© Gustav Melin- pixabay.com / Flugzeug
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Fluglinien wollen mehr Steuergeld - Geht's noch?

Das Verkehrsmittel, das immer schon von diversen Steuern befreit wurde und das Klima massiv anheizt, will jetzt auch noch 500 Millionen Euro oder mehr an Staatshilfen zur Rettung erhalten - macht das wirklich Sinn?

© VCÖ
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© A. Serra / Lukas Pawek ist Autor des Buchs -Autarkie. Leben in Freiheit-, das er gemeinsam mit Franz Spreitz unter <a href=https://www.autarkie.at target=_blank>www.autarkie.at</a> herausgibt.
© A. Serra / Lukas Pawek ist Autor des Buchs -Autarkie. Leben in Freiheit-, das er gemeinsam mit Franz Spreitz unter www.autarkie.at herausgibt.

Wie ein aktueller ORF-Bericht aufzeigt, sucht die AUA um 500 Mio. "oder mehr" an Staatshilfen an. Indirekte Staatshilfen gibt's ja bereits - in (AUA)-Flugzeugen werden österreichische Touristen aus aller Welt auf Staatskosten eingesammelt. Menschen, die sich bewusst für das mit Abstand klimaschädlichste Verkehrsmittel zur Fortbewegung entschieden haben. Menschen, die mit dem notwendigen Kersosin aus Öl von Diktaturen mithelfen, Menschenrechte und die dortige Umwelt mit Füßen zu treten. Menschen, denen der Fluglärm für Anrainer_innen und die dementsprechende Luftverschmutzung egal zu sein scheint.

Menschlich gesehen ist das natürlich trotzdem nachvollziehbar, dass sich ein Staat um seine Bürger_innen kümmert. Aber nun wäre DIE Gelegenheit nachzudenken, ob wir nicht falsche Steueranreize setzen, wenn die Bahnfahrt ordentlich besteuert ist, die Flüge aber nicht. Sowohl aus Umwelt-Sicht, als auch in Bezug auf die Förderung autokratischer Erdöl-Staaten mit dem jetzigen System, wäre nun die historische Chance, diese Ungerechtigkeit endlich zu beenden. Stattdessen setzt die AUA eines drauf und will noch mehr Geld vom Staat. Geld für die Zerstörung des Planeten. Macht ja Sinn, oder?

Und wer jetzt argumentiert: "Na immerhin bringen die Flugzeuge jetzt Schutzausrüstung" darf gerne diesen Artikel über den AUA-Transport der unbrauchbaren Schutzausrüstung aus China lesen oder darüber nachdenken, wie sich so ein Virus überhaupt so schnell über die gesamte Erde ausbreiten konnte? Und wäre es nicht "so billig und praktisch" alles aus China einzufliegen, hätten wir jetzt noch eine regionale Industrie, die qualitativ hochwertige Schutzausrüstung im Land produzieren würde. Und damit die Menschen schützen könnte, die für uns ihr Leben riskieren - Ärzte & Krankenschwestern.

Wenn Sie der Meinung sind, dass es vielleicht nicht die beste Idee ist, die Flugindustrie zusätzlich mit Geld zu überhäufen und das Geld vielleicht besser in Unternehmen investiert wäre, die sich für eine saubere Energieversorgung oder unser Gesundheitssystem einsetzen, dann schreiben Sie doch gerne unseren Ministern. Finanzminister Gernot Blümel: und Klimaministerin Leonore Gewessler: .

Update: Es gibt eine Petition, die genau dieses Ziel verfolgt - kein neues Fördergeld für die Flugindustrie.


Artikel Online geschalten von: / Lukas Pawek /