© Tierschutzvolksbegehren
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Schluss mit Massentierhaltung!

Tierschutzvolksbegehren präsentiert Abschlusskampagne- Schulterschluss mit Klimabewegung und Pionier-Fleischverarbeiter, Fokus auf Lebensmittelherkunft & Verbot von Gen-Soja aus Regenwald

Wien - Das Tierschutzvolksbegehren hat am heutigen Welt-Tierschutztag seine Abschlusskampagne präsentiert. In den kommenden rund drei Monaten bis zur Eintragungswoche, die von 18. bis 25. Januar 2021 stattfindet, wird man den Fokus auf die Herkunft und Entstehung von Lebensmitteln legen. Und dabei besonders die ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Dimensionen der Herstellung von Fleisch beleuchten.

Dabei wird die Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln im Zentrum stehen. Sowohl bei verarbeiteten Produkten im Handel als auch in der Gastronomie und in der Gemeinschaftsverpflegung soll demnach zwingend draufstehen müssen, was wirklich drinsteckt. Bislang landen Unmengen von Lebensmitteln unerkannt auf heimischen Tellern, die unter erschreckenden Bedingungen hergestellt wurden.

Darunter finden sich Fleisch von mit Palmöl gemästeten Kälbern aus Holland, von qualgezüchteten Puten aus Polen oder misshandelten Schweinen aus Deutschland, oder Käfigeier aus der Ukraine. Die Erzeugung erfolgt unter hohem Einsatz von Antibiotika, miserablen Arbeitsbedingungen und großer Naturzerstörung. Da die Herstellung dadurch spottbillig ist, verdrängt es zusehends die Erzeugung von heimisch produziertem Fleisch.

„Ohne echte Transparenz gibt’s auch keine bewusste Konsumentscheidung. Wir können nicht an Menschen appellieren, dass sie verstärkt auf regionale, tier- und klimafreundliche Lebensmittel setzen sollen, wenn wir zulassen, dass sie systematisch belogen werden. Wir müssen den massenhaften Import von Tierqual & Naturzerstörung stoppen, dazu brauchen wir eine echte Systemänderung“ so Tierschutzvolksbegehren-Sprecher Sebastian Bohrn Mena.

Zweiter wichtiger Schwerpunkt der Kampagne ist ein Ende des Einsatzes von genmanipuliertem Soja als Kraftfutter für die heimische Schweinemast. Insbesondere bei der Herstellung von AMA-zertifiziertem Fleisch soll das Gen-Soja gesetzlich verboten werden. Hunderte Millionen Kilo Soja, überwiegend aus dem hierfür brandgerodeten brasilianischen Regenwald, werden bislang jährlich nach Österreich importiert und hier in der Mast verfüttert.

Repräsentative Umfragen zeigen, dass über 90 Prozent der ÖsterreicherInnen kein Fleisch konsumieren möchten, das unter Einsatz von genmanipuliertem Kraftfutter erzeugt wurde. Doch sie erfahren es bislang gar nicht. Es ist daher, auch angesichts der brennenden Regenwälder, ein Gebot der Stunde, den Einsatz zu beenden. Dabei ist vom Gesetzgeber darauf zu achten, dass Mehrkosten nicht auf die Rücken der Landwirte abgewälzt werden.

„Es darf im Jahr 2020 nicht länger Realität sein, dass die grüne Lunge der Erde abgefackelt wird, damit möglichst billig Schweinefleisch hergestellt werden kann. Die rot-weiß-rote Flagge darf nicht mehr für die Zerstörung von Natur und Artenvielfalt missbraucht werden. Das AMA-Gesetz muss daher schleunigst geändert werden, damit der ökologische Raubbau von uns zumindest nicht weiter angeheizt wird“ so Bohrn Mena.

Partnerschaft mit Gourmetfein: Gemeinsame Werte, gemeinsame Ziele

Als neuer Partner für die Kampagne wirkt die oberösterreichische Firma Gourmetfein, die in der Fleischverarbeitung schon jetzt zentrale Forderungen des Tierschutzvolksbegehrens erfüllt. So wird etwa bewusst auf den Einsatz von Glyphosat, von genmanipuliertem Soja aus dem brandgerodeten Regenwald und auf Langstreckentransporte verzichtet. Außerdem wird ausschließlich AMA-zertifizierte Ware aus Österreich verarbeitet.

Damit ist die Firma Gourmetfein der einzige Fleischverarbeiter in Österreich, der durchgehend auf nachweislich heimisches Fleisch setzt und dies sogar mit einer eidesstattlichen Erklärung versichert. Auf jedem Erzeugnis, selbst auf verarbeiteten Produkten wie etwa Leberkäse, findet sich auf einen Blick ersichtlich der Nachweis der Herkunft, sogar unter Angabe des konkreten landwirtschaftlichen Betriebs.

„Wir zeigen schon heute, dass das, was das Tierschutzvolksbegehren für Morgen als verbindlichen Standard fordert, in weiten Teilen leicht umsetzbar ist. Bewusst setzen wir seit Jahren auf Tierwohl und Naturschutz, auf Regionalität und Transparenz. Und zeigen damit, dass es möglich ist, wenn man nur will. Wir unterstützen daher diese Initiative aus vollster Überzeugung und rufen alle Menschen und Betriebe auf es uns gleichzutun“ so Fritz Floimayr, Geschäftsführer von Gourmetfein.

Schulterschluss mit Klimabewegung: Tierschutz ist Klimaschutz

In der finalen Phase des Tierschutzvolksbegehrens stoßen nun auch junge AktivistInnen aus der Klimabewegung dazu. Die 15-jährige Wienerin Emilia Tscherne, bislang bei Fridays For Future und im Jugendrat engagiert, wirkt als Sprecherin dieser neuen Bewegung von Schülerinnen und Schülern aus dem ganzen Land. Gemeinsam möchten sie dazu beitragen verständlich zu machen, wie eng Tierschutz und Klimaschutz zusammenhängen.

Berechnungen der FAO zufolge gehen bis zu 20 Prozent der klimaschädlichen Gase auf das Konto der bisherigen Lebensmittelerzeugung. Das ist mehr, als das gesamte weltweite Verkehrsaufkommen. Eine tier- und klimafreundliche Erzeugung von Lebensmitteln könnte daher massiv zur Reduktion der Emittierung von Treibhausgasen beitragen und somit künftig ein wesentlicher Faktor im Kampf gegen die Klimakrise werden.

„Wenn wir uns den brennenden Regenwald ansehen, wenn wir uns vor Augen halten, wie hoch der Anteil der Massentierhaltung an den Ursachen für die drohende Klimakatastrophe ist, dann muss uns allen klar werden, wie wichtig ein Umdenken ist. Es gibt keine Alternative zur tier- und klimafreundlichen Landwirtschaft. Wenn wir jetzt nicht umdenken, dann hat meine Generation keine Chance“ so Emilia Tscherne.

Ergänzende Informationen, zahlreiche Daten und Fakten unter www.tierschutzvolksbegehren.at.


Artikel Online geschaltet von: / Doris Holler /