal hoeher.

Ein weiterer Grund sind die AKW-Neubauplaene in mehreren Laendern. Nur ein Beispiel ist das finnische "Hanhikivi Cape", ein oekologisch wertvolles und naturgeschuetztes Gebiet, das von Fennovoima ausgewaehlt wurde, um ein weiteres Atomkraftwerk zu bauen. Nachdem vereinte Protesten in Finnland und BRD den deutschen Atomkonzern EON gezwungen haben das Vorhaben zu verlassen, ist der russische Staatskonzern Rosatom auf den Zug aufgesprungen. Verschiedene Organisationen und Initiativen in Schweden, Russland, BRD, Finnland und weiteren Laendern arrangieren in der Zwischenzeit Kampagnen, um dem Neubauprojekt der Atomindustrie den Todesstoss zu versetzen.

"Besorgte Menschen rund um die Ostsee fordern die atomkraftbefuerwortenden Politiker*innen und die Atomindustrie heraus.

Verbuendet in internationalen Netzwerken werden wir die Atomlobby daran hindern weiter unsere Gesundheit, die Umwelt und zukuenftige Generationen zu bedrohen", sagt Falk Beyer, einer der Campaigner im ATOMIC BALTIC-Netzwerk/Projekt. "Die Atomwirtschaft operiert global - der Widerstand gegen ihr toedliches Geschaeft wird ebenfalls internationaler. Zukuenftig koennen Anti-Atom-Aktivist*innen ihr Wissen und Ressourcen international teilen und muessen keine doppelte Arbeit mehr machen. Kampagnen und Aktionen werden ihre Wirkungen in koordinierten Aktivitaeten vervielfachen und Druck auf die Atomlobby mehr als nur regional ausueben. Jede kleine lokale Gruppe kann vor Ort die internationalen Kaempfe, z.B. durch die Organisation von Informationsveranstaltungen und Strassenaktionen, unterstuetzen."

Das Projekt startete im August 2013 und wird bis mindestens Ende 2014 fortgesetzt. Ein Ueberblick von Projekten, Veranstaltungen und Kampagnen ist auf der Internetseite des ATOMIC BALTIC-Netzwerk/ Projekts zusammen gestellt:
atomicbaltic.nuclear-heritage.net

GastautorIn: FB für oekonews.
Artikel Online geschalten von: / holler /