© mohamed Hassan auf pixabay
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E-Mobility: Studieren, was uns morgen bewegt

Universität Magdeburg startet deutschlandweit ersten Masterstudiengang Elektromobilität

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird erstmals ab dem Wintersemester 2020/21 der Masterstudiengang Elektromobilität angeboten. Das viersemestrige, nicht zulassungsbeschränkte Studienprogramm ist das erste seiner Art in Sachsen-Anhalt und wird gemeinsam von der Fakultät für Maschinenbau und der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik angeboten.

Eingebettet in das Thema Mobilitätswende vermittelt der Studiengang ein vielfältiges Spektrum an Kenntnissen und wissenschaftlichen Methoden über die Entwicklung von Elektromobilität und die nachhaltige Anwendung elektromobiler Konzepte. Die Bandbreite der Studieninhalte reicht von den Grundlagen effizienter Antriebskonzepte und der Energiespeicherung über Informations- und Kommunikationstechnologien zur Fahrzeugflottensteuerung bis hin zu Fragen der Produktion von Elektrofahrzeugen, deren Netzanbindung und ihrer Nutzung als Elektrospeicher.

In interdisziplinären Teamprojekten wird den Studierenden die Möglichkeit geboten, sich in Forschungsschwerpunkte der Universität einzubringen, innovativen Ideen Gestalt zu geben und diese sogar bis zu einer eigenen Ausgründung voranzutreiben.

„Elektromobilität bedeutet nicht, dass einfach nur ein elektrischer Motor mit Batterie in ein Fahrzeug eingebaut wird“, so Prof. Ralf Vick, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. „Elektrisch betriebene Fahrzeuge sind hochkomplexe Systeme, deren Konstruktion und Betrieb von den Ingenieurinnen und Ingenieuren ausgeprägtes systemisches Denken erfordert. Auch andere Bereiche wie das autonome Fahren, die vernetzte Kommunikation mit der Umwelt, die Energieversorgungskonzepte und die Nachhaltigkeit der Produkte sind Bestandteil der Elektromobilität.“ Selbst auf dem Gebiet der Medizintechnik seien neue Ansätze im Bereich Krankentransport, Logistik und Versorgung im Krankenhaus mittels elektromobiler Systeme gefordert, so dass die Studierenden nicht nur mit Fahrzeugen, sondern auch anderen gesellschaftlichen Anwendungen konfrontiert werden. „Die Lösungen der technischen Herausforderungen für die Mobilität der Zukunft sind verbunden mit einem erhöhten Bedarf an speziell ausgebildeten Ingenieuren und Ingenieurinnen“, so Prof. Vick weiter. „Elektromobilität betrachtet neben dem individuellen Elektrofahrzeug auch das technische Gesamtsystem von der Produktion der Fahrzeuge über die Bereitstellung der Energieversorgung bis zur Organisation neuer Mobilitätsformen im gesamtgesellschaftlichen Umfeld.“

„Die Debatte um die Mobilität von morgen, besonders vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Klimawandels und der weltweit gesteckten Klimaziele, ist in vollem Gange. Die Frage, wie wir uns in Zukunft fortbewegen werden, muss dabei ganzheitlich, also auch mit Blick auf den künftigen Energiemix und den verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen, beantwortetet werden“, ergänzt Prof. Michael Scheffler, Dekan der Fakultät für Maschinenbau. „Unsere Studierenden kommen mit aktuellen Forschungsprojekten in Berührung, in denen zum Beispiel solchen Fragen nachgegangen wird, wie sich eine Batterie unter unterschiedlichen Lasten und äußeren Bedingungen verhält oder wie wir durch ein optimal zu- und weggeschaltetes Umfeld eine hohe Lebensdauer der Batterie erhalten können. Solche praxisbezogenen Fragestellungen werden hauptsächlich mit regionalen Industriepartnern bearbeitet, mit denen wir eng kooperieren.“

Absolventinnen und Absolventen dieses Masterstudiengangs sind qualifiziert, nach Abschluss ihres Studiums unterschiedliche Karrierewege einzuschlagen: Sie werden durch die Teilhabe an Forschungsprojekten schon während des Studiums für den Bereich Forschung und Entwicklung qualifiziert, sie stehen aber auch als hochqualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure der freien Wirtschaft zur Verfügung.

Der Masterstudiengang führt den vor zwei Jahren an der Universität eingeführten Bachelorstudiengang Elektromobilität inhaltlich weiter. Er ist nicht zulassungsbeschränkt. Studieninteressierte können sich ab 15. Mai 2020 unter http://www.ovgu.de/onlinebewerbung bewerben.



Artikel Online geschalten von: / Doris Holler /