© Thomas Jantzen/ORF - Glückliche Preisträger und Gratulanten in Wien
© Thomas Jantzen/ORF - Glückliche Preisträger und Gratulanten in Wien

Klimaschutzpreis: Die Sieger stehen fest

Ausgezeichnet für aktiven Klimaschutz: - Passive house for active students! - Nachhaltige Ausbildung HLUW Yspertal - "Wimegg"- Morgenhof - Fassadendämmung aus Hanf

© Alexander Trinkl/oekonews - Gute Stimmung bei der Verleihung des Klimaschutzpreises
© Alexander Trinkl/oekonews - Gute Stimmung bei der Verleihung des Klimaschutzpreises

Wien- Ein volles Haus mit über 300 interessierten Gästen aus Politik und Wirtschaft, NGOs, Forschung, Kultur und Mediens sowie interessierter Umweltszene, gab es vorgestern Abend in der Siemens City in Wien.

Die vier besten Klimaschutzprojekte des Landes wurden im Rahmen der feierlichen Preisverleihung von Umweltminister Niki Berlakovich und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz vor den Vorhang geholt und mit dem Österreichischen Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Für die musikalische Untermalung sorgten The Su'Sis. Als Klimaschutz-Botschafterinnen gratulierten die bekannten Musicaldarsteller und Finalisten bei Dancing Stars Lukas Perman & Marjan Shaki, der charismatische Schauspieler und aktuelle "Jedermann" der Salzburger Festspiele, Cornelius Obonya, die Skisprung- und Trainerlegende Toni Innauer sowie die österreichische Spitzenköchin Lisl Wagner-Bacher den Preisträgerinnen und Preisträgern.

Die eingereichten Projekte waren hochkarätig, daraus die Sieger zu küren war sicher nicht einfach. Ingesamt wurden 230 zukunftsweisende Projekte für aktiven Klimaschutz zum Österreichischen Klimaschutzpreis 2013 eingereicht, der von Lebensministerium und ORF in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal vergeben wurde. Aus allen Einreichungen hatte dann eine Fachjury die besten 16 Projekte nominiert, die sich daraufhin einer öffentlichen Abstimmung durch das Publikum stellten. Rund 57.000 Österreicherinnen und Österreicher gaben ihre Stimme für eines der nominierten Projekte ab und zeigten damit, dass das Interesse an Klimaschutzprojekten in Österreich ungebrochen hoch ist.

Das österreichweite Projekt "Passive house for active students", die Nachhaltige Ausbildung der HLUW Yspertal (NÖ), "Wimegg" - der Morgenhof von Annemarie und Herbert Hochwallner (NÖ) und die Fassadendämmung aus österreichischem Hanf (OÖ) sind die vier Siegerprojekte des Österreichischen Klimaschutzpreises 2013.

"Der schlimmste Feind des Klimas ist nicht CO2, sondern Gleichgültigkeit. Die Statuette des Österreichischen Klimaschutzpreises ist in den vergangenen fünf Jahren bereits zum Wahrzeichen für aktiven Klimaschutz in Österreich geworden. Mit der Auszeichnung holen wir jene Menschen vor den Vorhang, die uns zeigen, wie wir mit einfachen Maßnahmen nachhaltig arbeiten, konsumieren und leben können. Denn nur wenn im Klimaschutz alle an einem Strang ziehen, wird es uns gelingen, unseren Kindern eine lebenswerte Umwelt zu übergeben", erklärte Umweltminister Niki Berlakovich anlässlich der Verleihung des Österreichischen Klimaschutzpreises 2013.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz meinte: "Die große Anzahl und Innovation der diesjährigen Einreichungen zeigt sehr gut, wie groß die Reputation der Marke 'Klimaschutzpreis' seit den vergangenen sechs Jahren nun geworden ist. Als Trägermedium dieses Preises war es dem ORF gemeinsam mit dem Lebensministerium immer ein zentrales Anliegen, als Dienstleister für Österreich eine Plattform für Kreativität, Innovation und Zukunftsdenken in Sachen Klimaschutz zu entwickeln. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich: Die heute ausgezeichneten Projekte sind wesentliche Beiträge zum Klimaschutz in Österreich."

