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Ausbau Temelins wird an Kostenexplosion scheitern

Nur Milliardensubvention kann geplante Neubauten von Atomreaktoren in Europa retten - Petition gestartet

"Der Ausbau Temelins wird an der zunehmenden Unwirtschaftlichkeit des Projektes scheitern," ist Oberösterreichs Umwelt-Landesrat Rudi Anschober sicher. Dafür gibt es zwei Hauptursachen: Einerseits sinken die Preise auf den internationalen Strombörsen immer stärker. Hauptgrund ist das hohe Wachstum des Ausbaus von Solarstrom in Deutschland, der zunehmend die teuren Verbrauchsspitzen zu Mittag abdeckt. Alleine die Strombörse Leipzig fiel in den letzten 12 Monaten um 13,5 Prozent. Der Preis auf den Strombörsen müsste jedoch um zumindest 20 Prozent steigen, um auch nur in die Nähe der wirtschaftlichen Darstellbarkeit zu kommen. Dazu kommt: Die Kosten für aktuelle Neubauten in der EU explodieren: Die beiden einzigen aktuellen Neubauprojekte im französischen Flamanville und dem finnischen Olkiluoto liegen um vier bzw. fünf Jahre hinter ihren Zeitplänen, die Kosten pro kW haben sich von einst prognostizierten 2,000 Euro auf 3,600 bzw. 4,125 Euro erhöht. Und in Großbritannien wird das Neubauprojekt Hinkley Point aktuell auf 8,6 Milliarden Euro je Reaktorblock geschätzt (plus 40 Prozent). Dies zeigt, wie unrealistisch die offiziellen Kostenprognosen von 8 Milliarden Euro für beide Temelinreaktoren insgesamt sind. Anschober: "Damit sind die realen Kosten nach Expertenmeinung um zumindest 50 Prozent unterschätzt." Anschober sieht daher nur mehr eine einzige Chance für AKW-Neubauten in der EU: Ohne hohe Subventionen wird nichts mehr gehen: "Damit stellt der EU-Ratsgipfel Ende Juni mit der Entscheidung für oder gegen die Ermöglichung der Subvention durch Nationalstaaten auch die Weichen für die Zukunft der Atomenergie in der EU und den Ausbau Temelins. Die Bundesregierung muss dagegen eine Allianz schmieden." Anschober startet nun auch eine Online-Petition gegen die Subvention von Atomstrom: www.anschober.at. Dass die fehlende Wirtschaftlichkeit Temelins immer offensichtlicher wird, zeigte am vergangenen Samstag auch die Titelzeile der tschechischen Zeitung MF DNES: "Die Sonne bedroht Temelin."

QUelle: Büro Anschober



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