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(Energie)Markt benötigt Schutz - vor der (Energie)Politik

Die Stromwende wäre ökonomisch positiv abgehakt, wäre da nicht die Politik.

Vor der Wahl gehört es in Diskussionen (leider, aber zurecht) zum guten Ton, der Politik ihre Inkompetenz zu bescheinigen.

Wie sehr dies für die Stromwende zutrifft, kann man selten klar, ungeschminkt, und vollkommen sachlich in einem aktuellen ZDF-Beitrag (30 Minuten) nachsehen. Bitte, tun Sie es unbedingt. Vor allem die positiven Beispiele, wie, ja, einfach! die Stromwende realisierbar und auch problemlos finanzierbar ist – nicht irgendwann sein wird.

Was soll ein Beitrag über Deutschland für Österreich bieten? Heimischer Stromhandel und folglich dessen Preisgestaltung hängt entscheidend von dem ab, was die Stromwirtschaft der BRD tut oder unterlässt. Wir sind diesbezüglich abhängig, ob uns das nun gefällt oder stört.


Komprimiert dargestellt zeigt der Beitrag: Die Politik privilegiert die Industrie und bestraft den Rest, die große Mehrheit; 50 % des Ökostromzuschlags kommen nicht der Stromwende zugute; Betriebe bauen sich bereits Photovoltaikanlagen ohne Förderung und das mit Profit; eine Firma mit 4 Mitarbeitern liefert Ökostrom mit 10-Jahres-Preisgarantie billiger als der regionale Egalstrom-Anbieter; ein Finanzexperte sieht nach starken Aktienwertverlusten Stromkonzerne in enormen Troubles (z.B. RWE in drei Jahren -59 %); diese suchen nun – sehr verspätet - neue Geschäftsmodelle bzw. Privilegien; etc.

Die sonderbare Antwort der deutschen Regierung auf diese Entwicklung wird von der österr. kopiert und heißt: WENIGER ÖKOSTROMAUSBAU. Er sei angeblich zu teuer. Und das ist hüben wie drüben der Grenze dem Wahlvolk glatt, wissentlich und schamlos ins Gesicht gelogen.


Ein funktionierender Markt, der dann zum Vorteil der Konsumenten scharf kalkulierte Preise nach sich zieht, benötigt faire Rahmenbedingungen, sprich Gesetze. Am Beispiel Ökostrom ist nachvollziehbar, wie preistreiberisch jedoch verfehlte bzw. Klientel-Politik (warum wohl?!) wirkt.

Zudem lässt sich analog glaubhaft ableiten: Die Energiewende insgesamt ist finanzierbar, noch dazu deutlich günstiger, würde die Politik bloß nicht massiv in Töpfen rühren, die sie nichts angehen.

www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1981384/ZDFzoom:-Preistricks-beim-Strom



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GastautorIn: Dr. Fritz Binder-Krieglstein für oekonews.
Artikel Online geschalten von: / holler /