© Avtar Kamani  pixabay.com
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Mickrige 113 Euro pro Österreicher/in für den Klimaschutz?

Eine oekonews-Ansichtssache von Doris Holler-Bruckner

Der Nationale Energie- und Klimaplan muss nachgebessert werden, das war sich eine große Mehrheit der Fraktionen in der diesbezüglichen Nationalratssitzung einig. Österreich muss seine Klimaziele erreichen, sonst wird es einfach wirklich teuer. Setzt Österreich bis 2030 keine zusätzlichen Maßnahmen, so müssen Emissionszertifikate in einer Höhe von bis zu 6,6 Milliarden Euro zugekauft werden, um entsprechende EU-Strafzahlungen zu vermeiden.

Alle parlamentarischen Klubs haben Vorschläge zu mehr Klimaschutz geliefert, im September wurde vom Parlament der Klimanotstand ausgerufen.

Eines ist fix: Die österreichische Bevölkerung will mehr Klimaschutz. Vielleicht sollte man, um die Politik zu ermutigen, nun rascher zu agieren, einfach die Menschen miteinbeziehen. Von "Wir entscheiden Klima" wurde bereits vor einem Jahr die Forderung nach einem Bürgerrat gestellt, auch Extinction Rebellion fordert einen Bürgerrat. In Großbritannien wurde ebenfalls der Klimanotstand erklärt. Nun geht man das Thema auf kluge Art und Weise an: In den letzten Tagen wurden dazu Einladungen an rund 30.000 per Zufallsprinzip ausgewählte britische Haushalte geschickt. Von jenen, die sich zurückmelden werden, wieder nach dem Zufallsverfahren, 110 Bürger und Bürgerinnen ausgelost, die dann ab Ende Jänner an vier Wochenenden die notwendigen Maßnahmen diskutieren und konkrete Maßnahmen festlegen sollen. Die Politik soll dann einen detaillierten Aktionsplan erstellen, der genau festlegt, wie alle Ergebnisse des Bürgerrates erfüllt werden können und damit ihren Beitrag zur Bewältigung des Klimanotstands leisten. Das wäre, nach dem Ausrufen des Klimanotstands, auch eine ideale Lösung für Österreich.

Klimaschutz bringts: energieeffiziente Gebäudesanierung, radikaler Ausbau erneuerbarer Energien, eine Verkehrswende mit mehr Öffis, Radverkehr und E-Mobilität für den noch notwendigen Individualverkehr, klimafreundliche Landwirtschaft, usw. Das alles löst Investitionen in Österreich aus, mit Arbeitsplätzen im Land, mit Geld, das in Österreich bleibt statt ins Ausland für Öl und Gas für fossile Brennstoffe und Treibstoffe zu fließen.

Im Parlament wurde von Seiten der SPÖ auch eine Klimaschutzmilliarde pro Jahr ins Spiel gebracht. Wer nun meint, das sei immens viel: Einer unserer Leser, Fritz Herzog., hat dazu nachgerechnet und uns ein Statement gesandt:
"Eine Klimamillarde bedeutet bei 8,8 Mio Österreichern "mickrige" 113 Eurro pro Person per Jahr. Das soll eine rasche Wende möglich machen? Lächerlich, um nicht zu sagen weltfremd.

Die Energiewende wird ungemütlich werden, je später umso drastischer, wenn wir nicht endlich mit Vollspeed handeln.
Wenn jemand meint es gäbe nicht genug Geld dafür, dann meint derjenige sinngemäß "Wir wollen uns das Überleben nicht kaufen, es erscheint uns zu teuer."

Die Welt hat die physikalische Grenze der Emissionen erreicht, entweder reduzieren wir rasch und entschieden die Emissionen pro Person, oder es werden die Anzahl der Emittenten stark reduziert - was ist Euch lieber für Eure Kinder und Enkel?"

In diesem Sinne: Wir können mehr! "ENDLICH MIT MEHR SPEED AUF ZUM HANDELN!"


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