Für alle, die die Stimmung des großartigen Abends noch im TV erleben wollen: Der ORF präsentiert die Höhepunkte der Preisverleihung in einer Ausgabe von "heute konkret spezial" am 14. November um 22.55 Uhr in ORF 2. ORF III zeigt die Highlights der Gala am Freitag, dem 15. November 2013, um 13.45 Uhr, gefolgt von 3sat am Mittwoch, dem 20. November 2013, um 12.00 Uhr.

Die Siegerprojekte 2013

Die vier besten Klimaschutzprojekte des Landes, die sowohl die Fachjury als auch das Publikum überzeugen konnten, wurden mit dem Österreichischen Klimaschutzpreis 2013 ausgezeichnet.

Siegerprojekt 2013 | Kategorie "Klimaschutz in Betrieben"

Projektname: Passive house for active students!

Eingereicht von: OeAD-WohnraumverwaltungsGmbH | Bundesland: Österreichweit

Kurzbeschreibung: Die OeAD-Wohnraumverwaltung hat den Passivhausstandard zu ihrem Mindestanspruch bei der Errichtung von OeAD-Studentengästehäusern erklärt und im Zuge dessen ihren ökologischen Fußabdruck bereits maßgeblich senken können. Mit der Realisierung von insgesamt fünf Objekten dieser Art ist es mittlerweile jährlich 2.500 Studierenden aus aller Welt möglich, während ihres Studienaufenthaltes in einem Passivhaus zu leben und zu studieren. Mit dieser Initiative setzt das Unternehmen einen deutlichen Akzent und beweist einmal mehr die Vorreiterrolle Österreichs bei energieeffizienten Bauweisen. Darüber hinaus wird das gesammelte Know-how über die Passivhausbauweise mit den internationalen Studierenden geteilt und das Bewusstsein dafür so in die ganze Welt weitergetragen. Die Sommerakademie "Green.Building.Solutions." der OeAD-Wohnraumverwaltung greift die zentralen ökologischen, ökonomischen, technischen und gesellschaftlichen Aspekte nachhaltigen und energieeffizienten Planens und Bauens auf und bietet ihren Absolventinnen und Absolventen die Möglichkeit, fachspezifische Inhalte aus interdisziplinärer Perspektive zu beleuchten und praxisnah kennenzulernen.


Siegerprojekt 2013 | Kategorie "Klimaschutz im Alltag"

Projektname: Nachhaltige Ausbildung HLUW Yspertal

Eingereicht von: Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe Yspertal; Ausbildungszweig: Umwelt und Wirtschaft | Bundesland: Niederösterreich

Kurzbeschreibung: Die Höhere Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft Yspertal ist die einzige Schule in Österreich die Jugendliche für eine rohstoff- und energiesparende bzw. nachhaltige und ökosoziale Wirtschaft ausbildet. Einerseits wird eine theoretische Schulausbildung für Umwelt-, Wasser- und Kommunalwirtschaft angeboten, gleichzeitig werden die Inhalte bei zahlreichen Projekten unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsidee auch in die Praxis umgesetzt. Die Schule ist seit 2008 Trägerin des Österreichischen Umweltzeichens. Sie wird energetisch mit Sonnenkollektoren, Photovoltaik- und Windkraftanlagen (letztere dzt. im Versuchsbetrieb), einer Elektroquadtankstelle, einem Kleinwasserkraftwerk, einer Hackschnitzelheizung und per Wärmerückgewinnung aus Abwasser versorgt. Der gesamte Energieverbrauch und die Energiegewinnung werden von einem Energiemanagementsystem gesteuert, das auch von den SchülerInnen betreut, dokumentiert und kontrolliert wird.


