© TRE Thayatal/ Antriebe der Zukunft im Mittelpunkt
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Antriebe der Zukunft

Benzin, Diesel, Biokraftstoffe (inkl. Biogas), Elektro, Wasserstoff oder?

© Brandner-Weiss / Zahlreiche interessierte Gäste kamen
© Brandner-Weiss / Zahlreiche interessierte Gäste kamen
© Brandner-Weiss / Robert Pollmann, vom Pollmann International
© Brandner-Weiss / Robert Pollmann, vom Pollmann International
© TRE Thayatal/ Antriebe der Zukunft im Mittelpunkt
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Am 30. Oktober 2019 fand in Waidhofen an der Thaya der 13. Thayaland-Zirkel statt. Die Gemeinde Waidhofen/Thaya-Land lud in Kooperation mit KEM und KLAR Thayaland zu einem Infoabend, bei dem es um die Antriebe der Zukunft und ihr regionales Potenzial ging. Der Infoabend wurde fachlich betreut von der Energieagentur der Regionen und auch die Möglichkeit Probe zu fahren, wurde in Kooperation mit regionalen Autohäusern und der TRE Thayaland GmbH als Projektträger des regionalen E-Carsharing angeboten.

Bürgermeister Christian Drucker konnte fast 60 Interessierte im Raiffeisensaal begrüßen. Er freute sich, berichten zu können, dass die Gemeinde Waidhofen-Land bereits vor etwas mehr als 10 Jahren im Sommer 2009 eine Photovoltaikanlage beim Gemeindekindergarten in Kombination mit einer öffentlichen E-Tankstelle umgesetzt hat.

Inzwischen wurde diese adaptiert und wird seit 2018 als Ladestelle für Essen auf Rädern, das in Kooperation mit der Caritas erstmals im Bezirk Waidhofen mit einem Elektroauto transportiert wird, genutzt und eine öffentliche E-Tankstelle wurde in Kooperation mit der EVN umgesetzt.

Den ersten Fachbeitrag und zwar inklusive Vorstellung der App „Ein guter Tag hat 100 Punkte“ brachte Ansbert Sturm, Manager der KEM Thayaland. Mit dieser App kann man seinen eigenen Treibhausgasausstoß berechnen und Schritt für Schritt Maßnahmen setzen, wie man sich dem Ziel der 100 Punkte nähert und damit das Ziel von Paris als Person erreicht (Vertrag von Paris 2015 mit Ziel der Reduktion der Treibhausgasemissionen auf 1,5 bzw. 2 Grad global).

„Biomethan – eine unterschätzte Treibstoffalternative“ war der spannende Vortragstitel von Bernhard Stürmer vom österreichischen Kompost & Biogas Verband. Er gab einen Überblick über den Bereich Biogas und Biomethan, der aktuell für rund 110 Mio. Euro heimische Wertschöpfung und 1,5 Mio. Tonnen organischen Dünger sorgt. Stürmer zeigte auch das Biomethan-Potenzial für Österreich, insbes. zur Nutzung im Bereich Schwer- und Lieferverkehr. Die Schweiz konnte er hier als Beispiel nennen, die sich ein Ziel von 25 % Biomethan gesetzt hat, aber auch Busflotten wie in Augsburg, die mit Biomethan betrieben werden.

Robert Pollmann, vom Pollmann International mit Hauptsitz in Karlstein/Thaya berichtete, dass auch jetzt bereits ein kleiner Teil der von Pollmann gefertigten Komponenten im E-Autobereich zu finden ist. Zwei Drittel des Umsatzes macht Pollmann mit der Lieferung von intelligenten Teilen für Schiebedächer sowie Türmodule und nur ein Drittel im Bereich Antriebsstrang. Klassische Kunden von Pollmann sind Firmen wie Magna, Bosch, Continental, aber auch unbekannte Namen wie Webasto, Brose und Inalfa.

Pollmann nannte das Vorankommen beim Klimaschutz ein Gebot der Stunde. Denn es gilt zu verhindern, dass das Klima in Zukunft kippt und die Generationen nach uns keine Lebensgrundlagen ähnlich den unseren mehr haben.

Die Betrachtung der Gesamtwirkungsgrade (well to wheel) der verschiedenen Antriebe im Vergleich war ein zentraler Teil seines Vortrags, bei dem klar wurde, dass im Pkw-Bereich batterieelektrische Fahrzeuge mit 60-70 % Wirkungsgrad besser als alle anderen gängigen Antriebe liegen. Am besten kommt ein E-Auto mit eigenem Ökostrom (PV-Anlage) zu liegen, und zwar mit 75 %, wobei ein E-Auto selbst mit Kohlestrom noch 31 % erreicht und damit beim Gesamtwirkungsgrad immer besser ist als bei Verwendung von Benzin oder Diesel mit rund 21 %. Gesamtwirkungsgrad.

Ein weiterer spannender Punkt war die Frage der Fahrzeugkosten, bei der er zeigte, dass die Technik für Wasserstoff-Fahrzeuge (Drucktank, Brennstoffzelle, Batterie, …) und deren Tankinfrastruktur technisch relativ aufwändig und damit auch kostspielig ist. Hinzu kommt, dass für die Entwicklung zur Großserie enorme Investitionen seitens der Hersteller (z.B. Mercedes, Toyota, Hyundai) notwendig wären.

Der Abend endete mit Fragen und Diskussion, die zeigten, dass Mobilität nicht nur spannend, sondern auch gestaltbar ist. Die Präsentationen werden in den nächsten Tagen unter kem.thayaland.at veröffentlicht.

PS:
Für alle, die besonders gut informiert und aktiv sein wollen, empfiehlt sich eine Mitgliedschaft beim Zukunftsklub Thayaland. Das einmalige Eintrittsgeld ist ein Beitrag für das Stammkapital der TRE Thayaland GmbH, der jährliche Mitgliedsbeitrag ist für Privatpersonen 15 Euro. Er dient für Öffentlichkeitsarbeit und als Unterstützung für die Bürgerbeteiligungsaktivitäten insgesamt. Als Mitglied erhält man interessante Infos frühzeitig und einmal pro Jahr übernimmt der Klub die Anfahrtspauschale für eine NÖ Energieberatung.

GastautorIn: Renate Brandner-Weiß für oekonews.
Artikel Online geschalten von: / holler /