© Susanne Jutzeler, suju-foto auf Pixabay / Unser Osterhase schützt sich :-)
© Susanne Jutzeler, suju-foto auf Pixabay / Unser Osterhase schützt sich :-)

Frohe Ostern! Ist eine bessere Welt im Kommen?

Eine OEKONEWS-Ansichtssache von Chefredakteurin Doris Holler-Bruckner

Ostern, so wie wir es alle noch nie erlebt haben. Oder?

Coronakrisenzeit. Niemand fährt seine Verwandten besuchen. Vis a vis hat heute früh eine Enkelin der Oma ein paar rote und grüne Eier vor die Türe gestellt, mit einem Schokoladeosterhasen. Die ist kurz darauf herausgekommen und hat das kleine Körbchen geholt, traurig, weil sie die Ur-Enkelkinder heute nicht besuchen kann und die Enkelin nur winkend vor dem Fenster sah, drei oder vier Sätze hat sie mit ihnen gesprochen, nicht wie sonst im Garten Fangen mit ihnen gespielt. Es geht ihr ab, diese Herzlichkeit. Nun weiß sie, was wichtig ist. Nicht der neue Laptop, den sie in der Zwischenzeit einschalten und zum Skypen benutzen kann. Nicht der Schinken, den sie gestern allein gegessen hat. Sondern das Umarmen mit ihrer Tochter, die tausend Küsschen mit der kleinen Ur-Enkeltochter, die Mamaoma zu ihr sagt. Ein paar Tränen laufen über ihr Gesicht. Soll sie die Tochter schon wieder anrufen? Welch Glück und Segen, Menschen zu haben, die man gern haben kann. Es fehlt das Einkaufen fahren mit der Vis-a-vis-Nachbarin, die ihr immer Witze am Weg zum Bäcker erzählt. Was bleibt ist nur ein Winken auf die andere Straßenseite.

Nur ein paar Tage vor diesem Alleinsein im Haus hat sie mit den Freunden und Freundinnen Geburtstag gefeiert. Sie gehen ihr ab. Sonst treffen sie sich fast jeden Tag.

Die Idylle

Es ist leise rundherum. Nur das Summen der Bienen ist hörbar. Ein Schmetterling flattert durch den Garten. Frösche sonnen sich auf einem der Seerosenblätter im Teich. Der Kirschbaum blüht in voller Pracht und erfreut das Herz mit seinen weißen Blüten, deren erste Blütenblätter liegen im Gras. Löwenzahn und Gänseblümchen, eine Wildbiene hat ihren Weg dorthin gefunden. Hyazinthen und Tulpen strecken ihre Blüten in die Sonne. Strahlend blauer Himmel, keine Wolke, kein Flugzeug.



Ja. Es ist schön. Es ist Natur, ein Eck davon, mitten im Garten. Keine Autos, die zum nahen Ausflugslokal fahren. Ein paar hundert Fahrzeuge sind es an normalen Sonntagen, die hier vorbei kommen.

Wie könnte eine Welt nach Corona ausschauen?

Wir sollten darüber nachdenken, was wir wirklich brauchen, was uns tatsächlich wichtig ist: Einfach einmal überlegen, wie wir in Zukunft leben wollen. Wir sollten nicht nur jetzt, in der Krise, und in Angst vor einem Virus, unser Verhalten ändern.

Auch wirklicher Klimaschutz ist radikal. Er braucht Veränderung von uns allen. Vielleicht weniger mit dem Auto fahren, und wenn dann elektrisch, Auto teilen, mehr zu Fuß gehen, mehr Rad fahren, mehr Öffis benutzen, mehr vor Ort einkaufen, mehr Produkte aus der Region, weniger Flugzeuge die mit fossilen Energien angetrieben sind, 100% erneuerbare Energien in allen Bereichen, usw., aber auch mehr die Wichtigkeit der Menschen, die einem nahe stehen schätzen und erkennen. Wir müssen Vieles für unsere Zukunft ändern, so wie jetzt, "Die Kurve abflachen", nicht nur, um eine zu rasche Verbreitung des Virus zu stoppen, sondern auch um aktiv gegen den Klimawandel zu handeln, der genauso eine schlimme Bedrohung für uns alle sein kann, der unser Leben radikal verändern wird, wenn wir nicht endlich umdenken.

Ist es so schlimm in einer leiseren Welt? In einem Dorf, an dessen Rand sich die Windräder drehen, auf dessen Dächern Photovoltaik den Strom für die Häuser liefern kann, oder für Elektroautos, mit denen man vielleicht einmal, wenn man nicht dazwischen laden will, weniger als fünfhundert Kilometer in einem Stück fahren kann? Was stört uns an einer leiseren Stadt, wie wir sie gerade im Moment haben? Was ist schlecht an sanierten Häusern, die weniger Energie verbrauchen? Es wäre auch einer Welt, in der nicht jedes Jahr Milliarden aus Österreich ins Ausland fließen, weil wir Strom und Gas importieren. Das sind gleichzeitig viele Arbeitsplätze vor Ort, ein "Green Deal" mit zukunftsfähigen Jobs, die wir gerade nach der Coronakrise brauchen Können.

Nutzen wir die etwas isoliertere Zeit, um einmal in Ruhe darüber nachzudenken, was die Jugend, wie die Aktivisten und Aktivistinnen von Fridays for Future wollen? Was und die Rebellen und Rebellinnen von Extinction Rebellion und viele andere Menschen, die bei den Klimademonstrationen der letzten Monate dabei waren, aufzeigen wollen?

Ich bin zu hundert Prozent überzeugt, dass diese andere Welt möglich und machbar ist. Die Lösungen sind da, wir müssen nicht, wie beim Coronavirus, auf die Entwicklung von einem Impfstoff oder von Medikamenten warten.

Nach der Coronakrisenzeit wird vieles anders sein. Packen wir´s gemeinsam an! Mit einem Green Deal, der gleichzeitig neue Arbeitsplätze schafft und nach der jetzigen Zeit sinnvolle Veränderungen bringt. Gemeinsam sind wir gerade stark, gemeinsam schaffen wir auch eine andere, eine bessere Welt!
Nichts wird in ein paar Monaten wie vorher sein. Stellen wir uns von Anfang an für das "Nach der Krise" ein, auf ein Ärmel hochkrempeln für eine bessere Erde. Damit nicht unsere Kinder und Enkelkinder in ein paar Jahrzehnten durch weit schlimmere Krisen gehen müssen, als die, in der wir gerade sind.

In diesem Sinne wünschen wir wunderbare und ruhige Ostertage und freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft mit Feiern darüber, das wir den Weg aus der Krise und den raschen Wandel geschafft haben. Wir beweisen gerade, wieviel gemeinsam möglich ist. Wir können es, soviel ist fix!

#WeforFuture



PS: Unser Osterhase schaut auf sich und die anderen, genauso sollten wir das in Zukunft tun :-)


Artikel Online geschaltet von: / Doris Holler /