Amphibien unterwegs!

Die nächtens noch kühlen Temperaturen vermögen nicht zu täuschen - der Frühling naht.

Auch wenn es vleileicht noch kühl sein sollte: der Frühling ist da. Das wissen auch die Amphibien im Nationalpark Donau-Auen: Springfrösche, Erdkröten und Moorfrösche beginnen dieser Tage ihre Frühjahrs-Laichwanderung.

Besonders früh, oft ab Februar, ist der Springfrosch (Rana dalmatina) unterwegs. Zumeist entdeckt man die Tiere jedoch erst, wenn sie mit großen Sprüngen flüchten. Der schlanke, braune Frosch zeigt kaum dunkle Zeichnungen auf der Oberseite. Die Bauchseite ist weißlich und ungefleckt. Wie bei allen "Braunfröschen" zieht sich ein dunkler Schläfenfleck vom Auge zum Beinansatz. Auf jedem verfügbaren Gewässer sind die schwimmenden Laichballen im Frühling gut zu erkennen.

Vor der Erdkröte (Bufo bufo) ekelt es leider viele Menschen. Ihre warzige Haut und der plumpe Körper sind in der Tat nicht ansehnlich. Die Unterseite ist grau und häufig dunkel marmoriert. Doch wer im zeitigen Frühjahr jemals ein Erdkröten-Pärchen beobachten konnte, während das Weibchen mühsam das kleinere Männchen weiter schleppt, wird diese Tiere in sein Herz schließen. Der Laich wird ab Ende Februar in langen Schnüren ins Gewässer abgegeben.

‘Blau machen’ steht für den Balkan-Moorfrosch (Rana arvalis wolterstorffi) von März bis April auf der Tagesordnung. Die zur Paarungszeit himmelblauen Männchen erinnern an die farbenprächtige Amphibienfauna der Tropen. Mit leise glucksenden Rufen umwerben sie die bräunlichen Weibchen. Diese legen große Ballen mit etwa 1000 Eiern; häufig unmittelbar nebeneinander, sodass Laichteppiche entstehen können. Im Nationalpark sind die stark gefährdeten Balkan-Moorfrösche punktuell in der Unteren Lobau anzutreffen.

Auch die weiteren Amphibien der Donau-Auen wie Grasfrosch, Teich- und Seefrosch, Laubfrosch, Rotbauchunke, Knoblauch-, Wechsel- und Kreuzkröte sowie die Molche werden in Bälde ihre Wanderungen beginnen.

Schutzgebiete wie der Nationalpark Donau-Auen bieten den gefährdeten Amphibien noch Lebensräume und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der heimischen Arten. An die Nationalpark-BesucherInnen, die dieser Tage die erblühende Natur genießen, richtet das Nationalparkteam die Bitte, es bei Begegnungen mit den wandernden Amphibien bei der Beobachtung der Tiere bewenden zu lassen. Auch Laich oder Kaulquappen sollten niemals den Gewässern entnommen werden!
E

GastautorIn: Mag. Erika Hofer für oekonews.
Artikel Online geschalten von: / holler /