Biogasanlagen in Finnland sollen aufgestockt werden

Finnland will Investitionen im Biogasbereich ausweiten

Finnland baut seine Investitionen im Bereich Biogas aus, man setzt dabei auch auf bewährtes Anlagen-Know-how aus Deutschland. Die WELtec BioPower GmbH hat im Juli den Zuschlag für den Bau einer Biogasanlage von einem finnischen Landwirt bekommen, der zukünftig zusammen mit einem Abfall-Entsorger Biogas produzieren wird.

Errichtet wird die 600-Kilowatt-Anlage in Niittylahti, im Südosten Finn-lands. Im Jahr 2010 wird die Biogasanlage mit den zwei Fermentern in Betrieb gehen. In die 3000 und 1070 Kubikmeter großen Behälter werden dann jährlich insgesamt 20.000 Tonnen Rindergülle, Abfall und Klärschlamm eingebracht. Eine technische Besonderheit ist die in der Anlage integrierte Auspack- und Zerkleinerungs-Vorrichtung.

Verpackungen und Lebensmittel werden vor dem Eintrag der Substrate in den Dosierer voneinander separiert, weil keine Plastikabfälle in die Anlage geraten dürfen. Die Schlachtabfälle müssen zuvor zerkleinert werden. Gärrest, der aus dem Bioabfall entsteht und als Dünger verwendet werden kann, wird am Ende des Prozesses in einer Hygienisierungseinheit auf etwa 70 Grad Celsius erhitzt. Das entstandene Biogas wird verkauft und nicht vor Ort verstromt, weil in Finnland derzeit noch keine Vergütungssätze für die Einspeisung von dezentral erzeugtem Strom verabschiedet sind.

Dementsprechend klein ist die Anlagenpopulation: Gegen Ende des Jahres 2007 waren 60 Biogasanlagen in Betrieb. 33 Deponiegas-, 14 Klärgas-, 6 landwirtschaftliche Biogas- und 4 Abfallvergärungsanlagen. Im Jahr 2008 sind noch zwei Kofermentationsanlagen in Betrieb gegangen und zehn Anlagen waren im Bau oder in der Planung. Die elektrische Leistung aller Biogasanlagen lag in 2008 insgesamt bei rund 30 Megawatt. Pro Kopf gehört der Treibhausgasausstoß in Finnland mit knapp 16 Tonnen CO2-Äquivalent zu den weltweit höchsten, obwohl derzeit schon rund 22 Prozent der finnischen Energie aus erneuerbaren Quellengewonnen werden.

Nicht zuletzt deshalb hatten sich die Finnen im Kyoto-Protokoll verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis spätestens 2012 gemessen am Basisjahr 1990 konstant zu halten. Der finnische Aktionsplan hat zum Ziel, bis 2010 1,17 Terrawattstunden regenerative Energie zu produzieren und bis 2025 auf 2,2 Terrawattstunden zu kommen. Ein straffes Ziel: Im Vergleich zum Jahr 2008 bedeutet das eine Aufstockung der Biogas-Population um 800 Anlagen bis zum Jahr 2010.


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