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Ende einer Illusion

Warum ökologisch korrekter Konsum die Umwelt nicht retten kann- Ein OEKONEWS-Buchtipp

Konsumieren wir uns zu Tode? Wo liegt der Schlüssel zur Nachhaltigkeit? Können wir als Konsument überhaupt etwas verändern? Retten wir die Welt, wenn wir öklogisch korrekt konsumieren?

Konsum macht rund 75 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung aus, Privatkonsum hat davon einen Anteil von 50 bis 60 Prozent. Diese Fakten zeigen bereits, welche Macht der Faktor Konsum hat.

Aber diese weltweiten Entwicklungen haben auch vehemente Schattenseiten: Umweltzerstörung durch Energie- und Ressourcenverbrauch, Emissionen, Abfälle und Biodiversitätsverlust gehen damit einher. Auch soziale Faktoren wir z.B. die Ausbeutung von Arbeitnehmern in manchen Ländern, entsprechend ungerechte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit spielen eine große Rolle.

Die Wechselwirkung aus Wirtschaftswachstum und Zunahme des Konsums wird als eine wesentliche Ursache dieser Probleme gesehen. Daher lautet eine berechtigte Frage: Konsumieren wir einfach zu viel? Müssen wir unser Konsumverhalten komplett ändern, sollen wir einfach auf den Großteil dieses endlosen Konsums verzichten? Nachhaltiger und umweltbewusster Konsum, der in der Verantwortung jedes einzelnen liegt- ist das die Lösung? Hat der individuelle Konsument allein die Verantwörtung zu tragen? Es wird immer schwieriger für den Konsumenten, ganz alleine richtig zu entscheiden: z.B. ist Biogemüse aus dem Ausland nachhaltiger, oder das regionale Gemüse ohne Transportbelastung?

Armin Grunwald meint, dem individuelle Konsumenten wird damit zuviel Verantwortung zugeschoben der Druck auf den Konsumenten, sich entsprechend korrekt zu verhalten, steigt. Ist nun Askese angesagt? Eine nachhaltige Zukunft kann nicht nur durch das korrekte Handeln von Privatverbrauchern erreicht werden. Dies ist eine Illusion. Wir sind mit der raschen Entscheidung, was nun jeweils wirklich nachhaltiger ist, oft überfragt.

Was notwendig ist, ist ein Kurswechsel - die politischen Rahmenbedingungen müssen entsprechend geändert werden, z. B. durch entsprechende Steuerreformen mit Besteuerung von Gütern und Dienstleistungen oder durch die Schaffung entsprechender Anreize. Damit diese Rahmenbedingungen sich ändern, sind jedoch politische Entscheidungen notwendig. Die Politik muss handeln und hat hier ganz konkrete Aufgaben.

Und hier bekommt der Konsument wieder eine wichtige Rolle, er muss sich aktiv engagieren, als Bürger, er muss an die Mitverantwortung aller erinnern, denn wir sind Teil des politischen Systems.

Wir dürfen nicht resignieren und meinen, als Einzelner sowieso nichts ändern zu können - mehr Engagement und Initiative ist angesagt, nicht der Rückzug ins Private, Das der Konsum im privaten Bereich entsprechend nachhaltiger zu gestalten ist, ist ein willkommener Nebeneffekt, aber nicht die Hauptsache.

Ein leicht lesbarer Band, der für Diskussionen und Nachdenken zum Thema nachhaltiger Konsum sorgt. Ein willkommener Denkanstoß mit einem Appell zu zivilgesellschaftlichem Engagement.

Ende einer Illusion

Warum ökologisch korrekter Konsum die Umwelt nicht retten kann
ISBN 978-3-86581-309-1 9,95 Euro (D) 10,30 Euro (A)
oekom verlag
Autor : Armin Grunwald


Armin Grunwald leitet das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Forschungszentrum Karlsruhe und ist Professor an der Universität Freiburg.


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