© Viehmann Dominik/pixelio.de
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ÖSTERREICH: Neue Studie belegt Konstruktionsmängel für AKW Isar

Atomkraftwerk ist nur 100 Kilometer von Österreichs Grenze entfernt

Das bayerische Kernkraftwerk Isar 1, das 2011 eigentlich vom Netz gehen sollte, ist gefährlicher, als bisher bekannt. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag der Landesregierungen Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg sowie der Umweltanwaltschaft Wien. Denn von Anfang an bestanden grobe Konstruktionsmängel, wie die Tageszeitung ÖSTERREICH in ihrer Montagsausgabe berichtet.

"Ich habe die Studie an alle Atomenergiebehörden Deutschlands geschickt. Eigentlich dürften sie einem weiteren Betrieb nicht zustimmen", sagt Oberösterreichs Grüner Umweltlandesrat Rudi Anschober. Er kritisiert Österreichs Umweltminister Niki Berlakovich scharf: "Warum verhandelt er nicht längst direkt mit der deutschen Regierung?"

Vor allem der Reaktordruckbehälter weist laut der Studie "Schwachstellenbericht Siedewasserreaktoren Baulinie 69" durch seine Schweißnähte Sollbruchstellen auf. "Durch Nachrüstungsmaßnahmen können diese schwerwiegenden Konstruktionsmängel nicht ausgeglichen werden", so die Studie. Der verwendete Stahl ist ungeeignet: "Insbesondere hat der Stahl eine zu niedrige Zähigkeit." Die Auswirkung der Radioaktivität auf das Material ist nicht ausreichend berücksichtigt: "Sprödbrüche und damit katastrophales Versagen des Reaktordruckgefäßes wären schon bei höheren Betriebstemperaturen möglich."

All das hätte man bereits früher wissen können, so die Studienautoren unter Leitung des Risikoforschers Wolfgang Kromp von der Universität für Bodenkultur: "Bei der Genehmigung des baugleichen Reaktors Zwentendorf in Österreich stellte sich heraus, dass das Reaktordruckgefäß nicht einmal den Anforderungen für gewöhnliche Druckgefäße laut Dampfkesselverordnung genügte."

Das Sicherheitsgefäß ist jedenfalls kein Schutz für Mensch und Umwelt, sollte es zu einem Versagen des Reaktordruckbehälters kommen: "Kurz nach dem Versagen des Reaktordruckbehälters erfolgt das Durchschmelzen des Stahlbodens des Sicherheitsbehälters", so die Studie, die ÖSTERREICH vorliegt.

Quelle OESTERREICH


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