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VCÖ: Mehr Straßenschäden durch wachsenden Lkw-Verkehr!

VCÖ: Abnützung durch 40 Tonnen Laster 35.000 Mal höher als durch Pkw!

VCÖ (Wien, 28. November 2003) – Mit dem wachsenden Lkw-Verkehr werden auch
die Straßenschäden zunehmen, warnt der VCÖ. Der VCÖ verweist darauf, dass
die Straßenabnützung durch einen 40 Tonnen Lkw 35.000 Mal höher ist als
durch einen Pkw. Die Belastung durch Transit-Lkw ist verhältnismäßig höher,
weil diese schwerer beladen sind. Dadurch ist ein Anstieg der
Verkehrsunfälle zu befürchten. Der VCÖ fordert mehr Kostenwahrheit im
Lkw-Verkehr, die rasche Änderung des Generalverkehrsplan und die Änderung
der EU-Wegekostenrichtlinie.

Je schwerer Lkw sind, umso höher ist nicht nur der Schadstoffausstoß,
sondern auch die Straßenabnützung steigt. Ein 18-Tonnen Lkw verursacht eine
17.000 Mal höhere Straßen-abnützung als ein Pkw, ein 40 Tonnen-Lkw sogar
eine 35.000 Mal höhere Abnützung. ‘Mit dem Wachsen des Lkw-Verkehr nehmen
die Straßenschäden massiv zu. Es gibt mehr Spurrinnen auf den Autobahnen,
das Unfallrisiko steigt’, verweist DI Wolfgang Rauh vom
VCÖ-Forschungsinstitut auf die Folgen des wachsenden Lkw-Verkehrs auf die
Verkehrssicherheit.

Insgesamt ereigneten sich im Jahr 2002 auf Österreichs Autobahnen 2.436
Verkehrsunfälle bei denen 3.949 Personen verletzt und 128 Personen getötet
wurden. Bei einzelnen Unfällen können Spurrillen als Unfallursache
nachgewiesen werden. Wie etwa beim tragischen Busunglück im Mai 2001 auf der
Inntalautobahn, als ein Bus wegen Spurrillen auf die Gegenfahrbahn kam und
sechs Menschen getötet und 20 verletzt wurden. ‘Es fehlen leider Erhebungen,
wie viele Unfälle die Folge des schlechten Straßenzustandes waren.
Schätzungen gehen von 5 bis 10 Prozent aus’, berichtet VCÖ-Experte Rauh.

Die Zunahme des Lkw-Verkehrs wird die Anzahl der Verkehrsunfälle infolge von
Straßenschäden erhöhen. Der VCÖ weist darauf hin, dass es nicht ausreicht,
wenn Österreich Maßnahmen entlang von Transitrouten setzt. Mehr als 90
Prozent des Lkw-Verkehrs ist hausgemacht.

Der VCÖ fordert daher mehr Kostenwahrheit im Lkw-Verkehr. Derzeit verursacht
der Lkw-Verkehr 2,6 Milliarden Euro pro Jahr an Infrastrukturkosten. Die Lkw
kommen aber nur für rund 900 Millionen Euro dieser Kosten auf. Auch nach
Einführung der Lkw-Maut werden die Kosten der Lkw um rund 1, 2 Milliarden
Euro höher sein als die Einnahmen. Der VCÖ drängt zudem auf eine rasche
Änderung des Generalverkehrsplans. ‘Jetzt Autobahnen zu bauen, heißt dem
Lkw-Verkehr den roten Teppich auszurollen’, fordert VCÖ-Experte Rauh den
vorrangigen Ausbau der Schiene. Der VCÖ kritisiert zudem den mangelnden
Einsatz Österreichs zur Verbesserung der EU-Wegekostenrichtlinie. ‘In der
jetzigen Form wird sie den Lkw-Verkehr nicht einbremsen können’, stellt
VCÖ-Experte Rauh fest.



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