© Raiffeisen-Leasing
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Elektroauto: Künstlicher Lärm zu laut?

Autohersteller legen Beschwerde gegen Regelungen der zuständigen US-Behörden ein

Autohersteller kämpfen gemeinsam gegen die geplanten neuen Regeln zu künstlichem Lärm von E-Fahrzeugen in den USA. Am Freitag hat die Vereinigung der globalen Automobilhersteller und der Allianz der Automobilhersteller gemeinsam einen Beschwerde verabschiedet, der vorschlägt, die vorgeschlagenen Regelungen nochmals im Detail zu überdenken.

Die US-amerikanische "National Highway Traffic Safety Administration" (NHTSA) arbeitet seit 2010 an Vorschriften. Bereits seit einiger Zeit gibt es Bedenken, dass die leisen Fahrzeugen zu einem Anstieg der Unfälle mit Fußgängern, insbesondere mit Sehbehinderten, beitragen könnten. Die Autohersteller meinen nun dass die NHTSA mit ihren Bestimmungen zu weit gegangen ist, und dass zusätzliche Zeit notwendig ist., um den Vorschlag zu verfeinern. Die neuen Regeln sollten in den USA ab September 2014 in Kraft treten, der Zeitpunkt soll nach Wunsch der Hersteller auf 2018 verschoben werden.

"Wir haben ernsthafte Bedenken, dass die Anforderungen in der vorgeschlagenen Form im Hinblick auf die Kundenakzeptanz und technische Durchführbarkeit Probleme machen.", so die Autoindustrie in ihrer Beschwerde. "Wenn die Regeln wie vorgeschlagen umgesetzt werden, mit Warntönen, die viel lauter als nötig sind, heißt das nur Ärger für Fahrer und Insassen und höhere Kosten."

Kritiker meinen, dass es sehr wenig Beweise für die Behauptung gibt, dass ruhigere Autos bei niedrigen Drehzahlen Unfallzahlen erhöhen. Die NHTSA schätzt, dass 19 Prozent Fußgänger und 38 Prozent Radfahrer sind, die bei einem Crash betroffen sein könnten, weil sie ohne Geräusch nicht achtgeben.

Nach Plänen der NHTSA müssten Warnsysteme aktiviert werden, wenn ein Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von weniger als 30 km/h ohne Motorgeräusch unterwegs sind. Die Autohersteller meinen, dass Abrollgeräusche die Notwendigkeit für ein solches System bei Geschwindigkeiten von mehr als 20km/h beseitigen, da die E-Fahrzeuge dann sowieso gehört werden. " Diese Meinung der Autohersteller können wir aus jahrzehntelanger Fahrpraxis nur bestätigen, außerdem gibt es in Deutschland bereits Forschungsergebnisse, die ähnliche Ergebnisse zeigen " konnte die Redaktion auf Rückfrage beim Bundesverband nachhaltige Mobilität erfahren.


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