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Sparerinnen und Sparer setzen auf nachhaltige Geldanlagen

Der Markt für nachhaltige Investmentfonds hat in Deutschland 2011 erstmals die Ein-Prozent-Marke geknackt.

Das Volumen der Nachhaltigkeitsfonds stieg im vergangenen Jahr um 28 Prozent auf 21,6 Milliarden Euro, hat das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) in seinem jüngsten Marktbericht ermittelt. Nachhaltige Fonds machten damit 1,2 Prozent aller Investmentfonds aus. Grund für den gestiegenen Anteil war allerdings auch ein Schrumpfen des Gesamtmarktes um drei Prozent auf 1783 Milliarden Euro.

Nachhaltigkeitsfonds werden aber auch in absoluten Zahlen immer beliebter. Gegenüber 2007, dem Jahr vor der Finanzkrise, hat sich ihr Volumen bis 2011 verdoppelt. Vor allem Privatanleger entdecken nachhaltige Geldanlagen immer mehr für sich. Das Volumen von nachhaltigen Publikumsfonds stieg im vergangenen Jahr um 71 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro und trug damit den größten Teil zum Wachstum bei. Spezialfonds für große strategische Investoren legten nur um neun Prozent zu, mit 11,7 Milliarden Euro sind sie aber nach wie vor der größere Markt.

Das steigende Interesse von Privatleuten macht sich aber auch bei den Kundeneinlagen der Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus bemerkbar. Seit 2010 erhebt das FNG sowohl Kundeneinlagen als auch Eigenanlagen der öffentlich-rechtlichen Förderbank KfW. Deren Volumen stieg im vergangenen Jahr zusammengenommen von 38,9 auf 40,2 Milliarden Euro. Mit den Fonds sowie den Zertifikaten (1,2 Milliarden Euro) betrug 2011 der Markt der nachhaltigen Geldanlagen 63 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von elf Prozent entspricht.

Neben nachhaltigen Geldanlagen im engeren Sinne, die eine Vielzahl von ökologischen, sozialen und rechtlichen Kriterien erfüllen müssen, hat das FNG untersucht, ob auch Manager von konventionellen Anlageprodukten bei ihren Investitionen einzelne Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen. Dabei hat sich gezeigt, dass der Ausschluss von Streubombenherstellern inzwischen im Mainstream angekommen ist. Seitdem 2010 die internationale Konvention gegen Streubomben der Vereinten Nationen in Kraft trat, haben immer mehr Anlagemanager entsprechende Hersteller aus ihren Portfolien aussortiert. Inzwischen wird dieses Kriterium laut FNG in Deutschland auf Anlagen in Höhe von 611 Milliarden Euro angewendet. ‘Es ist ein großer Fortschritt für uns alle, dass Herstellern von Streumunition zunehmend der Zugang zum Kapitalmarkt erschwert wird’, sagte der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber.

Andere Ausschlusskriterien sind unter konventionellen Geldanlagen allerdings weit weniger verbreitet. Waffenhersteller sind nur bei Anlagen im Wert von 28 Milliarden Euro ausgeschlossen, auf Nahrungsmittel-Rohstoffe verzichten verschiedene Fonds mit einem Gesamtvolumen von 18 Milliarden Euro.

Die Zukunftsaussichten von nachhaltigen Geldanlagen im engeren Sinne beurteilen die von FNG befragten Anlagemanager weiter positiv. Bis 2014 wird der Markt ihren Schätzungen zufolge noch einmal um knapp die Hälfte wachsen. Größte Treiber werden der Umfrage zufolge wohl die institutionellen Investoren und der Druck von NGOs, Medien und Gewerkschaften sein. Die Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen landet dagegen nur auf Platz drei der wesentlichen Wachstumsfaktoren.


Weiterführende Informationen:

Marktbericht "Nachhaltige Geldanlagen 2012 - Deutschland, Österreich und die Schweiz" PDF, 4,4MB) des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG)


Quelle: Rat für nachhaltige Entwicklung


Artikel Online geschalten von: / holler /