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Einfache und kundenfreundliche Tarife statt Pendlerzuschlag

VCÖ: Anzahl der Verbindungen erhöhen, Österreich-Ticket rasch einführen

Wien - Die aktuellen Tarifentwicklungen beim Bahnfahren drohen den Tarifdschungel weiter zu verschärfen. Der VCÖ lehnt den Aufschlag der WestBAHN für Pendlerinnen und Pendler und die geänderten ÖBB-Tarifbestimmungen, wodurch Verbundkarten und ÖBB-Fahrkarten nicht mehr uneingeschränkt kombinierbar sind, ab. Beim VCÖ-Bahntest sprachen sich die Pendlerinnen und Pendler für häufigere Zugverbindungen sowie ein Österreich-Ticket, das bundesweit für alle öffentlichen Verkehrsmittel gilt, aus. Der VCÖ unterstützt diese Forderungen der Pendlerinnen und Pendler.

"Bahnfahren muss so einfach wie möglich sein. Dazu gehören häufige Verbindungen, umfassende Informationen, barrierefreie Einstiege und auch einfache Tarife. Noch nie war die Bereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher auf die Bahn umzusteigen so groß wie heute. Deshalb sollten die Tarife nicht verkompliziert, sondern vereinfacht werden", spricht sich VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer gegen den angekündigten Zuschlag für Pendlerinnen und Pendler in der WestBAHN aus.

Der VCÖ weist auf die Ergebnisse des diesjährigen VCÖ-Bahntest hin: Jeder dritte befragte Pendler gab beim VCÖ-Bahntest an, heuer häufiger mit der Bahn zu fahren als vor einem Jahr. 61 Prozent fahren gleich oft. 43 Prozent der Pendler sagten, dass sie zumindest auf einzelnen Strecken vom Auto auf die Bahn umgestiegen sind. Der VCÖ hat im Rahmen des VCÖ-Bahntest österreichweit in sieben Bahnunternehmen mehr als 3.000 Pendlerinnen und Pendler befragt.


"Mehr Bahn bedeutet geringere Mobilitätskosten für die privaten Haushalte. Die flexibleren Arbeitszeiten bedeuten, dass es auch am späteren Abend mehr Zugverbindungen braucht. Viele Autofahrer steigen gerne auf die Bahn um, wenn es das entsprechende Angebot gibt", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Der VCÖ lehnt zudem die geänderten Tarifbestimmungen der ÖBB ab. Demnach können Inhaberinnen und Inhaber einer Verbund-Netzkarte die Fahrkarte nicht mehr wie bisher automatisch ab der Verbundgrenze lösen, sondern nur dann, wenn der Zug an der Verbundgrenze einen Halt hat. Der VCÖ unterstützt den Wunsch der Pendlerinnen und Pendler nach einem Österreich-Ticket, das bundesweit auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln gilt. Noch die jetzige Bundesregierung sollte die Einführung des Österreich-Ticket in die Wege leiten. Zudem weist der VCÖ auf die seit Jahresanfang bestehende Möglichkeit des Öffi-Jobtickets hin. Unternehmen können nun freiwillig ihren Beschäftigten die Fahrkarte für den Öffentlichen Verkehr am Arbeitsweg als steuerfreien Sachbezug zur Verfügung stellen. "Unternehmen und Betriebe fördern damit, dass ihre Beschäftigten verkehrssicher und umweltfreundlich zur Arbeit kommen und ersparen sich teure Firmenparkplätze", so VCÖ-Experte Gansterer.

VCÖ-Bahntest: Bahnpendler wollen gute Anschlüsse und häufigere Zugverbindungen
(Welche Maßnahmen sind nötig, damit mehr Menschen Bahnfahren)

1. Gute Anschlüsse an Bus und Bahn: 62 Prozent

2. Häufigere Zugverbindungen: 61 Prozent

3. Mehr Zugverbindungen am späten Abend: 54 Prozent

4. Pünktlichere Zugverbindungen: 53 Prozent

5. Schnellere Zugverbindungen: 52 Prozent

6. Kurze Wartezeiten beim Umsteigen: 51 Prozent

7. Guter Empfang für Mobiltelefon und Internet: 31 Prozent

8. Moderne, komfortable Waggons: 30 Prozent

9. Barrierefreier Einstieg: 26 Prozent

10. Steckdose am Sitzplatz: 24 Prozent
Quelle: VCÖ-Bahntest 2013

VCÖ-Bahntest: Welche Maßnahmen in Zukunft für das Bahnfahren sehr wichtig sind (sehr große Bedeutung für das Bahnfahren aus Sicht der Bahnpendler)

1. Taktfahrplan mit häufigen und regelmäßigen Verbindungen: 69 Prozent

2. Österreich-Ticket (Eine Fahrkarte für alle Öffis): 68 Prozent

3. Ausreichend Pkw-Parkplätze bei Bahnhöfen: 40 Prozent

4. Elektronisches Ticketing: 35 Prozent

5. Ausreichend Fahrradabstellanlagen: 34 Prozent

6. Infrastruktur E-Mobiltät: 22 Prozent
Quelle: VCÖ-Bahntest 2013

VCÖ-Bahntest: Was Bahnpendler zum Umstieg von Auto auf Bahn motiviert
(sehr großen bzw. großen Einfluss auf Umstieg von Auto auf Bahn)

1. Steigende Spritpreise: 75 Prozent

2. Verbessertes Angebot der Bahn: 56 Prozent

3. Steigende innerstädtische Parkgebühren: 53 Prozent

4. Kürzere Fahrzeit der Bahn: 51 Prozent

5. Arbeitsplatzwechsel: 45 Prozent

6. Preisliche Sonderangebote: 44 Prozent

7. Wohnortwechsel: 40 Prozent
Quelle: VCÖ-Bahntest 2013


Statistische Daten zum VCÖ-Bahntest 2013:
Anzahl befragte Pendlerinnen und Pendler: 3.034
Umfragezeitraum: Mai bis Juli 2013
Befragungen in den Zügen der Graz-Köflacher Bahn, ÖBB, Raaberbahn, Steiermärkische Landesbahnen, Westbahn, Wiener Lokalbahnen, Zillertalbahn



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