Klimawandel ist Realität

Erde erwärmt sich immer schneller – Emmissionen müssten um 80% reduziert werden

Die Österreichische Hagelversicherung lud den weltweit renommierten Klimaforscher Universitätsprofessor Dr. Mojib Latif von der Universität Kiel gestern zu einem Pressegespräch nach Wien. Im Mittelpunkt stand, neben der globalen Situation zur Erderwärmung, auch eine neue Studie der Österreichischen Hagelversicherung zum Umwelt- und Klimabewusstsein der Österreicher.

Die Veränderung des globalen Klimas ist keine Zukunftsmusik mehr. Der Klimawandel findet bereits heute statt und ist Realität – darüber ist sich die Wissenschaft einig. Werden sibirische Winterkälte und glühende Sommerhitze zur Norm? ‘Wir stehen bereits mitten im Klimawandel und wenn wir nicht rasch reagieren, werden extreme Wetterperioden mit einer Zunahme von Naturkatastrophen in bisher gemäßigten Klimazonen zur Norm’, zeigt Klimaforscher Mojib Latif die Auswirkungen des Klimawandels und der globalen Erwärmung auf. Verursacht wird diese durch die ungehemmte Verbrennung fossiler Energie und den so erhöhten Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre. Die Erde kann die Wärme nicht mehr ausreichend ins All abgeben und erwärmt sich daher immer schneller.

Kann ein Klimakollaps noch verhindert werden?

‘In Zahlen gefasst: Weltweit beträgt die globale Erwärmung 0,8 Grad Celsius in den letzten hundert Jahren. Ohne konkrete Gegenmaßnahmen müssen wir in den nächsten hundert Jahren mit einer zusätzlichen Erwärmung von bis zu fünf Grad Celsius rechnen. Das heißt also noch einmal eine Versechsfachung. Somit stehen uns die eigentlichen großen Veränderungen und Herausforderungen erst noch bevor’, malt Latif ein äußerst düsteres Bild für die Zukunft. Um das zu verhindern sind einschneidende Maßnahmen unumgänglich. ‘Das Wichtigste ist, den Ausstoß von Kohlendioxid, des wichtigsten Treibhausgases, drastisch zu reduzieren - und zwar weltweit. Die Emissionen müssen mindestens auf ein Fünftel, also um mindestens 80 % reduziert werden’, zeigt der Klimaforscher einen Weg zur Verhinderung des Klimakollapses auf.

Studie der Hagelversicherung: 79 % der Österreicher sehen Menschen als Verursacher des Klimawandels

Eine von der Österreichischen Hagelversicherung beim market-Institut beauftragte Befragung brachte erstaunliche Ergebnisse. 79 % der ÖsterreicherInnen sind der Meinung, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird und wir ohne Verhaltensänderung auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Für 59 % der Bevölkerung sind wirksame Maßnahmen für Klima- und Umweltschutz sehr wichtig. Bei beachtlichen 55 % hat in den letzten Jahren der Umwelt- und Klimaschutz an Bedeutung gewonnen.
80 % der ÖsterreicherInnen sind der Meinung, dass mit dem Kauf von Lebensmitteln aus Österreich nur kurze Transportwege entstehen und dadurch die Umwelt, das Klima und die Wirtschaft gestärkt werden.
Dr. Kurt Weinberger, Vorsitzender des Vorstandes der Österreichischen Hagelversicherung, zeigt sich von den Ergebnissen beeindruckt. ‘Seit Jahren werben wir für den Kauf heimischer Produkte mit kurzen Transportwegen. Das macht Sinn - es stärkt die heimische Wirtschaft und schont die Umwelt und das Klima. Bereits 80 % der Österreicher erkennen die positiven Effekte des Einkaufs heimischer Lebensmittel. Jetzt geht es darum, dass den Worten endlich Taten folgen und jeder Einzelne tatsächlich mehr österreichische Produkte kauft.’

Naturkatastrophenversicherer hat Interesse am Klimaschutz

‘Durch den Trend der steigenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und der größeren Vielfalt der auftretenden Wetterextreme haben wir als Naturkatastrophenversicherer daher ein existenzielles Interesse an Klimaschutzmaßnahmen. Dies erklärt auch unser langjähriges starkes Engagement in dieser so wichtigen Frage. So stiften wir seit 2001 einen Klimaschutzpreis für Wissenschafter und Journalisten, renommierte Klimaforscher werden regelmäßig zu Pressegesprächen eingeladen und schließlich werben wir für den Kauf von Lebensmitteln, die nicht um die halbe Welt gereist sind, sondern vor Ort erzeugt worden sind, um so einen Beitrag für ein besseres Klima zu leisten’, so Dr. Weinberger.


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