Siegerprojekt 2013 | Kategorie "Klimaschutz in der Landwirtschaft"

Projektname: "Wimegg", der Morgenhof - Land- und Energiewirtschaft von morgen

Eingereicht von: Annemarie und Herbert Hochwallner | Bundesland: Niederösterreich

Kurzbeschreibung: Der Bio-Betrieb "Wimegg" vereint nachhaltige Land- und Energiewirtschaft und wirkt als Vorbild für andere mit "Tagen der offenen Tür". Annemarie und Herbert Hochwallner versuchen, die bestmögliche Lebensqualität für Tier und Mensch zu erreichen und gleichzeitig unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden. Auf 65 Hektar (davon 15 Hektar Wald) betreiben sie eine extensive Milchviehhaltung, 600 Mostobstbäume in Streuobstlage liefern Obst für Säfte. Mit dem Anbau und der Zucht von fast verloren gegangenen Pflanzenarten und Tiergattungen wird ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität geleistet. Gebaut wird mit Baustoffen aus der Region (Stein, Lehm, Holz). Die Photovoltaikanlage liefert Strom für eine energieeffiziente Heutrocknungsanlage, ein Elektroauto und -stapler. Der aktuelle Umsetzungsstand des Projekts liegt bei 80 Prozent, wobei bereits jetzt am Hof mehr Energie erzeugt als verbraucht wird.

Siegerprojekt 2013 | Kategorie "Klimaschutz durch Innovation"

Projektname: Fassadendämmung aus österreichischem Hanf

Eingereicht von: NAPORO Klima Dämmstoff GmbH | Bundesland: Oberösterreich

Kurzbeschreibung: Jährlich werden in Österreich und Deutschland etwa 50 Mio. m2 Fassaden gedämmt. Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) bestehen zurzeit vorwiegend aus EPS (expandiertes Polystyrol). Die NAPORO Klima Dämmstoff GmbH hat die "Hanffaser-Platte", eine Dämmplatte aus österreichischem Hanf, entwickelt, die - genau wie herkömmliche WDVS - im Massivbau verwendet werden kann. Unter dem Motto "Hanf dämmt grüner" wird das Material seit 2013 vom oberösterreichischen Unternehmen Capatect Baustoffindustrie GmbH vertrieben. Die Hanf-Dämmplatte wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Im Gegensatz zu gängigen Dämmstoffen wird mehr CO2 im Material gebunden, als durch die Herstellung freigesetzt wird. Die Hanffaser-Platte kann zu neuen Dämmplatten recycelt oder als Rohstoff zur Biogasgewinnung verwertet werden.



230 eingereichte Projekte, 16 Nominierte, 4 Siegerprojekte

Für den Österreichischen Klimaschutzpreis 2013 wurden insgesamt 230 innovative Projekte eingereicht. Eine Fachjury hat alle Einreichungen - von Unternehmen, Organisationen, Vereinen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatpersonen - bewertet und die vier besten Projekte jeder Kategorie für den Österreichischen Klimaschutzpreis nominiert. Die 16 Nominierten wurden von Ende September bis Ende Oktober im ORF-Servicemagazin "heute konkret" und auf www.klimaschutzpreis.at präsentiert und stellten sich anschließend der öffentlichen Abstimmung. Nach Abschluss der Votingphase wurden aus der Bewertung der Fachjury und den abgegebenen Stimmen des Publikums die vier Siegerprojekte des Österreichischen Klimaschutzpreises 2013 ermittelt.

Auch die großen Ideen der Jüngsten wurden 2013 wieder ausgezeichnet: Für ihr Projekt "Heimliche Stromfresser" erhielt die dritte Klasse der NMS1-HS1 Feldkirchen (Kärnten) im Juni den Österreichischen Klimaschutzpreis Junior.



Unterstützung erhielt der Österreichische Klimaschutzpreis von der Hofer KG und ihrer Bio-Marke "Zurück zum Ursprung", die im Jahr 2009 für die Ausschilderung des CO2-Fußabdrucks auf den Produkten selbst zu den Preisträgern des Österreichischen Klimaschutzpreises zählte, von der Österreichischen Hagelversicherung, Siemens Österreich sowie vom Wirtschaftsmagazin "Format".



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